Zah­lun­gen vom über­zo­ge­nen GmbH-Kon­to

Die Geschäfts­füh­rer sind der Gesell­schaft zum Ersatz von Zah­lun­gen ver­pflich­tet, die nach Ein­tritt der Zah­lungs­un­fä­hig­keit der Gesell­schaft oder nach Fest­stel­lung ihrer Über­schul­dung geleis­tet wer­den. So bestimm­te es bis zum 31. Okto­ber 2008 § 64 Abs. 2 GmbHG, bzw. seit­her § 64 S. 1 GmbHG. Dies gilt jedoch nicht von Zah­lun­gen, die auch nach die­sem Zeit­punkt mit der Sorg­falt eines ordent­li­chen Geschäfts­manns ver­ein­bar sind.

Zah­lun­gen vom über­zo­ge­nen GmbH-Kon­to

Sinn und Zweck die­ses Zah­lungs­ver­bots des § 64 Abs. 2 GmbHG a.F. ist, die ver­tei­lungs­fä­hi­ge Ver­mö­gens­mas­se der insol­venz­rei­fen Gesell­schaft im Inter­es­se der Gesamt­heit ihrer Gläu­bi­ger zu erhal­ten und eine zu ihrem Nach­teil gehen­de, be-vor­zug­te Befrie­di­gung ein­zel­ner Gläu­bi­ger zu ver­hin­dern 1.

Zah­lun­gen von einem debi­to­ri­schen Kon­to an ein­zel­ne Gesell­schafts­gläu­bi­ger berüh­ren, wenn die Bank über kei­ne die­se decken­den Gesell­schaft­si­cher­hei­ten ver­fügt, weder die ver­tei­lungs­fä­hi­ge Ver­mö­gens­mas­se, noch gehen sie zum Nach­teil der Gläu­bi­ger­ge­samt­heit. Es han­delt sich danach viel­mehr um eine Zah­lung mit Kre­dit­mit­teln, wel­che einen blo­ßen, mas­sen­eu­tra­len Gläu­bi­ger­tausch zur Fol­ge hat 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 25. Janu­ar 2010 – II ZR 258/​08

  1. vgl. BGHZ 143, 184, 186; 146, 264, 275[]
  2. vgl. BGHZ 143, 184, 187 f.; BGH, Urteil vom 26 März 2007 – II ZR 310/​05, ZIP 2007, 1006[]