Schwar­ze Kas­sen – und die Untreue durch Unter­las­sen

Die Ver­mö­gens­be­treu­ungs­pflicht eines Vor­stands­mit­glieds gegen­über der (Akti­en)Gesell­schaft ergibt sich bereits aus sei­ner Stel­lung als Mit­glied des Vor­stands.

Schwar­ze Kas­sen – und die Untreue durch Unter­las­sen

Aller­dings stellt nicht jedes Unter­hal­ten einer schwar­zen Kas­se bzw. deren man­geln­de Auf­lö­sung eine Untreue im Sin­ne des § 266 StGB dar, son­dern nur, wenn es bei wirt­schaft­li­cher Betrach­tungs­wei­se zu einem Ver­mö­gens­nach­teil der Treu­ge­be­rin kommt 1.

Zur Klä­rung, ob ein Ver­mö­gens­nach­teil der Gesell­schaft ein­ge­tre­ten ist, ist daher in den Blick zu neh­men, ob die Gesell­schaft direk­ten Zugriff auf die Gel­der der schwar­zen Kas­se hat­te. Andern­falls ist zu bestim­men, inwie­weit eine Wert­min­de­rung der Antei­le an den Toch­ter­ge­sell­schaf­ten durch die man­geln­de Rück­füh­rung der schwar­zen Kas­se ein­ge­tre­ten ist.

Die unter­las­se­ne Rück­füh­rung einer schwar­zen Kas­se stellt ein Dau­er­de­likt dar, das grund­sätz­lich erst mit Auf­lö­sung der schwar­zen Kas­se 2 oder mit Aus­schei­den aus dem Vor­stand been­det ist.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 6. Sep­tem­ber 2016 – 1 StR 104/​15

  1. vgl. BGH, Urtei­le vom 18.10.2006 – 2 StR 499/​05, BGHSt 51, 100; und vom 29.08.2008 – 2 StR 587/​07, BGHSt 52, 323[]
  2. BGH, Urteil vom 29.08.2008 – 2 StR 587/​07, BGHSt 52, 323, 339[]