Son­der­vor­tei­le beim Rechts­form­wech­sel

Den Spiel­raum von Mehr­heits­ge­sell­schaf­tern, einen Rechts­form­wech­sel auch gegen den Wil­len der Min­der­heits­ge­sell­schaf­ter durch­zu­set­zen, hat der Bun­des­ge­richts­hof in einem aktu­el­len Fall der Umwand­lung eienr AG in eine GmbH & Co. KG erwei­tert:

Son­der­vor­tei­le beim Rechts­form­wech­sel

Wird bei der form­wech­seln­den Umwand­lung einer Akti­en­ge­sell­schaft in eine (Publi­kums-) GmbH & Co. KG die bereits als Min­der­heits­ak­tio­nä­rin an der AG betei­lig­te 100%-ige Toch­ter­ge­sell­schaft der Mehr­heits­ak­tio­nä­rin zur Kom­ple­men­tä­rin der KG bestellt, wäh­rend die Mehr­heits­ak­tio­nä­rin eben­so wie die übri­gen Min­der­heits­ak­tio­nä­re die Rechts­stel­lung eines Kom­man­di­tis­ten erhält, so stellt dies grund­sätz­lich kei­nen zur Nich­tig­erklä­rung des Umwand­lungs­be­schlus­ses füh­ren­den Ver­stoß gegen das Gebot der Kon­ti­nui­tät der Mit­glied­schaft, den Gleich­be­hand­lungs­grund­satz, das Ver­bot der Ver­fol­gung von Son­der­vor­tei­len oder die gesell­schafts­recht­li­che Treu­pflicht dar.

Ein durch den Rechts­form­wech­sel von der Akti­en­ge­sell­schaft zur GmbH & Co. KG allein der Mehr­heits­ge­sell­schaf­te­rin auf­grund der Steu­er­ge­set­ze ent­ste­hen­der Steu­er­vor­teil stellt kei­nen ver­bo­te­nen Son­der­vor­teil i.S. von §§ 53 a, 243 Abs. 2 AktG dar; viel­mehr ist die sich aus der unter­schied­li­chen steu­er­li­chen Behand­lung von Kapi­tal- und Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten erge­ben­de steu­er­recht­li­che Rechts­fol­ge des Rechts­form­wech­sels von den Min­der­heits­ge­sell­schaf­tern hin­zu­neh­men.

BGH, Urteil vom 09.05.2005 – II ZR 29/​03