Ver­jäh­rung von Ansprü­chen gegen den aus­ge­schie­de­nen Gesell­schaf­ter

Der Anspruch der Gesell­schaft gegen den aus­ge­schie­de­nen Gesell­schaf­ter aus § 739 BGB ver­jährt nach § 195 BGB [1].

Ver­jäh­rung von Ansprü­chen gegen den aus­ge­schie­de­nen Gesell­schaf­ter

Für Ansprü­che nach § 739 BGB galt die drei­ßig­jäh­ri­ge Ver­jäh­rungs­frist des § 195 BGB a.F. und damit greift hier nun­mehr – gemäß Art. 229 § 6 Abs. 1 Satz 1, Abs. 4 Satz 1 EGBGB – die kennt­nis­ab­hän­gi­ge drei­jäh­ri­ge Ver­jäh­rungs­frist nach § 195 BGB n.F. ein [2]. Die Ver­jäh­rungs­frist begann hier frü­hes­tens am 1. Janu­ar 2002 zu lau­fen und ende­te frü­hes­tens am 31. Dezem­ber 2004. Der Pro­zess­kos­ten­hil­fe­an­trag des Klä­gers wur­de bereits am 27. Juli 2004 ein­ge­reicht und die Kla­ge nach Bewil­li­gung der Pro­zess­kos­ten­hil­fe am 11. Novem­ber 2004 und damit in unver­jähr­ter Zeit zuge­stellt.

Eine ent­spre­chen­de Anwen­dung der §§ 159, 160 HGB auf den Anspruch aus § 739 BGB kommt nicht in Betracht [3]. Ein zeit­li­cher Gleich­lauf von Innen- und Außen­haf­tung ist gesetz­lich nicht vor­ge­se­hen und wegen der Unter­schied­lich­keit ihrer Zusam­men­set­zung und Her­lei­tung auch nicht gebo­ten. Die Innen­haf­tung aus § 739 BGB beruht nicht, jeden­falls nicht zwin­gend auf einer Unter­de­ckung wegen bestehen­der, durch das Gesell­schafts­ver­mö­gen nicht gedeck­ter Gesell­schafts­schul­den, für die der Aus­ge­schie­de­ne gegen­über den Gesell­schafts­gläu­bi­gern per­sön­lich haf­tet. Sie besteht z.B. eben­so im Fal­le einer schul­den­frei­en Gesell­schaft, wenn der aus­ge­schie­de­ne Gesell­schaf­ter Über­ent­nah­men getä­tigt hat, die er nach § 739 BGB erstat­ten muss.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 10. Mai 2011 – II ZR 227/​09

  1. Bestä­ti­gung von BGH, Urteil vom 19.07.2010 – II ZR 57/​09, ZIP 2010, 1637[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 19.07.2010 – II ZR 57/​09, ZIP 2010, 1637 Rn. 7[]
  3. aA K. Schmidt, DB 2010, 2093, 2095 f.; Haber­sack in Groß­komm-HGB, 5. Aufl., § 159 Rn. 13[]