Ver­jäh­rung des Erstat­tungs­an­spruchs beim Eigen­ka­pi­ta­ler­satz

Der Anspruch auf Erstat­tung des Wer­tes einer Gesell­schaf­ter­si­cher­heit nach den soge­nann­ten Recht­spre­chungs­re­geln ver­jährt gemäß § 31 Abs. 5 GmbHG in fünf Jah­ren. Auf die­sen Anspruch ist § 146 InsO auch dann nicht anwend­bar, wenn zugleich der Tat­be­stand des § 32b GmbHG aF erfüllt ist.

Ver­jäh­rung des Erstat­tungs­an­spruchs beim Eigen­ka­pi­ta­ler­satz

Dabei kann im ent­schie­de­nen Fall offen blei­ben, ob die für den Anspruch aus § 32b GmbHG gel­ten­de zwei­jäh­ri­ge Ver­jäh­rungs­frist gemäß § 146 Abs. 1 InsO in der bis zum 14. Dezem­ber 2004 anzu­wen­den­den Fas­sung i.V.m. § 32b Abs. 1 Satz 1 Halb­satz 2 GmbHG aF abge­lau­fen ist 1. Denn jeden­falls der par­al­le­le Anspruch nach den so genann­ten Recht­spre­chungs­re­geln ver­jährt in ent­spre­chen­der Anwen­dung des § 31 Abs. 5 GmbHG in fünf Jah­ren. Inso­weit fin­det § 146 InsO kei­ne Anwen­dung 2.

Die fünf­jäh­ri­ge Ver­jäh­rungs­frist hat im ent­schie­de­nen Fall erst mit dem Frei­wer­den des Grund­stücks der Beklag­ten auf­grund der Ver­wer­tung der Gesell­schafts­si­cher­hei­ten in der Zeit ab Eröff­nung des Insol­venz­ver­fah­rens am 1. April 2004 begon­nen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 31. Mai 2011 – II ZR 106/​10

  1. für einen Ver­jäh­rungs­be­ginn erst nach Insol­venz­eröff­nung bei – wie hier – Ver­wer­tung der Gesell­schafts­si­cher­hei­ten erst wäh­rend des Insol­venz­ver­fah­rens: von Ger­kan, Fest­schrift Ulmer, 2003, S. 1293, 1301 f.[]
  2. Scholz/​K. Schmidt, GmbHG, 10. Aufl., §§ 32a, 32b Rn. 84; Alt­mep­pen in Roth/​Altmeppen, GmbHG, 6. Aufl. § 32b aF Rn. 5 f.; eben­so für die Anfech­tungs­frist des § 41 Abs. 1 KO: BGH, Urteil vom 20.09.1993 – II ZR 151/​92, BGHZ 123, 289, 294; Beschluss vom 20.12.1993 – II ZR 94/​93, ZIP 1994, 31[]