Über­tra­gung von Grund­stücks­rech­ten bei der Unter­neh­mens­auf­spal­tung

Die Über­tra­gung von Rech­ten an Grund­stü­cken wie Grund­pfand­rech­ten und beschränkt per­sön­li­chen Dienst­bar­kei­ten im Wege der Spal­tung erfor­dert gemäß § 126 Abs. 1 Nr. 9 und Abs. 2 Satz 1 und 2 UmwG, dass die zu über­tra­ge­nen Rech­te gemäß § 28 GBO in dem Spal­tungs­ver­trag bezeich­net sind [1].

Über­tra­gung von Grund­stücks­rech­ten bei der Unter­neh­mens­auf­spal­tung

Von die­sem Grund­satz ist eine Aus­nah­me zu machen, wenn die zu über­tra­ge­nen Rech­te, für die § 28 GBO Gel­tung bean­sprucht, in dem Spal­tungs­ver­trag – auch ohne Bezeich­nung gemäß § 28 GBO – für jeder­mann klar und ein­deu­tig bestimmt sind, d.h. so – wie vor­lie­gend mit der All-Klau­sel (alle Grund­stü­cke, grund­stück­glei­chen Rech­te, Rech­te an Grund­stü­cken und Rech­te an Grund­stücks­rech­ten, d.h. alle Rech­te, für die § 28 GBO Gel­tung bean­sprucht) – bezeich­net sind, dass eine Aus­le­gung weder ver­an­lasst noch erfor­der­lich ist und Unklar­hei­ten dar­über nicht auf­tre­ten kön­nen, dass und wel­che Grund­stü­cke bzw. wel­che grund­stücks­glei­chen Rech­te, Rech­te an Grund­stü­cken und Rech­te an Grund­stücks­rech­ten des ein­ge­tra­ge­nen Rechts­in­ha­bers auf den über­neh­men­den Rechts­trä­ger über­tra­gen wer­den sol­len. Denn sol­chen­falls die Wirk­sam­keit der Über­tra­gung durch Spal­tung von der Bezeich­nung der Rech­te in dem Ver­trag gemäß § 28 GBO abhän­gig machen zu wol­len, wür­de die gesetz­li­che Rege­lung des § 126 Abs. 1 Nr. 9 und Abs. 2 Satz 1 und 2 UmwG for­ma­lis­tisch über­span­nen [2].

Schles­wig-Hol­stei­ni­sches Ober­lan­des­ge­richt, Beschluss vom 1. Okto­ber 2009 – 2 W 241/​08

  1. Anschluss an BGHZ 175, 123[]
  2. BGHZ 175, 123 zu Rdnr. 25 a.E.[]