Welche Rechte und Pflichten haben Sie als Aktionär?

Investiert man in Aktien, so erwachsen Rechte, aber man hat als Aktionär auch Pflichten. Informationen darüber, worauf Kleinanleger Acht geben müssen, finden sich im deutschen Aktiengesetz. Aber es gibt auch Regelungen in den Satzungen der Aktiengesellschaften, die über das deutsche Aktiengesetz hinausgehen können.

Welche Rechte und Pflichten haben Sie als Aktionär?

Die Hauptversammlung

Man kann in Verwaltungsrechte, Vermögensrechte und Nebenrechte unterscheiden. Das wichtigste Verwaltungsrecht, das der Aktionär beachten muss, ist die Teilnahme an der Hauptversammlung, bei der der Aktionär ein Stimmrecht hat. Einmal im Jahr wird von jedem börsennotierten Unternehmen eine Hauptversammlung einberufen, an die der Aktionär teilnehmen sollte. Möchte sich der Aktionär vor Ort zu Wort melden oder hat eine Frage, so muss er das im Vorfeld schriftlich anmelden. Auch die Anmeldung an der Hauptversammlung muss schriftlich übermittelt werden. 

Das Stimmrecht, das an der Hauptversammlung genutzt werden kann, hängt von den erworbenen Anteilen ab. Das heißt, das Stimmrecht bemisst sich an der Anzahl der Aktien, die der Aktionär in seinem Depot hat. Über das Stimmrecht kann der Aktionär mitbestimmen, wenn es um die Verwendung der Unternehmensgewinne geht, aber hat auch einen Einfluss auf zukünftige Unternehmensentscheidungen. So etwa, wenn es um Akquisitionen oder Verkäufe geht.

Bei der jährlichen Hauptversammlung werden auch der Vorstand und der Aufsichtsrat entlastet. Somit kann der Aktionär das Vertrauen gegenüber der Führung des Unternehmens aussprechen, kann hier aber auch das Vertrauen mit einer Gegenstimme entziehen.

Weiterlesen:
Lichtensteinische Aktiengesellschaft

Alle, die nicht selbst an einer Hauptversammlung teilnehmen können oder wollen, können das Stimmrecht abtreten – so etwa an eine Anleger-Schutzvereinigung. Das ist auch das Angebot an private Kleinaktionäre, die nur wenige Anteile am Unternehmen haben und keinen wahren Einfluss auf die Abstimmungen nehmen können.

Was passiert mit den Gewinnen?

Des Weiteren gibt es im Zuge der Hauptversammlung auch das Auskunftsrecht. Das heißt, einmal im Jahr muss die Aktiengesellschaft den Aktionären die Auskunft erteilen, wie es um die Wirtschaftslage der Aktiengesellschaft bestellt ist. Das heißt, gab es Gewinne und wie werden diese eingesetzt oder auch mit Blick auf wirtschaftliche Prognosen und weitere Entwicklungen.

Zu beachten ist, dass kein Unternehmen verpflichtet ist, die Gewinne an die Aktionäre auszuschütten. Aber wenn es zur Gewinnausschüttung kommt, so hat der Aktionär das Recht, dass er am Gewinn beteiligt wird – die Höhe der Beteiligung hängt vom Aktienanteil ab. Je höher die Beteiligung an der Aktiengesellschaft, desto höher sind auch die Dividendenzahlungen. Das ist eben jener Betrag, der aufgrund des erwirtschafteten Gewinns an die Aktionäre ausbezahlt werden kann.

Wer Vorzugsaktien besitzt, erhält höhere Dividenden als Aktionäre sogenannter Stammaktien. Dafür muss der Aktionär, wenn er Vorzugsaktien hält, auf der Hauptversammlung auf das Stimmrecht verzichten.

Nicht immer erwachsen Rechte und Pflichten

All jene, die über Oil Profit spekulieren, haben keine Rechte und Pflichten. Das aus dem Grund, weil man hier rein nur mit dem Preis spekuliert – erwirbt man keine Aktien, sondern wettet nur darauf, ob der Preis nach oben oder nach unten geht, so bleibt man frei von Pflichten, hat aber auch keine Rechte.

Weiterlesen:
Der neue Vermieter und die Insolvenzverschleppung des Mieters

Die Spekulation mit dem Preis ist auch riskanter als das direkte Investment. Das auch deshalb, weil man nur kurzfristig spekuliert – kauft man Aktien, so verfolgt man in der Regel einen langfristigen Anlagehorizont. Etwaige Korrekturen kann man bei langfristigen Investments aussitzen und auf bessere Zeiten warten.

Kurschart

Das sind die Pflichten des Aktionärs

Der Aktionär hat viele Rechte, aber welche Pflichten sind zu beachten? Tatsächlich hat man als Aktionär eine einzige finanzielle Hauptpflicht – diese besteht darin, dass die gezeichneten Aktien auch bezahlt werden. Das heißt, man muss eine entsprechende Einlage auf das Grundkapital seiner Aktie leisten.

Des Weiteren gibt es die Treuepflicht. Die Treuepflicht besagt, es muss nur auf die Interessen des Unternehmens und die der anderen Anleger Rücksicht genommen werden – auf Kosten dieser darf man sich nicht bereichern.

Ob es noch andere Pflichten gibt, das findet man in den Satzungen der Aktiengesellschaft. So kann etwa das Unternehmen, in der Regel kurz nach dem Börsengang, eine Haltefrist verordnen. Das bedeutet, die Aktien müssen für einen gewissen Zeitraum behalten werden, damit es zu keinen Kurseinbrüchen kommt.

Bildnachweis: