Umnum­me­rie­rung der Gesell­schafter­lis­te

Die Umnum­me­rie­rung abge­tre­te­ner Geschäfts­an­tei­le in der Gesell­schafter­lis­te ist dann zuläs­sig, wenn jeder Geschäfts­an­teil durch die Anga­be der bis­he­ri­gen Num­me­rie­rung zwei­fels­frei zu iden­ti­fi­zie­ren bleibt.

Umnum­me­rie­rung der Gesell­schafter­lis­te

Dabei hat es der Bun­des­ge­richts­hof offen gelas­sen, , ob und gege­be­nen­falls in wel­chem Umfang das Regis­ter­ge­richt über­haupt das Recht oder die Pflicht hat, die ein­ge­reich­te Gesell­schafter­lis­te zu prü­fen [1]. Denn jeden­falls wur­de in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall die ein­ge­reich­te Lis­te zu Unrecht bean­stan­det:

Die Umnum­me­rie­rung der abge­tre­te­nen Geschäfts­an­tei­le unter Kenn­zeich­nung ihrer Her­kunft ist zuläs­sig (§ 40 Abs. 2 Satz 1, Abs. 1 Satz 1 GmbHG). Der Gesetz­ge­ber hat den Grund­satz der Glie­de­rungs­kon­ti­nui­tät, wie er bei­spiels­wei­se für den Jah­res­ab­schluss ange­ord­net ist (§ 265 Abs. 1 HGB), in Bezug auf die Gesell­schafter­lis­te nicht auf­ge­stellt. Ohne­hin kann eine Ste­tig­keit der Num­me­rie­rung nicht in allen Fäl­len durch­ge­hal­ten wer­den, etwa nach einer Tei­lung oder Zusam­men­le­gung von Geschäfts­an­tei­len, erst recht wenn vor­mals geteil­te Geschäfts­an­tei­le anschlie­ßend mit ande­ren Geschäfts­an­tei­len zusam­men­ge­legt wer­den. In sol­chen Fäl­len wird teils die Ver­ga­be von Abschnitts­num­mern (1.1, 1.2, …), teils die Ver­wen­dung ergän­zen­der Buch­sta­ben (1a, 1b, …) und teils die Ver­ga­be der nächst frei­en Num­mern vor­ge­schla­gen [2]. Das Gesetz macht hier­zu – soweit der Begriff der "lau­fen­den Num­mern" erfüllt bleibt – kei­ne zwin­gen­de Vor­ga­be, obwohl das Pro­blem bereits im Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren bekannt war [3]. Sind in man­chen Fäl­len Brü­che in der Glie­de­rungs­kon­ti­nui­tät unver­meid­lich, besteht kei­ne Not­wen­dig­keit, in allen übri­gen Abtre­tungs­fäl­len die Ste­tig­keit der Num­me­rie­rung zu for­dern, solan­ge die Trans­pa­renz der Betei­li­gungs­ver­hält­nis­se unter einer Umnum­me­rie­rung nicht lei­det und jeder Geschäfts­an­teil durch die Anga­be der bis­he­ri­gen Num­me­rie­rung zwei­fels­frei zu iden­ti­fi­zie­ren bleibt. Rei­ne Zweck­mä­ßig­keits­ge­sichts­punk­te, die aller­dings regel­mä­ßig für eine Bei­be­hal­tung der Num­me­rie­rung spre­chen, berüh­ren die Rechts­gül­tig­keit der ein­ge­reich­ten Lis­te nicht.

Inhalt­li­che Zwei­fel dar­an, wel­che Geschäfts­an­tei­le bestan­den und durch wel­che Abtre­tungs­ket­ten die­se in die Hand des neu­en Gesell­schaf­ters gelangt waren, konn­ten nach Ansicht des Bun­des­ge­richts­hofs in dem hier ent­schie­de­nen Fall nicht auf­kom­men: Durch das Durch­strei­chen der lau­fen­den Num­mern 1 bis 12 sowie durch die Ver­än­de­rungs­nach­wei­se unter den lau­fen­den Num­mern 13 bis 24 ist die Zuord­nung der Geschäfts­an­tei­le gewähr­leis­tet.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 1. März 2011 – II ZB 6/​10

  1. vgl. hier­zu OLG Mün­chen, NJWRR 2009, 972, 973; OLG Jena, ZIP 2010, 831; Ned­den­Bo­e­ger in SchulteBunert/​Weinreich, FamFG, 2. Aufl., Anh. § 387 Rn. 5a; Krafka/​Willer/​Kühn, Regis­ter­recht, 8. Aufl., Rn. 1105; Melchior/​Schulte, Han­dels­re­gis­ter­ver­ord­nung, § 9 Rn. 6; Gut­ach­ten DNo­tI­Re­port 2009, 190, 193; May­er, ZIP 2009, 1037, 1039; Scholz/​Schneider, GmbHG Nach­trag MoMiG, 10. Aufl., § 40 Rn. 36; Zöllner/​Noack in Baumbach/​Hueck, GmbHG, 19. Aufl., § 40 Rn. 75; Wach­ter, GmbHR 2010, 596, 597, ders., NZG 2009, 1001, 1002[]
  2. vgl. OLG Jena, ZIP 2010, 831, 832; Wicke, Mitt­BayNot 2010, 283, 284; Gut­ach­ten DNo­tI­Re­port 2010, 147, 148 f.[]
  3. vgl. die Stel­lung­nah­me des Han­dels­rechts­aus­schus­ses des Deut­schen Anwalts­ver­eins Nr. 43/​07 vom 5.09. 2007 zum Regie­rungs­ent­wurf des MoMiG, Rn. 28[]