Been­di­gung eines Mar­ken­li­zenz­ver­tra­ges

Dem Lizenz­neh­mer eines Mar­ken­li­zenz­ver­trags kann bei Been­di­gung des Lizenz­ver­hält­nis­ses ein Aus­gleichs­an­spruch nach den Grund­sät­zen der höchst­rich­ter­li­chen Recht­spre­chung zur ent­spre­chen­den Anwen­dung des § 89b HGB 1 zuste­hen. Eine ent­spre­chen­de Anwen­dung des § 89b HGB setzt dem­nach die Ein­bin­dung des Lizenz­neh­mers in die Absatz­or­ga­ni­sa­ti­on des Lizenz­ge­bers sowie die Ver­pflich­tung des Lizenz­neh­mers vor­aus, dem Lizenz­ge­ber sei­nen Kun­den­stamm zu über­tra­gen.

Been­di­gung eines Mar­ken­li­zenz­ver­tra­ges

Ist der Mar­ken­in­ha­ber und Lizenz­ge­ber auf dem Gebiet der vom Lizenz­neh­mer ver­trie­be­nen Waren selbst nicht tätig, sind die Vor­aus­set­zun­gen einer ent­spre­chen­den Anwen­dung des § 89b HGB im Regel­fall nicht gege­ben.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 29. April 2010 – I ZR 3/​09 [JOOP!]

  1. vgl. BGH, Urteil vom 13.06.2007 – VIII ZR 352/​04, NJW-RR 2007, 1327, mwN[]