Wei­ter­be­schäf­ti­gungs­an­spruch des gefeu­er­ten GmbH-Geschäfts­füh­rers

Der Bun­des­ge­richts­hof hat den Anspruch eines von der Gesell­schaf­ter­ver­samm­lung einer GmbH abbe­ru­fe­nen Geschäfts­füh­rers auf Wei­ter­be­schäf­ti­gung in einer sei­ner frü­he­ren Tätig­keit ver­gleich­ba­ren lei­ten­den Funk­ti­on abge­lehnt.

Wei­ter­be­schäf­ti­gungs­an­spruch des gefeu­er­ten GmbH-Geschäfts­füh­rers

In dem jetzt vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall betreibt die beklag­te GmbH betreibt in Bonn die Bun­des­kunst­hal­le. Gesell­schaf­ter sind die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und die 16 Bun­des­län­der. Der Klä­ger wur­de 1989 zum Geschäfts­füh­rer bestellt. Im Jahr 2007 wider­rief die Beklag­te die Bestel­lung. Zugleich kün­dig­te sie den Geschäfts­füh­rer­an­stel­lungs­ver­trag frist­ge­mäß zum 31. Dezem­ber 2007. Der Klä­ger hält die­se Maß­nah­men für unwirk­sam und hat unter ande­rem auf Wei­ter­be­schäf­ti­gung und Gehalts­zah­lung geklagt.

Die Kla­ge ist in ers­ter Instanz vor dem Land­ge­richt Bonn erfolg­los geblie­ben [1]. Auf die Beru­fung des Klä­gers hat das Ober­lan­des­ge­richt Köln ins­be­son­de­re wegen eines Ver­wei­ses des Anstel­lungs­ver­trags auf den BAT, der zum Aus­schluss der ordent­li­chen Künd­bar­keit führt, den Fort­be­stand des Dienst­ver­hält­nis­ses fest­ge­stellt und die Beklag­te zur Zah­lung der Ver­gü­tung ver­ur­teilt [2]. Soweit der Klä­ger die Wei­ter­be­schäf­ti­gung in sei­ner bis­he­ri­gen Funk­ti­on als Geschäfts­füh­rer (Direk­tor und Inten­dant) begehrt hat­te, hat das Ober­lan­des­ge­richt Köln die Kla­ge abge­wie­sen. In die­sem Umfang ist das Urteil des Ober­lan­des­ge­richts Köln rechts­kräf­tig gewor­den, nach­dem der Bun­des­ge­richts­hof die von der Beklag­ten ein­ge­leg­te Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de inso­weit zurück­ge­wie­sen hat. Damit steht fest, dass die Beklag­te dem Klä­ger die ver­ein­bar­te Ver­gü­tung auch in Zukunft zah­len muss.

Dar­über hin­aus hat das Ober­lan­des­ge­richt Köln die Beklag­te ver­ur­teilt, den Klä­ger zu den bis­he­ri­gen ver­trag­li­chen Bedin­gun­gen in einer sei­ner frü­he­ren Tätig­keit als Direk­tor und Inten­dant der Kunst- und Aus­stel­lungs­hal­le der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land ähn­li­chen lei­ten­den Stel­lung über den 31. Dezem­ber 2007 hin­aus wei­ter zu beschäf­ti­gen. Inso­weit hat der Bun­des­ge­richts­hof die Revi­si­on zuge­las­sen und nun in der heu­ti­gen münd­li­chen Ver­hand­lung das ange­foch­te­ne Urteil auf­ge­ho­ben und die Kla­ge abge­wie­sen.

Einen Anspruch des Geschäfts­füh­rers einer GmbH auf Beschäf­ti­gung in einer sei­ner frü­he­ren Tätig­keit ver­gleich­ba­ren lei­ten­den Funk­ti­on lehnt der Bun­des­ge­richts­hof grund­sätz­lich ab. Der Anstel­lungs­ver­trag hat regel­mä­ßig nur die Beschäf­ti­gung als Geschäfts­füh­rer zum Inhalt. Eine Tätig­keit unter­halb der Organ­e­be­ne ist typi­scher­wei­se nicht ver­ein­bart und der abbe­ru­fe­ne Geschäfts­füh­rer kann sie daher auch nicht ver­lan­gen. Etwas ande­res kann nach Ansicht des Bun­des­ge­richts­hofs nur dann gel­ten, wenn der Anstel­lungs­ver­trag die Mög­lich­keit einer ande­ren Beschäf­ti­gung vor­sieht. Dies war im Streit­fall jedoch nicht gege­ben.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 11. Okto­ber 2010 – II ZR 266/​08

  1. LG Bonn, Urteil vom 17.01.2008 – 12 O 116/​07[]
  2. OLG Köln, Urteil vom 30.10.2008 – 18 U 21/​08[]