Unter­neh­mens­be­wer­tung – und der anzu­wen­den­de Bewer­tungs­stan­dard

Die IDW-Stan­dards sowie die sons­ti­gen Ver­laut­ba­run­gen des Fach­aus­schus­ses für Unter­neh­mens­be­wer­tung und Betriebs­wirt­schaft (FAUB) sind aner­kann­te Exper­ten­auf­fas­sung und bil­den eine Erkennt­nis­quel­le für das metho­disch zutref­fen­de Vor­ge­hen bei der Ermitt­lung des Unter­neh­mens­wer­tes [1]. Da es sich bei dem IDW um eine pri­va­te Insti­tu­ti­on ohne Rechts­set­zungs­be­fug­nis­se han­delt, haben die Emp­feh­lun­gen kei­ne Rechts­norm­qua­li­tät. Die Ver­laut­ba­run­gen des IDW wer­den – trotz der dage­gen vor­ge­brach­ten Kri­tik – jeden­falls von dem Berufs­stand der Wirt­schafts­prü­fer im Grund­satz aner­kannt und wer­den bei Unter­neh­mens­be­wer­tun­gen in der Pra­xis ganz über­wie­gend beach­tet [2].

Unter­neh­mens­be­wer­tung – und der anzu­wen­den­de Bewer­tungs­stan­dard

Der IDW S1 2000 hat die bis 2000 gel­ten­de HFA 2/1983-Stel­lung­nah­me abge­löst (IDW S1 2000, Tz. 3). Der Unter­neh­mens­wert konn­te nun anhand des Stan­dard-CAPM ermit­telt wer­den (IDW S1 2000, Tz. 98, 136). Der IDW S1 2000 änder­te fer­ner die Bewer­tungs­re­geln im Hin­blick auf das ab 2001 gel­ten­de Halb­ein­künf­te­ver­fah­ren (IDW S1 2000, Tz. 51, Anhang) [3]. So wies der IDW S1 2000 etwa dar­auf hin, dass Aus­schüt­tun­gen künf­tig nur zur Hälf­te der per­sön­li­chen Ertrag­steu­er unter­lä­gen und bei der Ermitt­lung der finan­zi­el­len Über­schüs­se abzu­zie­hen sei­en (IDW S1 2000, Tz. 39). Der Stan­dard berück­sich­tig­te, dass mit dem Halb­ein­künf­te­ver­fah­ren bei der Ermitt­lung der finan­zi­el­len Über­schüs­se eine gegen­über der Alter­na­ti­vin­ves­ti­ti­on ver­rin­ger­te typi­sier­te Steu­er­be­las­tung anzu­set­zen sei (IDW S1 2000, Tz. 51). Als Alter­na­tiv­an­la­ge soll­te wei­ter­hin zur Ermitt­lung des Unter­neh­mens­wer­tes auf eine (quasi-)risikofreie Anla­ge am Kapi­tal­markt abge­stellt wer­den, wobei der Kapi­ta­li­sie­rungs­zins­satz um die per­sön­li­che Steu­er­be­las­tung zu kür­zen sei (IDW S1 2000, Tz. 99, 117).

Auch die unter­schied­li­che steu­er­li­che Behand­lung von Akti­en­er­trä­gen und risi­ko­frei­en Anla­gen hat der IDW S1 2000 gese­hen. So ver­wei­sen die Regeln dar­auf, dass die unter­stell­te Alter­na­ti­vin­ves­ti­ti­on der vol­len Besteue­rung unter­lie­ge, der steu­er­an­ge­pass­te Kapi­ta­li­sie­rungs­zins­satz unver­än­dert zu über­neh­men sei, wohin­ge­gen die finan­zi­el­len Über­schüs­se aus dem Unter­neh­men ent­spre­chend gerin­ger mit Steu­ern belas­tet sei­en (IDW S1 2000, Tz. 99, 117).

Der IDW S1 2000 hat damit an der seit Jahr­zehn­ten gel­ten­den Berech­nungs­wei­se, wonach die Alter­na­tiv­an­la­ge anhand einer risi­ko­lo­sen Anla­ge berech­net wur­de, fest­ge­hal­ten und die unter­schied­li­chen steu­er­li­chen Fol­gen der ver­schie­de­nen Anla­ge­for­men (risi­ko­lo­se Anla­ge – Akti­en­an­la­ge) berück­sich­tigt und für die Bewer­tung des Unter­neh­mens­wer­tes akzep­tiert.

Die Emp­feh­lun­gen des IDW S1 2005 wur­den daher nicht ein­ge­führt, um (erst­mals) das Halb­ein­künf­te­ver­fah­ren zu berück­sich­ti­gen. Inso­weit ver­weist der IDW S1 2005 miss­ver­ständ­lich dar­auf, dass „bestimm­te Rege­lun­gen der Neu­fas­sung des IDW S1 Aus­fluss des kör­per­schaft­steu­er­li­chen Halb­ein­künf­te­ver­fah­rens“ sei­en. Ent­schei­dend war viel­mehr, dass mit dem IDW S1 2005 und dem Tax-CAPM erst­mals für die Alter­na­tiv­an­la­ge aus Grün­den der Risi­ko­äqui­va­lenz nicht mehr auf risi­ko­lo­se Papiere/​lang lau­fen­de Staats­an­lei­hen, son­dern auf risi­ko­be­haf­te­te Unter­neh­mens­an­lei­hen abge­stellt und dabei ins­be­son­de­re bei der Berech­nung des Kapi­ta­li­sie­rungs­zins­sat­zes auch die steu­er­li­chen Fol­gen der geän­der­ten Alter­na­tiv­an­la­ge berück­sich­tigt wur­den (IDW S1 2005, Tz. 43 ff.; 93) [4]. Der IDW S1 2005 sah es als sach­nä­her an, für die Alter­na­tiv­ren­di­te auf Akti­en­an­la­gen abzu­stel­len. Die­se neue, an ande­re Annah­men anknüp­fen­de Metho­de hat­te zur Fol­ge, dass sich – u.a. wegen der nun ver­rin­ger­ten Steu­er­be­las­tung der Alter­na­tiv­an­la­ge in Akti­en und damit ver­bun­de­nen höhe­ren Ren­di­te nach Steu­ern – gerin­ge­re Abfin­dungs­be­trä­ge erga­ben. Die Min­der­heits­ak­tio­nä­re wer­den daher seit der Ände­rung des IDW S1 2005 und nach­fol­gend des IDW S1 2008 mit einer erheb­lich gerin­ge­ren Bar­ab­fin­dung, auf Basis eines ver­rin­ger­ten Unter­neh­mens­wer­tes, ent­schä­digt.

Fer­ner wur­de mit dem IDW S1 2005 der Grund­satz der Voll­aus­schüt­tung auf­ge­ge­ben, um die steu­er­li­chen Vor­tei­le einer The­sau­rie­rung und die sei­ner­zeit noch bestehen­de Steu­er­frei­heit von Kurs­ge­win­nen zu berück­sich­ti­gen (IDW S1 2005, Tz. 35) [5]. Zwar hat­te der IDW S1 2000 im Regel­fall die Voll­aus­schüt­tung vor­ge­se­hen, aber auch die­ser frü­he­re Stan­dard hat­te bereits The­sau­rie­run­gen für zuläs­sig erach­tet, wenn kon­kre­te Anhalts­punk­te hier­für im Ein­zel­fall bestan­den (IDW S1 2005, Tz. 44, 45). Dar­über hin­aus wur­de die Ermitt­lung des Basis­zin­ses anhand der Zins­struk­tur­kur­ve fest­ge­schrie­ben (IDW S1 2005, Tz. 127).

Die mit dem IDW S1 2000-Stan­dard ver­bun­de­nen Pro­ble­me sind aus­führ­lich dis­ku­tiert wor­den [6]. Ers­te Stim­men in der Lite­ra­tur erör­ter­ten ab dem Jahr 2000 eini­ge Fra­gen, die spä­ter im IDW S1 2005 gere­gelt wur­den, etwa inwie­weit auf Akti­en als Alter­na­tiv­an­la­ge abzu­stel­len sei, und dis­ku­tier­ten teil­wei­se auch steu­er­li­che Aus­wir­kun­gen oder die Markt­ri­si­ko­prä­mie [7].

Teil­wei­se wird von eini­gen Ober­lan­des­ge­rich­ten, ins­be­son­de­re den Ober­lan­des­ge­rich­ten Stutt­gart, Karls­ru­he, Cel­le und nun­mehr auch Frank­furt, die Auf­fas­sung ver­tre­ten, dass der jeweils neu­es­te, zum gericht­li­chen Ent­schei­dungs­zeit­punkt gel­ten­de Stan­dard und damit der IDW S1 2005 auch rück­wir­kend ab 2001 anzu­wen­den sei [8].

Dies wird im Wesent­li­chen damit begrün­det, dass der IDW S1 2005 als neue­re und bes­se­re Erkennt­nis­mög­lich­keit die Risi­ko­äqui­va­lenz von Alter­na­tiv­an­la­ge und Bewer­tungs­ob­jekt sach­nä­her abbil­de sowie die steu­er­li­chen Aus­wir­kun­gen über­zeu­gen­der erfas­se [9]. So berück­sich­ti­ge der IDW S1 2005 im Hin­blick auf die Nach­steu­er­be­trach­tung die steu­er­li­chen Unter­schie­de zwi­schen Zins­ein­künf­ten, Divi­den­den und Kurs­ge­win­nen [10].

Da es sich bei den IDW-Stan­dards ledig­lich um für die Gerich­te nicht ver­bind­li­che Exper­ten­auf­fas­sun­gen han­de­le, sei eine rück­wir­ken­de Anwen­dung unbe­denk­lich, stün­den Ver­trau­ens­schutz und Grün­de der Rechts­si­cher­heit nicht ent­ge­gen [11]. Hier­bei wird auch dar­auf ver­wie­sen, dass der IDW S1 2005 im Übri­gen emp­feh­le, ihn auch auf Bewer­tungs­stich­ta­ge vor 2005 anzu­wen­den [12]. Eine Anwen­dung des inzwi­schen gel­ten­den IDW S1 2008 auf frü­he­re Stich­ta­ge wird hin­ge­gen abge­lehnt, weil damit ledig­lich steu­er­li­che Rah­men­be­din­gun­gen der Unter­neh­mens­steu­er­re­form 2008 erfasst wor­den sei­en, die zum Bewer­tungs­stich­tag noch nicht „im Kern ange­legt gewe­sen“ sei­en [13].

Ande­re Ober­lan­des­ge­rich­te, ins­be­son­de­re die Ober­lan­des­ge­rich­te Düs­sel­dorf und Mün­chen, bis 2014 auch Frank­furt, stel­len auf den am Bewer­tungs­stich­tag gel­ten­den Stan­dard ab und hal­ten dies im Hin­blick auf das Stich­tags­prin­zip, aus Grün­den der Pro­zess­öko­no­mie, des Ver­trau­ens­schut­zes und der Rechts­si­cher­heit für gebo­ten [14].

So hat das Ober­lan­des­ge­richt Mün­chen die Anwen­dung des IDW S1 2005 auf einen Bewer­tungs­stich­tag aus dem Jahr 1995 als frag­wür­dig und für die außen­ste­hen­den Aktio­nä­re als nicht hin­nehm­bar erach­tet, weil die Ände­rung des Bewer­tungs­sys­tems nicht abseh­bar gewe­sen sei [15].

Sofern mit der Her­an­zie­hung des neu­en Stan­dards kein nen­nens­wer­ter Erkennt­nis­ge­winn ver­bun­den sei und die Anwen­dung des alten Stan­dards nicht zu einer Ver­fah­rens­ver­zö­ge­rung füh­re, soll es bei der Anwen­dung des alten Stan­dards blei­ben [16]. Das OLG Mün­chen hält das Tax-CAPM für unge­eig­net und ver­weist dar­auf, dass die rech­ne­ri­sche Her­lei­tung des Risi­ko­zu­schlags nur schein­ge­nau sei und dar­über hin­weg­täu­sche, dass eine Viel­zahl von Annah­men getrof­fen wer­den müss­ten [17].

Auch im Hin­blick auf die Ver­fah­rens­dau­er wird eine Begut­ach­tung anhand der zum Zeit­punkt des Bewer­tungs­stich­tags gel­ten­den Bewer­tungs­grund­sät­ze für sinn­voll gehal­ten [18]. Teil­wei­se wird für die Abgren­zung des anzu­wen­den­den Stan­dards zwi­schen Metho­den­an­pas­sun­gen durch nor­ma­ti­ve Ände­run­gen, die zu berück­sich­ti­gen sei­en, und blo­ßen Metho­den­ver­bes­se­run­gen, etwa die Ermitt­lung des Basis­zins­sat­zes anhand von Zins­struk­tur­kur­ven, die kei­ne rück­wir­ken­de Anpas­sung erfor­dern, aber ermög­li­chen, unter­schie­den [19].

Es wird fer­ner dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die Ände­run­gen des IDW S1 2005 vor allem den Zweck gehabt hät­ten, zu gegen­über dem IDW S1 2000 deut­lich nied­ri­ge­ren Unter­neh­mens­wer­ten zu gelan­gen [20]. So füh­re der IDW S1 2005 zu gerin­ge­ren Unter­neh­mens­wer­ten von bis zu 30% [21].

Es ist anhand der zitier­ten Ent­schei­dun­gen erkenn­bar, dass die Gerich­te in der Ver­gan­gen­heit bei der Fra­ge, wel­cher Stan­dard ange­wen­det wor­den ist, sich teil­wei­se an den Gege­ben­hei­ten des Ein­zel­falls aus­ge­rich­tet hat­ten, je nach­dem, auf wel­cher Basis der Gut­ach­ter den Unter­neh­mens­wert berech­net hat­te. War eine gut­ach­ter­li­che Unter­neh­mens­be­wer­tung nach einem bestimm­ten Bewer­tungs­stan­dard erfolgt, bestand die Nei­gung, – schon aus pro­zess­öko­no­mi­schen Grün­den und ange­sichts der oft jah­re­lan­gen Ver­fah­rens­dau­er – mit wech­seln­den Begrün­dun­gen die­se Bewer­tung zu hal­ten. Trat durch die Bewer­tung nach neu­em Stan­dard kei­ne oder nur eine gerin­ge Ver­zö­ge­rung ein, wur­de teil­wei­se auf den spä­te­ren IDW S1 2005 abge­stellt.

Das Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf geht davon aus, dass im Grund­satz der am Bewer­tungs­stich­tag gel­ten­de Stan­dard anzu­wen­den ist. Eine rück­wir­ken­de Anwen­dung neue­rer Erkennt­nis­se mag ggfs. in bestimm­ten Fäl­len in Betracht kom­men. Eine Rück­wir­kung schei­det aber aller­dings dann aus, wenn – wie hier – die rück­wir­ken­de Anwen­dung eines erst meh­re­re Jah­re nach dem Bewer­tungs­stich­tag gel­ten­den Bewer­tungs­stan­dards die Bewer­tung der sei­ner­zei­ti­gen Unter­neh­mens­maß­nah­me in ihrem Kern und die Geschäfts­grund­la­ge so gra­vie­rend infra­ge stellt, dass die sei­ner­zeit Betei­lig­ten nicht damit rech­nen muss­ten.

Aus Grün­den der Rechts­si­cher­heit, des Stich­tags­prin­zips und des Ver­trau­ens­schut­zes kommt dann eine Anwen­dung des neue­ren Bewer­tungs­stan­dards, der – nur auf­grund einer ver­än­der­ten Berech­nungs­me­tho­de – zu bis 30% gerin­ge­ren Unter­neh­mens­wer­ten führt, nicht in Betracht. Dem steht auch nicht ent­ge­gen, dass die geän­der­ten IDW-Emp­feh­lun­gen ab 2005 im Hin­blick auf die Risi­ko­äqui­va­lenz der zu ver­glei­chen­den Anla­gen mög­li­cher­wei­se sach­nä­her auf eine Alter­na­tiv­an­la­ge in Akti­en anstel­le von fest­ver­zins­li­chen Papie­ren abstel­len.

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hält es nicht für erfor­der­lich, auf den jeweils „neu­es­ten Stan­dard“ abzu­stel­len. Das Gericht hat es nicht bean­stan­det, die Unter­neh­mens­be­wer­tung anhand eines zum Zeit­punkt des Bewer­tungs­stich­tags gel­ten­den Stan­dards vor­zu­neh­men, auch wenn die Metho­de aktu­ell nicht mehr ange­wen­det wer­de [22].

Die Berech­nung des Unter­neh­mens­wer­tes anhand des IDW S1 2000 wider­spricht hier auch nicht dem am Stich­tag gel­ten­den Steu­er­sys­tem. Aner­kannt ist, dass steu­er­li­che Ände­run­gen zu berück­sich­ti­gen sind, um so unge­recht­fer­tig­te Vor­tei­le der Gesell­schaft oder Ober­ge­sell­schaft zu ver­mei­den [23]. Der Bun­des­ge­richts­hof hat­te in der genann­ten Ent­schei­dung eine Ver­let­zung des Stich­tags­prin­zips ver­neint, weil der Brut­to­ge­winn­an­teil als fes­te Grö­ße aus dem objek­ti­ven Wert des Unter­neh­mens am Stich­tag abge­lei­tet wer­de.

Die­se Grund­sät­ze sind hier beach­tet wor­den. So haben alle im Ver­fah­ren betei­lig­ten Gut­ach­ter das am Stich­tag gel­ten­de Halb­ein­künf­te­ver­fah­ren gese­hen und ent­spre­chend den Unter­neh­mens­wert berech­net . Der IDW S1 2000 berück­sich­tig­te nicht nur das Halb­ein­künf­te­ver­fah­ren, son­dern die steu­er­li­chen Ände­run­gen waren Aus­lö­ser für die Anpas­sung durch den IDW S1 2000. Geht man – wie zuvor seit Jahr­zehn­ten aner­kannt und damals erneut im IDW S1 2000 fest­ge­schrie­ben – von einer Alter­na­tiv­an­la­ge in fest­ver­zins­li­chen Wert­pa­pie­ren aus, fol­gen hier­aus die rech­ne­ri­schen und wirt­schaft­li­chen Kon­se­quen­zen. Der IDW S1 2000 hat die­se Aus­wir­kun­gen gese­hen und fest­ge­legt (vgl. IDW S1 2000, Tz. 99).

Es ist auch durch­aus ver­tret­bar, für die Alter­na­tiv­an­la­ge auf risi­ko­lo­se Wert­pa­pie­re abzu­stel­len, die damals höher besteu­ert waren, und anhand die­ser Alter­na­tiv­an­la­ge eine höhe­re Bar­ab­fin­dung zu berech­nen. Die­se Sicht­wei­se ent­sprach der lang­jäh­ri­gen Bewer­tungs­pra­xis. Groß­feld ver­weist auch dar­auf, dass es nicht zwin­gend sei, auf eine Alter­na­tiv­an­la­ge in Akti­en abzu­stel­len. So ver­lie­re der Min­der­heits­ak­tio­när durch den Aus­schluss sei­ne gesam­te Rechts­stel­lung und der Autor ver­weist dar­auf, dass etwa eine Anla­ge in Akti­en als Instru­men­te der Alters­vor­sor­ge in Deutsch­land nicht an ers­ter Stel­le ste­he [24]. Auch sei zu berück­sich­ti­gen, dass sich ein Anle­ger bei einer Ver­äu­ße­rung die Chan­ce einer äqui­va­len­ten ande­ren Anla­ge offen­hal­ten und nicht auf die Sicht des Haupt­ak­tio­närs „fest­ge­na­gelt“ wer­den wol­le [25]. Es ste­he einem aus­schei­den­den Aktio­när frei, wie er die erhal­te­ne Abfin­dung anle­gen wol­le. Es sei das Beson­de­re einer Geld­wirt­schaft, dass man bei einem Ver­kauf abs­trak­te Kauf­kraft erhal­te und frei sei zum Erwerb eines belie­bi­gen ande­ren Gutes. Wenn der Über­neh­mer schon den Stich­tag für das Aus­han­deln bestim­me, sol­le er nicht auch noch den Zeit­ho­ri­zont für die Wie­der­an­la­ge fest­le­gen [25].

Die Berech­nung nach dem IDW S1 2000 im Jahr 2002/​2003, ins­be­son­de­re die Ermitt­lung der Höhe der Bar­ab­fin­dung auf der Basis einer Alter­na­tiv­an­la­ge in risi­ko­lo­sen Wert­pa­pie­ren, war Grund­la­ge für den Unter­neh­mens­wert und die hier zu beur­tei­len­de gesam­te Struk­tur­maß­nah­me gewe­sen. Die Metho­dik war von allen an der Unter­neh­mens­maß­nah­me betei­lig­ten Unter­neh­men; vom Haupt­ak­tio­när und der S. AG, akzep­tiert wor­den. Der Haupt­ak­tio­när hat­te ver­langt, dass die übri­gen Akti­en auf ihn über­tra­gen wer­den. Es war der Haupt­ak­tio­när, der die Höhe der Bar­ab­fin­dung anhand der Unter­neh­mens­wert­be­rech­nung auf der Basis des IDW S1 2000 fest­ge­legt, vor­ge­ge­ben und damit zur Berech­nungs­grund­la­ge gemacht hat­te. Auch in dem am 09.05.2003 geschlos­se­nen Ver­gleich ist die IDW S1 2000-Bewer­tungs­me­tho­de unver­än­dert über­nom­men, ledig­lich mit einem nied­ri­ge­ren Beta­fak­tor gerech­net wor­den.

Der Ein­wand, bereits zum Bewer­tungs­zeit­punkt sei­en die Grund­la­gen, die zu den spä­te­ren IDW S1 2005-Regeln geführt hät­ten, weit­ge­hend all­ge­mein aner­kannt und die „Feh­ler“ des IDW S1 2000 bekannt gewe­sen, ist unzu­tref­fend.

In der Lite­ra­tur sind in den Jah­ren 2000 – 2002 zwar eini­ge Fra­gen, die spä­ter in dem IDW S1 2005 gere­gelt wur­den, (an-)diskutiert wor­den, etwa ob nicht sinn­vol­ler­wei­se als Alter­na­tiv­an­la­ge auf Akti­en abzu­stel­len sei, aber es war sei­ner­zeit gera­de nicht erkenn­bar, dass eine Ände­rung des Stan­dards zu der­art gra­vie­ren­den, für die Min­der­heits­ak­tio­nä­re nach­tei­li­gen Ände­run­gen, zu Unter­neh­mens­wert­re­du­zie­run­gen von bis zu 30%, füh­ren wür­de [26].

Viel­mehr waren die Kon­se­quen­zen unklar und das Tax-CAPM in sei­ner Aus­prä­gung noch nicht abseh­bar. Zwar sind eini­ge Fra­gen, etwa die der Voll­aus­schüt­tung, teil­wei­se erör­tert und ange­spro­chen wor­den. Aller­dings wur­den die Regeln des spä­te­ren IDW S1 2005 in den Jah­ren 2000 – 2002 allen­falls eher punk­tu­ell erör­tert, im Wesent­li­chen grund­sätz­li­che Fra­gen des Kal­ku­la­ti­ons­zins­sat­zes und Pro­ble­me bei der Fest­le­gung des zutref­fen­den Zins­sat­zes erör­tert, z. B. die Lauf­zeit­äqui­va­lenz und Fra­gen der Alter­na­tiv­an­la­ge, teil­wei­se auch die unter­schied­li­che Besteue­rung auf Sei­ten des Pri­vat­an­le­gers dis­ku­tiert [27]. Auge/​Dickhut/​Moser/​Widmann berech­ne­ten den Ein­fluss des Halb­ein­künf­te­ver­fah­rens, stell­ten eine Unter­neh­mens­wert­erhö­hung fest, ohne das Ergeb­nis aller­dings kri­tisch zu hin­ter­fra­gen oder Alter­na­ti­ven zu erör­tern [28]. Mai­er über­leg­te, die Alter­na­tiv­ren­di­te in einen fest­ver­zins­li­chen und einen Akti­en­an­teil zu split­ten [29]. Roos/​Rebien erläu­ter­ten, dass die mit der Ände­rung des Halb­ein­künf­te­ver­fah­rens ein­her­ge­hen­de Ver­än­de­rung der Ren­di­te­er­war­tung „nur ver­mu­tet“ wer­den kön­ne und rech­ne­ten – bei­des unzu­tref­fend ein­ge­schätzt – mit einem stei­gen­den risi­ko­lo­sen Basis­zins und einer nied­ri­ge­ren Markt­ri­si­ko­prä­mie [30]. Wagner/​Jonas/​Ballwieser/​Tschöpel ver­wie­sen kurz vor der Ein­füh­rung des IDW S1 2005, im Sep­tem­ber 2004, dar­auf, dass die Fra­gen strei­tig dis­ku­tiert und nun „auf der Grund­la­ge jüngs­ter theo­re­ti­scher Erkennt­nis­se“ der IDW-Stan­dard wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den soll­te [31].

Es ver­wun­dert daher auch nicht, dass weder Q. noch T. sei­ner­zeit auf mög­li­che Ände­run­gen oder Pro­ble­me des Bewer­tungs­stan­dards hin­ge­wie­sen haben, bei­de viel­mehr den sei­ner­zeit gel­ten­den Stan­dard als ange­mes­sen erach­tet haben. Sie haben erläu­tert, dass die Metho­dik der Unter­neh­mens­be­wer­tung aner­kannt gewe­sen und die „ange­wand­ten Grund­sät­ze und Bewer­tungs­ver­fah­ren in Theo­rie und Pra­xis als gesi­chert“ gal­ten. Eine offen­sicht­lich erkenn­ba­re Rechts­un­si­cher­heit bestand jeden­falls zum hier maß­geb­li­chen Bewer­tungs­zeit­punkt nicht.

Fer­ner haben sich die Min­der­heits­ak­tio­nä­re auf die dama­li­gen Bewer­tungs­re­geln und den wesent­li­chen Kern der Metho­dik ver­las­sen und ver­las­sen dür­fen. Sie sind daher auf die­ser Basis für ihr Aus­schei­den aus der Akti­en­ge­sell­schaft zu ent­schä­di­gen. Der Haupt­ak­tio­när hat­te ihnen die Höhe der Bar­ab­fin­dung gemäß § 327b Abs. 1 AktG vor­ge­ge­ben und die Bewer­tungs- und Berech­nungs­grund­sät­ze bestimmt und benannt. Die Erkennt­nis­mög­lich­kei­ten der Min­der­heits­ak­tio­nä­re waren ein­ge­schränkt. Sie konn­ten die Bewer­tung ledig­lich anhand des vor­ge­leg­ten Berichts auf Plau­si­bi­li­tät prü­fen, weil ihnen im Übri­gen inter­ne Kennt­nis­se zur S. AG fehl­ten, etwa detail­lier­te Hin­ter­grün­de zur Umsatz- und Gewinn­ent­wick­lung. Sie hat­ten kei­nen Ein­fluss auf die Unter­neh­mens­be­wer­tung und deren Metho­dik und wur­den gegen ihren Wil­len und zu einem von ihnen nicht zu beein­flus­sen­den Zeit­punkt zur Über­tra­gung ihrer Akti­en ver­pflich­tet.

Die Fra­ge etwa, ob ein Min­der­heits­ak­tio­när ein Spruch­ver­fah­ren ein­lei­ten und dies ggfs. erfolg­reich sein wer­de, beruh­te auf­grund der eher schwa­chen Posi­ti­on als Min­der­heits­ak­tio­när damit auf einer ver­gleichs­wei­se „dün­nen“ Ent­schei­dungs­ba­sis. Ent­schei­dend, ob sie gegen den Über­tra­gungs­be­schluss gericht­lich, sei es im Wege einer Anfech­tungs­kla­ge oder im Spruch­ver­fah­ren, vor­ge­hen soll­ten, ist nicht nur die Höhe der errech­ne­ten Bar­ab­fin­dung, son­dern vor allem auch deren Berech­nungs­wei­se. So kön­nen die Min­der­heits­ak­tio­nä­re auf­grund der feh­len­den inter­nen Kennt­nis­se im Wesent­li­chen auch nur die Bewer­tungs­pa­ra­me­ter und die ‑metho­de an sich ein­schät­zen.

Die Berück­sich­ti­gung des am Stich­tag gel­ten­den Stan­dards bedeu­tet für die Betei­lig­ten auch, dass sie ggfs. die für sie nach­tei­li­gen Bewer­tungs­grund­sät­ze hin­zu­neh­men haben. So haben die Min­der­heits­ak­tio­nä­re etwa zu akzep­tie­ren, dass sich der nach dem IDW S1 2000 bei­be­hal­te­ne Grund­satz der Voll­aus­schüt­tung unter der Gel­tung des Halb­ein­künf­te­sys­tems für sie nach­tei­li­ger aus­wirkt als eine Teil­aus­schüt­tungs­fik­ti­on [32]. Die Annah­me von Teil­aus­schüt­tun­gen führt unter der Gel­tung des Halb­ein­künf­te­ver­fah­rens zu The­sau­rie­run­gen, die wegen der dann spä­te­ren steu­er­frei­en Kurs­ge­win­ne wert­er­hö­hend wir­ken [33].

Das Pro­zess­ri­si­ko für die betrof­fe­nen Min­der­heits­ak­tio­nä­re wäre kaum ein­schätz­bar, wenn nach­träg­lich, ggfs. erst Jah­re spä­ter eine an sich sehr aus­sichts­rei­che Ein­lei­tung eines Spruch­ver­fah­rens nur des­halb erfolg­los blie­be, weil ein sei­ner­zeit all­seits aner­kann­ter Stan­dard rück­wir­kend ohne Gel­tung sein soll­te. Die Min­der­heits­ak­tio­nä­re müs­sen aber zum Bewer­tungs­stich­tag die Ange­mes­sen­heit einer Bar­ab­fin­dung ein­schät­zen kön­nen. Jeden­falls sind vor die­sem Hin­ter­grund nach­träg­li­che Metho­den­än­de­run­gen, die bei ansons­ten gleich­blei­ben­den Annah­men allein auf­grund geän­der­ter Para­me­ter zu Ver­än­de­run­gen von 25% oder bis zu 30% füh­ren, nicht hin­nehm­bar.

Es ist auch wenig über­zeu­gend, dass Angrif­fe der Min­der­heits­ak­tio­nä­re nur des­halb ins Lee­re lau­fen soll­ten, weil sich nach­träg­lich die Emp­feh­lun­gen zur Unter­neh­mens­be­wer­tung so gra­vie­rend geän­dert haben und rück­wir­kend Unter­neh­mens­wer­te errech­net wer­den, die bis zu 30% unter den sei­ner­zeit ermit­tel­ten Beträ­gen lie­gen. Der vor­lie­gen­de Fall macht exem­pla­risch beson­ders deut­lich, dass sich dann selbst offen­sicht­li­che Bewer­tungs­feh­ler nur des­halb „weg­rech­nen“ las­sen, weil ein neue­rer Stan­dard rück­wir­kend ange­wen­det wor­den ist.

So hat F. nach­voll­zieh­bar erläu­tert, dass zwar die Detail­pla­nung sach­ge­recht sei, Q./T. für die Zeit der „ewi­gen Ren­te“ dage­gen nur von einem gerin­gen, wenig plau­si­blen Wachs­tum von 1% aus­ge­gan­gen sei­en. Er hat dar­auf­hin – bei Anwen­dung des iden­ti­schen, von Q. und T. ange­wen­de­ten IDW S1 2000-Stan­dards – einen gegen­über dem von Q. und T. ermit­tel­ten Unter­neh­mens­wert von 39, 85 € rund 65% höhe­ren Unter­neh­mens­wert in Höhe von 65, 48 € ermit­telt. Dies zeigt, dass die Ein­wän­de der Min­der­heits­ak­tio­nä­re gegen die Ein­schät­zung der Unter­neh­mens­ent­wick­lung durch die Vor­stän­de der S. AG und des Haupt­ak­tio­närs, Q. und T. zutref­fend waren. Hin­zu kommt, dass eine der­art gra­vie­ren­de Erhö­hung des Unter­neh­mens­wer­tes im Spruch­ver­fah­ren eher sel­ten ist, die Erhö­hung der Abfin­dung regel­mä­ßig deut­lich unter 50% liegt [34]. Durch die rück­wir­ken­de Anwen­dung des IDW S1 2005 wer­den im kon­kre­ten Fall die ganz erheb­li­chen wert­er­hö­hen­den Ver­än­de­run­gen, die sei­ner­zeit feh­ler­haft nicht berück­sich­tigt wor­den waren, weit­ge­hend „auf­ge­zehrt“. Da die Unter­neh­mens­wer­te durch eine rück­wir­ken­de Anwen­dung des IDW S1 2005 rück­wir­kend rech­ne­risch mas­siv gedrückt wür­den, blie­ben – ähn­lich wie im vor­lie­gen­den Fall – in allen Spruch­ver­fah­ren, die Stich­ta­ge zwi­schen 2001 und 2005 betref­fen, selbst gra­vie­ren­de inhalt­li­che Bewer­tungs­feh­ler und ent­spre­chen­de Ein­wän­de der Min­der­heits­ak­tio­nä­re fak­tisch ohne Rele­vanz und ein Spruch­ver­fah­ren von vorn­her­ein ohne Erfolg. Erfasst wären damit vor allem auch die zahl­rei­chen prak­tisch wich­ti­gen Squee­ze-out-Ver­fah­ren, deren recht­li­che Grund­la­ge im Jahr 2002 geschaf­fen wor­den war. So rech­ne­te man sei­ner­zeit mit min­des­tens 50 „Squee­ze-out-Kan­di­da­ten“ und einer „gro­ßen Attrak­ti­vi­tät des Squee­ze-out-Ver­fah­rens“ [35].

Wenn auch das schüt­zens­wer­te Ver­trau­en im vor­lie­gen­den Fall der rück­wir­ken­den Anwen­dung recht­lich unver­bind­li­cher, aber fak­tisch als Stan­dard aner­kann­ter Bewer­tungs­re­geln Ein­schrän­kun­gen unter­liegt und gerin­ger als etwa bei der rück­wir­ken­den Anwen­dung von Geset­zen ist, stellt eine der­art hohe Redu­zie­rung der Unter­neh­mens­wer­te allein auf­grund einer Metho­dik­än­de­rung aus den genann­ten Grün­den die Geschäfts­grund­la­ge infra­ge. Jeden­falls in Fäl­len wie hier, bei denen bei einer rück­wir­ken­den Anwen­dung des IDW S1 2005 Unter­neh­mens­wer­te sich durch die blo­ße Ände­rung der Bewer­tungs­re­geln struk­tu­rell um 25% – 30% redu­zie­ren, kommt eine Anwen­dung des neu­en Stan­dards nicht in Betracht.

Die IDW S1 2000-Metho­dik war sei­ner­zeit Stand der Bewertungs-„Technik“ und wert­bil­dend [36]. Die Art und Wei­se der Unter­neh­mens­wert­be­rech­nung war wert­be­stim­men­de Geschäfts­grund­la­ge und im Rah­men des Aus­schlus­ses der Min­der­heits­ak­tio­nä­re auch nicht pro­ble­ma­ti­siert wor­den, son­dern von den an der Unter­neh­mens­maß­nah­me Betei­lig­ten, ins­be­son­de­re auch von dem Haupt­ak­tio­när – durch Wirt­schafts­prü­fer bestä­tigt – als aner­kann­ter und rich­ti­ger Bewer­tungs­stan­dard ein­ge­schätzt wor­den.

So wird etwa – je nach Rechts­ge­schäft – in ande­ren Rechts­be­rei­chen eine Stö­rung der Geschäfts­grund­la­ge gemäß § 313 BGB bereits bei einer Abwei­chung von 10% ange­nom­men [37]. Zwar kann auch die Ände­rung einer gefes­tig­ten Recht­spre­chung die Geschäfts­grund­la­ge berüh­ren [38]. Da eine Rück­ab­wick­lung im Fall des Squee­ze-out prak­tisch nicht sinn­voll durch­zu­füh­ren sein wird, blie­be die Fra­ge, wie Anpas­sun­gen erfol­gen soll­ten. Es ist fer­ner zu berück­sich­ti­gen, dass die Geschäfts­grund­la­ge hier „nur“ des­halb ent­fal­len soll, weil neue­re (Rechts)-Erkenntnisse rück­wir­kend gel­ten sol­len, hin­ge­gen an sich typi­scher­wei­se Anpas­sun­gen vor allem des­halb erfol­gen müs­sen, weil sich tat­säch­li­che Umstän­de im Nach­hin­ein geän­dert oder tat­säch­li­che Gege­ben­hei­ten schon bei Ver­trags­schluss uner­kannt nicht vor­ge­le­gen haben [39].

Aber auch der umge­kehr­te Fall, aus der spä­te­ren Ände­rung eines Bewer­tungs­stan­dards und deren rück­wir­ken­der Anwen­dung ergä­be sich nicht eine deut­lich nied­ri­ge­re, son­dern deut­lich höhe­re Abfin­dung, führ­te eben­falls zu einer erheb­li­chen Unsi­cher­heit für den über­neh­men­den Haupt­ak­tio­när. Wären sol­che unter­neh­mens­wert­er­hö­hen­den neue­ren Bewer­tungs­stan­dards rück­wir­kend auf Jah­re zurück­lie­gen­de Stich­ta­ge anzu­wen­den, könn­te dies die Unter­neh­mens­maß­nah­me als sol­che ins­ge­samt infra­ge stel­len. Auch wäre dar­an zu den­ken, ob nicht – ange­sichts der in letz­ten Jah­ren erkenn­ba­ren Ten­denz, Bewer­tungs­stan­dards in kür­ze­ren Abstän­den zu ändern – die betrof­fe­nen Unter­neh­men ver­pflich­tet wären, für sol­che ggfs. rück­wir­kend ein­tre­ten­den und ange­sichts der Dau­er von Spruch­ver­fah­ren kei­nes­wegs fern­lie­gen­den Bewer­tungs­ri­si­ken von vorn­her­ein zusätz­li­che Rück­stel­lun­gen zu bil­den. Dass durch die Ände­rung der Bewer­tungs­re­geln durch­aus Ver­än­de­run­gen von 25% oder 30% mög­lich sind, hat der Wech­sel vom IDW S1 2000 zum IDW S1 2005 gezeigt.

Dar­über hin­aus spre­chen auch grund­sätz­li­che Erwä­gun­gen dage­gen, Bewer­tungs­stan­dards rück­wir­kend anzu­wen­den. So erhöht eine rück­wir­ken­de Anwen­dung eines Bewer­tungs­stan­dards den Anreiz, ein Spruch­ver­fah­ren ein­zu­lei­ten und in die Län­ge zu zie­hen, etwa um im Hin­blick auf nach dem Stich­tag zu erwar­ten­de oder bereits geän­der­te Stan­dards eine höhe­re oder nied­ri­ge­re Abfin­dung zu erstrei­ten. Auch könn­te sich für betei­lig­te Rechts­an­wäl­te aus Regress­grün­den die Not­wen­dig­keit erge­ben, ein Spruch­ver­fah­ren bewusst in die Län­ge zie­hen zu müs­sen, um auf einen für den Man­dan­ten güns­ti­gen Bewer­tungs­stan­dard oder steu­er­li­che Ände­run­gen „zu war­ten“. Bei Ver­fah­rens­dau­ern von teil­wei­se mehr als 10 Jah­ren, sind mög­li­che Ände­run­gen wenn auch nicht in ihrer kon­kre­ten Aus­for­mung, aber doch im Grund­satz abseh­bar, so dass schon zur Ver­mei­dung von Regress­an­sprü­chen an einer schnel­len Been­di­gung nicht immer Inter­es­se bestehen dürf­te. Soll­te ein Bewer­tungs­stan­dard nach­träg­lich nicht zum Vor­teil, son­dern zum Nach­teil des Man­dan­ten geän­dert wer­den, bestün­de für die Betei­lig­ten immer noch die Mög­lich­keit, die Beschwer­de zurück­zu­neh­men. Bei einer nicht unge­wöhn­li­chen Dau­er von Spruch­ver­fah­ren von 5, 10 oder mehr Jah­ren lie­gen sol­che tak­ti­schen Über­le­gun­gen nicht fern.

Fer­ner stell­ten sich haf­tungs­recht­li­che Kon­se­quen­zen für die am Bewer­tungs­stich­tag Agie­ren­den, etwa für die Vor­stän­de, Auf­sichts­rä­te, Rechts­an­wäl­te und Wirt­schafts­prü­fer der betrof­fe­nen Unter­neh­men. Soll­ten sich die­se Anfang 2003 „trotz der offen­sicht­li­chen Unstim­mig­kei­ten des dama­li­gen Stan­dards“ [40] und obwohl nach Auf­fas­sung der Antrags­geg­ne­rin­nen die Kon­se­quen­zen hier­aus leicht ersicht­lich gewe­sen sein sol­len, sei­ner­zeit „kom­men­tar­los“ auf rund 30% über­höh­te Unter­neh­mens­wer­te und eine ent­spre­chend hohe Bar­ab­fin­dung nach § 327b Abs. 1 AktG ein­ge­las­sen und durch den am 09.05.2003 geschlos­se­nen Ver­gleich erneut nicht infra­ge gestellt haben, dürf­te es an einer auch nur ansatz­wei­se sach­ge­rech­ten Aus­ein­an­der­set­zung mit den auf­ge­wor­fe­nen Rechts­fra­gen gefehlt haben. Eine Prü­fung hät­te auch des­halb gera­de nahe gele­gen, weil es sich bei den hier strei­ti­gen „Stan­dards“ ledig­lich um unver­bind­li­che Emp­feh­lun­gen han­del­te, nicht ein­mal eine gesetz­li­che Ver­pflich­tung bestan­den hat­te, die­se Stan­dards zu beach­ten.

Auch kann eine rück­wir­ken­de Anwen­dung eines Bewer­tungs­stan­dards Kon­se­quen­zen für ande­re in Zusam­men­hang mit der Struk­tur­maß­nah­me ste­hen­de Rechts­ge­schäf­te haben. Es fragt sich, ob nicht der­ar­ti­ge Geschäf­te aus den genann­ten Grün­den nach den Grund­sät­zen des Weg­falls der Geschäfts­grund­la­ge oder aus Irr­tums­grün­den anzu­pas­sen wären, wenn die Betei­lig­ten zum Ent­schei­dungs­zeit­punkt von der dama­li­gen, zu deut­lich höhe­ren Unter­neh­mens­wer­ten füh­ren­den Berech­nungs­me­tho­de aus­ge­gan­gen waren, die­ser Stan­dard aber rück­wir­kend dann nicht mehr gel­ten und Unter­neh­men nun im Nach­hin­ein rech­ne­risch bis zu 30% weni­ger wert sein sol­len. Auch kann ggfs. die Boni­tät eines Unter­neh­mens tan­giert sein, wenn rück­wir­kend ein aner­kann­ter Bewer­tungs­stan­dard geän­dert wird.

Eine Rück­wir­kung kommt hier aber auch des­we­gen nicht in Betracht, weil das Tax-CAPM wei­ter­hin umstrit­ten ist, es sich der­zeit noch nicht um eine all­seits aner­kann­te, nicht mehr ernst­lich infra­ge gestell­te Bewer­tungs­me­tho­de han­delt. Die rück­wir­ken­de Anwen­dung des IDW S1 2005 wür­de die Rechts­un­si­cher­heit daher wei­ter ver­stär­ken. So hat sich gezeigt, dass auch der neue Stan­dard mit erheb­li­chen Unsi­cher­hei­ten und Unschär­fen ver­bun­den ist [41]. Es wird zuneh­mend infra­ge gestellt, ob nicht die seit ein­ein­halb Jahr­zehn­ten zuneh­men­de Kom­ple­xi­tät der Unter­neh­mens­be­wer­tung zu radi­ka­len Ver­ein­fa­chun­gen zwin­ge [20].

Emme­rich ver­weist dar­auf, dass etwa der Risi­ko­zu­schlag nicht wie frü­her „ein­fach geschätzt“, son­dern anhand des CAPM „wis­sen­schaft­lich“ ermit­telt wer­de, auf der Basis einer – in Wirk­lich­keit nicht bekann­ten – Markt­ri­si­ko­prä­mie [42]. Das CAPM sei daher „im Grun­de wert­los“ [43]. Dass durch die Ände­rung der Bewer­tungs­sys­te­ma­tik nied­ri­ge­re Unter­neh­mens­wer­te erreicht wer­den soll­ten, wird eben­falls kri­tisch gese­hen [44]. Es bleibt wei­ter­hin dis­kus­si­ons­wür­dig, dass für die Bewer­tung auf einen Aktio­när abge­stellt wird, der sei­ne Akti­en im Pri­vat­ver­mö­gen hält, (frü­her) Kurs­ge­win­ne steu­er­frei ver­ein­nah­men konn­te, wenn tat­säch­lich die Mehr­heit der Akti­en von aus­län­di­schen Inves­to­ren oder inlän­di­schen Unter­neh­men gehal­ten wer­den [45]. So sieht der IDW S1 2008 auch, anders als noch der IDW S1 2000 und IDW S1 2005, nicht mehr einen fes­ten typi­sier­ten Steu­er­satz von 35% vor (IDW S1 2008, Tz. 43; IDW S1 2005 Tz. 53; IDW S1 2000, Tz 51.) [46]. Auch fällt auf, dass die Markt­ri­si­ko­prä­mie seit Jah­ren kon­ti­nu­ier­lich ansteigt und so die Unter­neh­mens­wer­te drückt (aktu­ell 5, 5% – 7% vor Steu­ern [47]).

Das Ober­lan­des­ge­richt Mün­chen sieht, dass mit der Ein­füh­rung der Abgel­tungs­steu­er die Grün­de für die Ein­füh­rung des Tax-CAPM, steu­er­li­che Unter­schie­de ver­schie­de­ner Anla­gen zu berück­sich­ti­gen, inzwi­schen weit­ge­hend wie­der besei­tigt wor­den sei­en [48].

Fer­ner ist zu berück­sich­ti­gen, dass etwa im Hin­blick auf die abzu­schät­zen­den Ertrags­er­war­tun­gen die steu­er­li­chen Annah­men von vorn­her­ein häu­fig nur die kurz­fris­ti­ge steu­er­li­che Ent­wick­lung abbil­den kön­nen. So sind auch in der Ver­gan­gen­heit gera­de im Bereich der Kapi­tal­be­steue­rung regel­mä­ßig im Abstand weni­ger Jah­re Ände­run­gen vor­ge­nom­men wor­den. Die IDW-Stan­dards ver­su­chen, die­se Anpas­sun­gen dann ent­spre­chend nach­zu­zeich­nen, was ein Grund für die mehr­fa­chen Ände­run­gen ist. In der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit sind mit zuneh­men­der Geschwin­dig­keit die IDW-Bewer­tungs­stan­dards geän­dert wor­den [49]. So unter­stellt – heu­te unzu­tref­fend – die Bewer­tung nach IDW S1 2005 z. B. noch, dass steu­er­freie Kurs­ge­win­ne „für die Ewig­keit“ erwirt­schaf­tet wer­den kön­nen. Dies führt im Ergeb­nis zu nied­ri­ge­ren Unter­neh­mens­wer­ten. Inzwi­schen ist die Steu­er­frei­heit von Kurs­ge­win­nen weg­ge­fal­len, so dass heu­te wie­der höhe­re Bar­ab­fin­dungs­be­trä­ge erfor­der­lich wären, um die damals ermit­tel­ten Ren­di­ten erzie­len zu kön­nen.

Der IDW S1 2008 sieht zwar die seit 2009 gel­ten­de Steu­er­pflicht von Kurs­ge­win­nen vor, unter­stellt dann aller­dings – für Min­der­heits­ak­tio­nä­re nach­tei­lig – eine lan­ge Hal­te­dau­er der Antei­le von 40 Jah­ren (!), so dass sich auf­grund des Bar­wert­ef­fekts eine gerin­ge­re Steu­er­be­las­tung für Kurs­ge­win­ne von nur 13, 19% und damit im Ergeb­nis gerin­ge­re Unter­neh­mens­wer­te erge­ben [50]. Ange­sichts der in den letz­ten Jahr­zehn­ten gestie­ge­nen Umschlags­häu­fig­keit von Akti­en erscheint die Annah­me einer „lan­gen Hal­te­dau­er“ von 40 Jah­ren, erst recht bei einem Pri­vat­an­le­ger, wenig rea­li­täts­nah.

Kon­se­quen­ter­wei­se müss­te dann auch im vor­lie­gen­den Fall – bei einer Anwen­dung des aktu­el­len Bewer­tungs­stan­dards und Kennt­nis der steu­er­li­chen Umstän­de – die Unter­neh­mens­wert­be­rech­nung erneut geän­dert wer­den, könn­te jeden­falls nicht mehr aus­schließ­lich anhand des inzwi­schen ver­al­te­ten IDW S1 2005 erfol­gen, weil für die Zukunfts­pro­gno­se – wie heu­te klar ist – von unzu­tref­fen­den steu­er­li­chen Annah­men aus­ge­gan­gen wor­den war [51]. Es wären Kor­rek­tu­ren erfor­der­lich. Stellt man auf den jeweils aktu­el­len Stan­dard und neue­re Erkennt­nis­se ab, wäre dann im Jahr 2014, 11 Jah­re nach dem Bewer­tungs­stich­tag, mög­li­cher­wei­se eine wei­te­re gut­ach­ter­li­che Bewer­tung vor­zu­neh­men. Das Pro­blem wird noch wei­ter dadurch ver­schärft, dass sich die steu­er­li­chen Gege­ben­hei­ten häu­fig mehr­fach schon wäh­rend der Gut­ach­ten­er­stel­lung und des lau­fen­den Spruch­ver­fah­rens, ggfs. über meh­re­re Instan­zen, ändern. Ange­sichts einer durch­aus nicht unge­wöhn­li­chen Dau­er von Spruch­ver­fah­ren, ins­be­son­de­re auf­grund der Dau­er der gut­ach­ter­li­chen Bewer­tung, von einem Jahr­zehnt und mehr, wäre ein effek­ti­ver Rechts­schutz nicht immer gewähr­leis­tet.

Soweit eini­ge Auf­fas­sun­gen, die den IDW S1 2005 rück­wir­kend anwen­den, auf eine rück­wir­ken­de Anwen­dung dann ver­zich­ten wol­len, wenn dies zu „unan­ge­mes­se­nen Ergeb­nis­sen“ füh­re [52], über­zeugt dies das Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf nicht. Die sich aus der unter­schied­li­chen Bewer­tungs­me­tho­dik erge­ben­den Kon­se­quen­zen und hier­durch ange­leg­ten Unter­neh­mens­wert­än­de­run­gen sind sys­tem­be­dingt so gra­vie­rend, dass eine rück­wir­ken­de Anwen­dung nicht in Betracht kommt.

Auch die Ent­schei­dung des Ober­lan­des­ge­richts Frank­furt vom 28.03.2014 [53] löst nicht die auf­ge­wor­fe­nen Pro­ble­me. Das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt hat sei­ne bis­he­ri­ge Auf­fas­sung auf­ge­ge­ben, wonach stets auf den am Stich­tag gel­ten­den Bewer­tungs­stan­dard abzu­stel­len sei. Zwar sei grund­sätz­lich der am Bewer­tungs­stich­tag gel­ten­de Stan­dard maß­geb­lich. Ein neue­rer Bewer­tungs­an­satz sei aber zugrun­de­ge­le­gen, wenn in Wis­sen­schaft und Pra­xis ein weit­ge­hend aner­kann­ter „ech­ter Erkennt­nis­fort­schritt“ bestehe, die Fra­ge der Anwen­dung der neu­en Metho­de für das Ergeb­nis der Bewer­tung von spür­ba­rer Bedeu­tung und das Gericht von der Über­le­gen­heit des geän­der­ten Ansat­zes über­zeugt sei [54]. Der Wech­sel vom IDW S1 2000 zum IDW S1 2005 stel­le einen Para­dig­men­wech­sel dar, der mit einem ech­ten Erkennt­nis­fort­schritt ver­bun­den sei, der eine rück­wir­ken­de Anwen­dung recht­fer­ti­ge [55].

Das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt will etwai­gen Rest­zwei­feln und dem Gebot der Rechts- und Pla­nungs­si­cher­heit der Betei­lig­ten dadurch Rech­nung tra­gen, dass die neu­en Erkennt­nis­se „zurück­hal­tend“ ange­wen­det wer­den [56]. So hat das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt „ver­blei­ben­den Rest­zwei­fel sowie dem Aspekt der Rechts­si­cher­heit“ dadurch Rech­nung tra­gen wol­len, dass es den neu­en Stan­dard „behut­sam“ berück­sich­ti­ge und im Sin­ne einer „scho­nen­den Anwen­dung“ nur eine deut­lich gerin­ge­re Markt­ri­si­ko­prä­mie als an sich nach IDW S1 2005 vor­ge­se­hen anset­ze, anstel­le einer Markt­ri­si­ko­prä­mie von 5, 5% nur 4, 5% [57]. Außer­dem hat das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt einen ten­den­zi­ell eher hohen Wachs­tums­ab­schlag in Höhe von 1, 83% ange­nom­men [58] und hier­aus einen Kapi­ta­li­sie­rungs­zins­satz nach Steu­ern von 4, 2% für die Zeit der ewi­gen Ren­te ermit­telt [59]. Die­se Effek­te füh­ren zu einem deut­lich erhöh­ten Unter­neh­mens­wert, der – soweit ersicht­lich – in der Grö­ßen­ord­nung liegt, wie er sich auch nach einer Berech­nung des am Bewer­tungs­stich­tag gel­ten­den IDW S1 2000 hät­te erge­ben kön­nen. So hat­te das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt einen Unter­neh­mens­wert nach IDW S1 2005 in Höhe von 4, 926 Mil­li­ar­den € ermit­telt. Die­sen Wert hat das Gericht dann anhand ver­schie­de­ner Bewer­tungs­me­tho­den und – soweit ersicht­lich auch anhand des IDW S1 2000 – plau­si­bi­li­siert und einen Unter­neh­mens­wert von „etwa 5 Mil­li­ar­den €“ berech­net [60].

Im Ergeb­nis hat das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt damit einen Unter­neh­mens­wert ermit­telt, der nicht erheb­lich von dem nach IDW S1 2000 berech­ne­ten Wert abweicht. Die an sich nicht dem IDW S1 2005 ent­spre­chen­den vor­ge­nom­me­nen Modi­fi­ka­tio­nen, ins­be­son­de­re die Redu­zie­rung des Kapi­ta­li­sie­rungs­zins­sat­zes, waren im Ergeb­nis so erheb­lich, dass sich der beab­sich­tig­te „Erkennt­nis­fort­schritt“ durch den neu­en Stan­dard nicht aus­ge­wirkt hat. Das Ober­lan­des­ge­richt hält es jedoch erst recht für wenig über­zeu­gend, einen neue­ren Stan­dard mit erheb­li­chen Ver­än­de­run­gen, hier im Sin­ne einer „scho­nen­den Anwen­dung“ und im Ergeb­nis dem IDW S1 2005 wider­spre­chen­den Aus­le­gung, anzu­wen­den, wenn sich schon nach dem am Bewer­tungs­stich­tag gel­ten­den Stan­dard ein ähn­lich hoher Unter­neh­mens­wert ergibt. So wirkt sich die an sich nicht vom IDW S1 2005 vor­ge­se­he­ne Redu­zie­rung der Markt­ri­si­ko­prä­mie von 5, 5% auf 4, 5% der­art gra­vie­rend unter­neh­mens­wert­er­hö­hend aus, dass sich dann fak­tisch um 25% – 30% höhe­re Unter­neh­mens­wer­te, wie sie nach dem IDW S1 2000 ermit­telt wor­den wären, erge­ben. Eine der­ar­ti­ge Hand­ha­bung ver­grö­ßert im Übri­gen die Rechts­un­si­cher­heit noch mehr, weil dann auch noch über die Modi­fi­ka­tio­nen des rück­wir­kend anzu­wen­den­den Bewer­tungs­stan­dards gestrit­ten wird. Inso­weit ist bemer­kens­wert, dass im dor­ti­gen Ver­fah­ren der – in der Grö­ßen­ord­nung des IDW S1 2000-Stan­dards lie­gen­de – Unter­neh­mens­wert auch einer ver­glei­chen­den Markt­be­wer­tung durch den Sach­ver­stän­di­gen stand­ge­hal­ten hat [61], sich also der auch nach dem IDW S1 2000 erge­ben­de Wert kei­nes­wegs als lebens­fremd oder unrea­lis­tisch her­aus­ge­stellt hat.

Hier schei­det auch eine Berech­nung des Unter­neh­mens­wer­tes auf der Basis einer von dem gericht­lich bestell­ten Sach­ver­stän­di­gen alter­na­tiv erstell­ten Vor­steu­er­be­trach­tung aus.

Die Nach­steu­er­be­trach­tung war sowohl nach dem IDW S1 2000 als auch nach dem IDW S1 2005 ganz über­wie­gend zutref­fend aner­kannt [62].

Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf, Beschluss vom 28. August 2014 – I ‑26 W 9/​12 (AktE)

  1. vgl. OLG Stutt­gart, Beschluss vom 05.06.2013 – 20 W 6/​10, AG 2013, 724, Rdnr. 144, m. w. Nachw.; OLG Stutt­gart, Beschluss vom 05.11.2013 – 20 W 4/​12; OLG Stutt­gart, Beschluss vom 19.01.2011 – 20 W 2/​07, AG 2011, 420; OLG Stutt­gart, Beschluss vom 17.10.2011 – 20 W 7/​11, ZIP 2012, 133[]
  2. vgl. Stilz in Fest­schrift Mai­län­der, 2006, S. 423, 436; OLG Stutt­gart, Beschluss vom 05.06.2013 – 20 W 6/​10, AG 2013, 724, m. w. Nachw.[]
  3. vgl. OLG Frank­furt, Beschluss vom 28.03.2014 – 21 W 15/​11, S. 31; Mai­er, FB 2002, 73[]
  4. Wagner/​Jonas/​Ballwieser/​Tschöpel, WPg 2006, 1005; Wagner/​Jonas/​Ballwieser/​Tschöpel, WPg 2004, 889; vgl. zum CAPM und Tax-CAPM: Dörschell/​Franken/​Schulte, Der Kapi­ta­li­sie­rungs­zins­satz in der Unter­neh­mens­be­wer­tung, 2. Auf­la­ge, S.19 ff.[]
  5. Dörschell/​Franken/​Schulte, Der Kapi­ta­li­sie­rungs­zins­satz in der Unter­neh­mens­be­wer­tung, 2. Auf­la­ge, S. 28 ff., 31 ff.[]
  6. vgl. Groß­feld, Unter­neh­mens­be­wer­tung, 7. Auf­la­ge, Rdnr.199 ff., 215 ff.; Wagner/​Jonas/​Ballwieser/​Tschöpel, WP 2004, 889; Bun­gert, WPg 2008, 811; Peemöller/​Beckmann/​Meitner, BB 2005, 90; Mai­er, FB 2002, 73; Schmid­bau­er, BB 2002, 1251; Schwetz­ler, FB 2008, 30; Wasmann/​Gayk, BB 2005, 955; Wie­se, WPg 2005, 617; Dörschell/​Franken, DB 2005, 2257[]
  7. Auge-Dick­hu­t/­Mo­ser/­Wid­mann, FB 2000, 362; Widmann/​Schieszl/​Jeromin, FB 2003, 800; Ball­wie­ser, WPg 2002, 736; Hötzel/​Beckmann, WPg 2000, 696; Lai­ten­ber­ger, FB 2000, 546K; Löhr, BB 2001, 351; Mai­er, FB 2002, 73; Roos/​Rebien, FB 2001, 176; Schmid­bau­er, FB 2002, 209; Schmid­bau­er, BB 2002, 1251[]
  8. OLG Karls­ru­he, Beschluss vom 30.04.2013 – 12 W 5/​12, AG 2013, 765; OLG Frank­furt, Beschluss vom 28.03.2014 – 21 W 15/​11 (Bewer­tungs­stich­tag 08.06.2004); OLG Stutt­gart, Beschluss vom 03.04.2012 – 20 W 6/​09, AG 2012, 839 (Bewer­tungs­stich­tag 13.12.2004); OLG Stutt­gart, Beschluss vom 04.05.2011 – 20 W 11/​08, AG 2011, 560 (Bewer­tungs­stich­tag 26.06.2007); OLG Stutt­gart, Beschluss vom 19.01.2011 – 20 W 3/​09, AG 2011, 205, im Unter­neh­mens­wert­gut­ach­ten war aber bereits der neue­re Tax-CAPM ange­wen­det wor­den; OLG Stutt­gart, Beschluss vom 19.01.2011 – 20 W 2/​07, AG 2011, 420, im Unter­neh­mens­wert­gut­ach­ten war IDW S1 2000, in der Ent­schei­dung war IDW S1 2005 ange­wen­det wor­den, nach­dem das Unter­neh­men erst­in­stanz­lich eine IDW S1 2005-Bewer­tung vor­legt und daher in der Beschwer­de­instanz kei­ne Ver­zö­ge­rung ein­ge­tre­ten war; OLG Stutt­gart, Beschluss vom 16.02.2007 – 20 W 6/​06, AG 2007, 209, offen gelas­sen; OLG Karls­ru­he, Beschluss vom 15.11.2012 – 12 W 66/​06, AG 2013, 353, offen gelas­sen; OLG Cel­le, Beschluss vom 19.04.2007, – 9 W 53/​06, AG 2007, 865: ten­die­rend zu einer rück­wir­ken­den Anwen­dung, Fra­ge war aller­dings nicht ent­schei­dungs­er­heb­lich; Veil in Spindler/​Stilz, AktG, 2. Auf­la­ge, § 305, Rdnr. 80; Lenz, WPg 2006, 1160; Schwetz­ler, FB 2008, 30; vgl. zur Anwen­dung des neu­en Stan­dards, wenn die­ser nur im Ent­wurf vor­liegt: LG Stutt­gart, Beschluss vom 05.11.2012 – 30 O 55/​08, NZG 2013, 342 (zu IDW S1 2008); Wasmann/​Gayk, BB 2005, 955[]
  9. OLG Stutt­gart, Beschluss vom 16.02.2007 – 20 W 6/​06, AG 2007, 209; OLG Karls­ru­he, Beschluss vom 30.04.2013 – 12 W 5/​12, AG 2013, 765; vgl. zu Äqui­va­lenzaspek­ten: Dörschell/​Franken/​Schulte, Der Kapi­ta­li­sie­rungs­zins­satz in der Unter­neh­mens­be­wer­tung, 2. Auf­la­ge, S. 11[]
  10. vgl. OLG Stutt­gart, Beschluss vom 03.04.2012 – 20 W 6/​09, AG 2012, 839[]
  11. OLG Karls­ru­he, Beschluss vom 30.04.2013 – 12 W 5/​12, AG 2013, 765; OLG Stutt­gart, Beschluss vom 05.06.2013 – 20 W 6/​10, AG 2013, 724; OLG Stutt­gart, Beschluss vom 03.04.2012 – 20 W 6/​09, AG 2012, 839[]
  12. OLG Stutt­gart, Beschluss vom 03.04.2012 – 20 W 6/​09, AG 2012, 839[]
  13. OLG Stutt­gart, Beschluss vom 03.04.2012 – 20 W 6/​09, AG 2012, 839; OLG Stutt­gart, Beschluss vom 04.05.2011 – 20 W 11/​08, AG 2011, 560; OLG Stutt­gart, Beschluss vom 07.06.2011 – 20 W 2/​11[]
  14. OLG Düs­sel­dorf, Beschlüs­se vom 21.12.2011 – I‑26 W 2/​11 (AktE), I‑26 W 3/​11 (AktE), AG 2012, 459; OLG Düs­sel­dorf, Beschluss vom 27.05.2009 – I‑26 W 5/​07 AktE, WM 2009, 2220; OLG Mün­chen, Beschluss vom 14.07.2009 – 31 Wx 121/​06, WM 2009, 1848 (Bewer­tungs­stich­tag 14.11.2002); OLG Mün­chen, Beschluss vom 02.04.2008 – 31 Wx 85/​06, OLGR Mün­chen 2008, 446; OLG Mün­chen, Beschluss vom 31.03.2008 – 31 Wx 88/​06, OLGR Mün­chen 2008, 450 (Bewer­tungs­stich­tag 30.10.2002); OLG Mün­chen, Beschluss vom 30.11.2006 – 31 Wx 59/​06, AG 2007, 411; bis 2014 auch OLG Frank­furt, Beschluss vom 17.06.2010 – 5 W 39/​09, AG 2011, 717 (Bewer­tungs­stich­tag: 19.11.2002); OLG Frank­furt, Beschluss vom 15.02.2010 – 5 W 52/​09, Der Kon­zern 2011, 179 (Bewer­tungs­stich­tag 20.12.2000); OLG Frank­furt, Beschluss vom 09.02.2010 – 5 W 38/​09 (Bewer­tungs­stich­tag: 17.06.2002); OLG Frank­furt, Beschluss vom 26.08.2009 – 5 W 35/​09 (Bewer­tungs­stich­tag 12.06.2002) []
  15. OLG Mün­chen, Beschluss vom 30.11.2006 – 31 Wx 59/​06, 32 Wx 059/​06, AG 2007, 411[]
  16. OLG Frank­furt, Beschluss vom 156.02.2010 – 5 W 52/​09, AG 2010, 798[]
  17. OLG Mün­chen, Beschluss vom 14.07.2009 – 31 Wx 121/​06, WM 2009, 1848; OLG Mün­chen, Beschluss vom 02.04.2008 – 31 Wx 85/​06, OLGR Mün­chen 2008, 446; OLG Mün­chen, Beschluss vom 31.03.2008 – 31 Wx 88/​06, OLGR Mün­chen 2008, 450[]
  18. vgl. OLG Düs­sel­dorf, Beschluss vom 20.09.2006 – I‑26 W 8/​06 (AktE); Münch­Komm-Akt­G/­Paul­sen, 3. Auf­la­ge, § 305 AktG, Rdnr. 94[]
  19. Münch­Komm-Akt­G/­Paul­sen, 3. Auf­la­ge, § 305 AktG, Rdnr. 94[]
  20. Emme­rich in Emmerich/​Habersack, Akti­en- und GmbH-Kon­zern­recht, 7. Auf­la­ge, § 305, Rdnr. 64[][]
  21. vgl. zu den Dif­fe­ren­zen des Unter­neh­mens­werts von bis zu 30%: Münch­Komm-Akt­G/­Paul­sen, 3. Auf­la­ge, § 305, Rdnr. 92; Groß­feld, Unter­neh­mens­be­wer­tung, 7. Auf­la­ge, Rdnr. 745; OLG Düs­sel­dorf, Beschluss vom 20.09.2006 – I‑26 W 8/​06 AktE; OLG Frank­furt, Beschluss vom 02.05.2011 – 21 W 3/​11; vgl. die Berech­nung in OLG Frank­furt, Beschluss vom 15.02.2010 – 5 W 52/​09, AG 2010, 798, Rdnr. 40[]
  22. BVerfG, Beschluss vom 30.05.2007 – 1 BvR 1267/​06, 1 BvR 1280/​06, AG 2007, 697[]
  23. BGH, Beschluss vom 21.07.2003 – II ZB 17/​01, AG 2003, 627[]
  24. Groß­feld, Unter­neh­mens­be­wer­tung, 7. Auf­la­ge, Rdnr. 903 ff.[]
  25. Groß­feld, Unter­neh­mens­be­wer­tung, 7. Auf­la­ge, Rdnr. 906[][]
  26. vgl. Auge-Dick­hu­t/­Mo­ser/­Wid­mann, FB 2000, 362; Widmann/​Schieszl/​Jeromin, FB 2003, 800; Ball­wie­ser, WPg 2002, 736; Hötzel/​Beckmann, WPg 2000, 696; Lai­ten­ber­ger, FB 2000, 546K; Löhr, BB 2001, 351; Mai­er, FB 2002, 73; Roos/​Rebien, FB 2001, 176; Schmid­bau­er, FB 2002, 209; Schmid­bau­er, BB 2002, 1251[]
  27. Ball­wie­ser, WPg 2002, 736; Lai­ten­ber­ger, FB 2000, 546; Löff­ler, FB 2001, 593; Schmid­bau­er BB 2002, 209; Schmid­bau­er, BB 2002, 1251[]
  28. Auge/​Dickhut/​Moser/​Widmann, FB 2000, 362; ähn­lich: Hötzel/​Beckmann, WPg 2000, 696[]
  29. Mai­er, FB 2002, 73[]
  30. Roos/​Rebien, FB 2001, 176[]
  31. Wagner/​Jonas/​Ballwieser/​Tschöpel, WPg 2004, 889[]
  32. vgl. auch: OLG Frank­furt, Beschluss vom 15.02.2010 – 5 W 52/​09, AG 2010, 798[]
  33. vgl. zu den Aus­wir­kun­gen nied­ri­ge­rer Unter­neh­mens­wer­te bei einer Voll­aus­schüt­tung: Wagner/​Jonas/​Ballwieser/​Tschöpel, WPg 2004, 889, 894[]
  34. vgl. die Unter­su­chung bei Hachmeister/​Kühnle/​Lampenius, WPg 2009, 1234: In den 20 unter­such­ten Ver­fah­ren ist die Abfin­dung in drei Fäl­len zwi­schen 40%-50%, in zwei Fäl­len zwi­schen 30%-40% und in allen ande­ren Fäl­len in einem gerin­ge­ren Umfang erhöht wor­den[]
  35. Ange­rer, BKR 2002, 260, Krie­ger, BB 2002, 53 unter Hin­weis auf die Bör­sen-Zei­tung Nr. 129 vom 07.07.2001, S. 10[]
  36. so OLG Frank­furt, Beschluss vom 15.02.2010 – 5 W 52/​09, AG 2010, 798, Rdnr. 54 m. w. Nachw.[]
  37. vgl. Münch­Komm-BGB/­Fin­ken­au­er, 6. Auf­la­ge, § 313, Rdnr. 58, 230 ff.; vgl. zur wesent­li­chen Ände­rung der Besteue­rungs­si­tua­ti­on: Ste­phan in Schmidt/​Lutter, AktG, 2. Auf­la­ge, § 305, Rdnr. 147 ff.[]
  38. vgl. Münch­Komm-BGB/­Fin­ken­au­er, 6. Auf­la­ge, § 313, Rdnr. 237[]
  39. vgl. etwa zur Anpas­sung nach den Grund­sät­zen der Geschäfts­grund­la­ge bei einem nach Aus­ga­be von Genuss­schei­nen geschlos­se­nen Beherr­schungs- und Gewinn­ab­füh­rungs­ver­trag: BGH, Beschluss vom 28.05.2013 – II ZR 67/​12, BGHZ 197, 284[]
  40. vgl. im Jahr 2008: Ball­wie­ser, WPg 2008, 811, 814[]
  41. vgl. zu den Unsi­cher­hei­ten des CAPM-Modells: OLG Frank­furt, Beschluss vom 17.06.2010 – 5 W 39/​09, AG 2011, 717; OLG Frank­furt, Beschluss vom 15.02.2010 – 5 W 52/​09, AG 2010, 798 m. w. Nachw.; Dörschell/​Franken/​Schulte, Der Kapi­ta­li­sie­rungs­zins­satz in der Unter­neh­mens­be­wer­tung, 2. Auf­la­ge, S. 25 ff.; Groß­feld, Unter­neh­mens­be­wer­tung, 7. Auf­la­ge, Rdnr. 742 ff., 758 ff., 1016 ff.[]
  42. Emme­rich in Emmerich/​Habersack, Akti­en- und GmbH-Kon­zern­recht, 7. Auf­la­ge, § 305, Rdnr. 69[]
  43. Emme­rich in Emmerich/​Habersack, Akti­en- und GmbH-Kon­zern­recht, 7. Auf­la­ge, § 305, Rdnr. 69b[]
  44. Groß­feld, Unter­neh­mens­be­wer­tung, 7. Auf­la­ge, Rdnr. 743[]
  45. vgl. Emme­rich in Emmerich/​Habersack, Akti­en- und GmbH-Kon­zern­recht, 7. Auf­la­ge, § 305, Rdnr. 63 f.; Meili­cke, Diss.2013, S. 165 ff.; OLG Stutt­gart, Beschluss vom 04.05.2011 – 20 W 11/​08, AG 2011, 560[]
  46. Meili­cke, Diss.2013, S.201[]
  47. vgl. Riegger/​Gayk in Köl­ner Kom­men­tar, SpruchG, 3. Auf­la­ge, Anh. zu § 11, Rdnr. 34[]
  48. OLG Mün­chen, Beschluss vom 02.04.2008 – 31 Wx 85/​06, OLGR 2008, 446[]
  49. vgl. Groß­feld, Unter­neh­mens­be­wer­tung, 7. Auf­la­ge, Rdnr.203[]
  50. vgl. Dörschell/​Franken/​Schulte, Der Kapi­ta­li­sie­rungs­zins­satz in der Unter­neh­mens­be­wer­tung, 2. Auf­la­ge, S. 35, 126[]
  51. vgl. auch OLG Frank­furt, Beschluss vom 26.08.2009 – 5 W 35/​09[]
  52. OLG Stutt­gart, Beschluss vom 03.04.2012 – 20 W 6/​09, AG 2012, 839; OLG Stutt­gart, Beschluss vom 04.05.2011 – 20 W 11/​08, AG 2011, 560[]
  53. OLG Frank­furt a.M., Beschluss vom 28.03.2014 – 21 W 15/​11[]
  54. OLG Frank­furt, a.a.O., S. 18, 27[]
  55. OLG Frank­furt, a.a.O., S. 27, 28, 31[]
  56. OLG Frank­furt, a.a.O., S. 18[]
  57. OLG Frank­furt, a.a.O., S. 42, 69[]
  58. OLG Frank­furt, a.a.O., S. 72 ff.[]
  59. OLG Frank­furt, a.a.O., S. 78[]
  60. OLG Frank­furt, a.a.O., S. 81, 82, 42[]
  61. OLG Frank­furt, a.a.O., S. 80 f.[]
  62. vgl. OLG Stutt­gart, Beschluss vom 05.06.2013 – 20 W 6/​10, AG 2013, 724, Rdnr. 182 f 44 ff. m. zahl­rei­chen Nachw.; LG Stutt­gart, Beschluss vom 05.11.2012 – 30 O 55/​08, NZG 2013, 342; Ste­phan in Schmidt/​Lutter, AktG, 2. Auf­la­ge, § 305, Rdnr. 92 ff.[]