Unter­neh­mens­stif­tung

Für einen Unter­neh­mer kann es von Vor­teil sein eine Stif­tung zu grün­den. Gera­de wenn die Nach­fol­ge­fra­ge gere­gelt wer­den soll, bie­tet die Stif­tung eine gute Alter­na­ti­ve. Kein Unter­neh­mer möch­te sei­ne Fir­ma bei einer unge­re­gel­ten Nach­fol­ge unter­ge­hen sehen. Denn oft stellt das Unter­neh­men auch das Lebens­werk eines Men­schen dar. In der heu­ti­gen Zeit ist es mit gro­ßen Schwie­rig­kei­ten ver­bun­den, für ein Unter­neh­men einen geeig­ne­ten Nach­fol­ger zu fin­den. Durch die Errich­tung einer Stif­tung ist die­ses Pro­blem gelöst. Das Lebens­werk bzw. das Ver­mö­gen bleibt erhal­ten. Kei­ner kann auf das Stif­tungs­ver­mö­gen zugrei­fen und das Unter­neh­men bleibt bestehen. Genau­so wenig kann es zu einer Zer­schla­gung des Unter­neh­mens durch die Erben kom­men. Im Gegen­teil: Wird die Stif­tung noch zu Leb­zei­ten errich­tet, ist der Mar­ke­ting-Effekt nicht zu unter­schät­zen! Bekannt­heits­grad und posi­ti­ve Reso­nanz gegen­über dem Unter­neh­men stei­gen enorm.

Unter­neh­mens­stif­tung

Ist der Ent­schluss zur Errich­tung einer Stif­tung gefal­len, kom­men aber noch eini­ge Schwie­rig­kei­ten auf den zukünf­ti­gen Stif­ter zu: Denn die „Stif­tung” schlecht­hin gibt es nicht. Möch­te der Stif­ter nur die Unter­neh­mens­nach­fol­ge sichern, ist eine Unter­neh­mens­trä­ger­stif­tung die bes­te Lösung; liegt ihm die Ver­sor­gung der Fami­lie mehr am Her­zen, wird es eine Fami­li­en­stif­tung; soll bei­des gere­gelt wer­den, kommt eine Dop­pel­stif­tung in Fra­ge. Nicht zuletzt gibt es noch die Mög­lich­keit einer gemein­nüt­zi­gen Stif­tung, die eben gemein­nüt­zi­ge Zwe­cke ver­folgt, und damit auch das Anse­hen des Stif­ters und des Unter­neh­mens stei­gert.

Die Fra­ge der Stif­tung ist so kom­plex, dass die Hil­fe von kom­pe­ten­ter Sei­te durch­aus sinn­voll ist. So kann man sich z.B. bei einem Rechts­an­walt sei­ner Wahl die nöti­ge Unter­stüt­zung suchen. Es gibt in jedem Land ande­re Vor­schrif­ten, die bei der Errich­tung einer Stif­tung zu beach­ten sind. In der Bun­des­re­pu­blik gibt es für Stif­tun­gen in jedem Bun­des­land ande­re Bedin­gun­gen. Sowohl das Stif­tungs­recht des Bun­des als auch das der Län­der sind zu beach­ten. Daher soll­te man sich durch einen Rechts­an­walt bera­ten las­sen, der sich mit den jewei­li­gen Geset­zes­vor­schif­ten aus­kennt. Nicht zu ver­ges­sen ist auch die steu­er­recht­li­che Sei­te einer Stif­tung. So sind die steu­er­li­chen Abzugs­mög­lich­kei­ten für Zuwen­dun­gen an gemein­nüt­zi­ge Stif­tun­gen durch das im Jahr 2000 in Kraft getre­te­ne Gesetz zur wei­te­ren steu­er­li­chen För­de­rung von Stif­tun­gen ver­grö­ßert wor­den.

In Öster­reich ist es mög­lich, dass eine Stif­tung einem rein pri­vat­recht­li­chen Zweck dient. Um die Hür­de des Pri­vat­stif­tungs­ge­set­zes – PSG – von 1993 zu über­sprin­gen, ist eine kom­pe­ten­te Bera­tung bei einem Rechts­an­walt auch hier sinn­voll. Die Stif­tungs­ur­kun­de kann dort nach indi­vi­du­el­len Vor­ga­ben auch auf­ge­setzt wer­den.

Das Stif­tungs­recht der Schweiz wird welt­weit als eines der libe­rals­ten bezeich­net. Hier gibt es die eigent­li­che Unter­neh­mens­stif­tung nicht, viel­mehr han­delt es sich immer um eine Stif­tung, die mit einem oder meh­re­ren Unter­neh­men in Ver­bin­dung steht. Die recht­li­che Art der Stif­tung spielt nur eine unter­ge­ord­ne­te Rol­le.