Spruch­ver­fah­ren – Fest­set­zungs­ver­fah­ren – Rechts­be­schwer­de

Gegen die Beschwer­de­ent­schei­dung im Fest­set­zungs­ver­fah­ren nach § 6 Abs. 2 Satz 2 SpruchG fin­det über § 104 Abs. 3 ZPO ent­spre­chend §§ 574 ff. ZPO die Rechts­be­schwer­de nach den Vor­schrif­ten der ZPO statt, wenn das Beschwer­de­ge­richt sie nach § 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 ZPO zuge­las­sen hat1.

Spruch­ver­fah­ren – Fest­set­zungs­ver­fah­ren – Rechts­be­schwer­de

Ent­ge­gen der Ansicht des Beschwer­de­ge­richts ist auf das Fest­set­zungs­ver­fah­ren § 6 Abs. 2 SpruchG und nicht § 308 Abs. 2 UmwG aF anzu­wen­den. Für das anzu­wen­den­de Recht ist nicht der Zeit­punkt der Ein­lei­tung des Spruch­ver­fah­rens, son­dern der der Ein­lei­tung des Fest­set­zungs­ver­fah­rens maß­ge­bend. Die­ses Fest­set­zungs­ver­fah­ren beginnt erst nach dem Ende des Haupt­sa­che­ver­fah­rens, hier dem Beschluss des Land­ge­richts vom 26.07.2013 in der Haupt­sa­che. Die von Amts wegen vor­zu­neh­men­de Fest­set­zung der end­gül­ti­gen Ver­gü­tung ist kei­ne blo­ße Zwi­scheno­der Neben­ent­schei­dung des Haupt­sa­che­ver­fah­rens, son­dern geschieht in einem davon getrenn­ten selbst­stän­di­gen Ver­fah­ren, an dem nur der gemein­sa­me Ver­tre­ter und der Antrags­geg­ner als Schuld­ner der Ver­gü­tung (§ 6 Abs. 2 Satz 1 SpruchG) betei­ligt sind2.

Auf ein sol­ches Fest­set­zungs­ver­fah­ren sind gemäß § 17 Abs. 1 SpruchG 10 die Vor­schrif­ten des Geset­zes über das Ver­fah­ren in Fami­li­en­sa­chen und in den Ange­le­gen­hei­ten der frei­wil­li­gen Gerichts­bar­keit (FamFG) anzu­wen­den. Der Bun­des­ge­richts­hof hat das bereits für ein Fest­set­zungs­ver­fah­ren ent­schie­den, in dem das zugrun­de­lie­gen­de Spruch­ver­fah­ren nach dem Spruch­ver­fah­rens­ge­setz (SpruchG) vor dem Inkraft­tre­ten des FamFG ein­ge­lei­tet wor­den war, das Fest­set­zungs­ver­fah­ren auf Grund­la­ge von § 6 Abs. 2 SpruchG aber wie hier erst danach3. Nichts ande­res gilt, wenn das Spruch­ver­fah­ren bereits vor dem 1.09.2003 ein­ge­lei­tet wor­den war und gemäß § 17 Abs. 2 Satz 1 SpruchG die bis dahin gel­ten­den Vor­schrif­ten des Umwand­lungs­ge­set­zes wei­ter anzu­wen­den waren. Die­se Ver­wei­sung erfasst wie die klar­stel­len­de Rege­lung für Beschwer­de­ver­fah­ren in § 17 Abs. 2 Satz 2 SpruchG zeigt allein das erst­in­stanz­li­che Spruch­ver­fah­ren und nicht zugleich das sich anschlie­ßen­de Fest­set­zungs­ver­fah­ren.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 15. Janu­ar 2019 – II ZB 2/​16

  1. BGH, Beschluss vom 22.10.2013 – II ZB 4/​13, ZIP 2013, 2426 Rn. 12 mwN []
  2. BGH, Beschluss vom 22.10.2013 – II ZB 4/​13, ZIP 2013, 2426 Rn. 5 f. []
  3. BGH, Beschluss vom 22.10.2013 – II ZB 4/​13, ZIP 2013, 2426 Rn. 4 ff. mwN []