Unter­neh­mens­kauf vom Insol­venz­ver­wal­ter

Der Kauf eines insol­ven­ten Unter­neh­mens vom Insol­venz­ver­wal­ter ist oft­mals ein idea­ler Schritt in die Selbst­stän­dig­keit. Was aber ist, wenn das gekauf­te Unter­neh­men doch nicht hält, was sich der Käu­fer hier­von ver­spro­chen hat?

Unter­neh­mens­kauf vom Insol­venz­ver­wal­ter

Hier ver­tritt der das Ober­lan­des­ge­richt Cel­le in einem jetzt ver­öf­fent­lich­ten Urteil einen kla­ren Stand­punkt: Ent­schließt sich ein Erwer­ber zum Unter­neh­mens­kauf von einem Insol­venz­ver­wal­ter, so schließt er einen Kauf­ver­trag über Gegen­stän­de, an deren Ertrags­kraft regel­mä­ßig von vorn­her­ein erheb­li­che Zwei­fel bestehen. Ent­schließt sich der Erwer­ber den­noch dazu, von einer posi­ti­ven Ein­schät­zung der Ertrags­kraft aus­zu­ge­hen, die in einem nen­nens­wer­ten Kauf­preis ihren Aus­druck fin­det, so fällt die­se Ent­schei­dung regel­mä­ßig allein in sei­nen Risi­ko­be­reich, es sei denn, der ver­äu­ßern­de Insol­venz­ver­wal­ter hät­te etwa Beden­ken eines bran­chen­frem­den Erwerbs­in­ter­es­sen­ten zer­streut.

Ein­mal mehr gilt also: Augen auf beim Unter­neh­mens­kauf! Auch wenn der Insol­venz­ver­wal­ter viel­leicht zur Eile drängt, soll­te das Unter­neh­mer genau über­prüft und auch sei­ne Markt­stel­lung genau unter­sucht wer­den.

(OLG Cel­le, Urteil vom 15.07.2004 – 11 U 274/​03)