Squee­ze-Out per Wert­pa­pier­dar­le­hen

Die Beschaf­fung der für einen Squee­ze-out gemäß § 327 a Abs. 1 Satz 1 AktG erfor­der­li­chen Kapi­tal­mehr­heit von 95 % auf dem Wege eines Wert­pa­pier­dar­le­hens (§ 607 BGB) ist nach einem aktu­el­len Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs grund­sätz­lich kein zur Nich­tig­keit oder Anfecht­bar­keit des Über­tra­gungs­be­schlus­ses füh­ren­der Rechts­miss­brauch. Das gilt auch dann, wenn der Dar­le­hens­neh­mer eine Ver­äu­ße­rung der ihm zu Eigen­tum über­las­se­nen Akti­en nicht beab­sich­tigt und wenn ein­zel­ne Ver­mö­gens­rech­te aus ihnen (Divi­den­de, Bezugs­rech­te) schuld­recht­lich dem Dar­le­hens­ge­ber gebüh­ren sol­len.

Squee­ze-Out per Wert­pa­pier­dar­le­hen

Dar­le­hens­hal­ber über­las­se­ne Akti­en wer­den von dem Dar­le­hens­neh­mer nur dann i.S. der §§ 28, 22 Abs. 1 Nr. 2 WpHG "für Rech­nung" des Dar­le­hens­ge­bers gehal­ten, wenn die­ser nach der ver­trag­li­chen Rege­lung wei­ter­hin Ein­fluss auf die Stimm­rechts­aus­übung neh­men kann.

Die Beschrän­kung der Anfech­tungs­be­fug­nis gemäß § 245 Nr. 1 AktG auf Aktio­nä­re, wel­che die Akti­en vor Bekannt­ma­chung der Tages­ord­nung erwor­ben haben, fin­det im Fall eines Akti­en­er­werbs und erst recht im Fall einer Kla­ge­er­he­bung vor Inkraft­tre­ten der Vor­schrift 1 kei­ne Anwen­dung.

Die Anfech­tung eines Über­tra­gungs­be­schlus­ses gemäß § 327 a Abs. 1 AktG konn­te auch schon vor Inkraft­tre­ten des § 243 Abs. 4 Satz 2 AktG 1 nach Sinn und Zweck des § 327 f Abs. 1 Satz 1, 2 AktG nicht auf abfin­dungs­be­zo­ge­ne Infor­ma­ti­ons­män­gel gestützt wer­den 2.

e) § 327 c Abs. 3 AktG ver­langt nicht die Vor­la­ge eines Kon­zern­ab­schlus­ses.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 16. März 2009 – II ZR 302/​06

  1. 1. Novem­ber 2005[][]
  2. vgl. auch BGHZ 146, 179[]