Das Han­dels­re­gis­ter und der wie­der­hol­te Ein­tra­gungs­an­trag

Wenn ein Antrag auf eine Ein­tra­gung in das Han­dels­re­gis­ter zurück­ge­wie­sen oder nach einem gericht­li­chen Hin­weis auf Ein­tra­gungs­hin­der­nis­se zurück­ge­nom­men wur­de, fehlt das Rechts­schutz­be­dürf­nis für einen gleich­lau­ten­den Antrag auf Ein­tra­gung, wenn sich die Sach- und Rechts­la­ge nicht geän­dert hat [1].

Das Han­dels­re­gis­ter und der wie­der­hol­te Ein­tra­gungs­an­trag

Zwar ent­fal­tet eine Ent­schei­dung, mit der eine Ein­tra­gung abge­lehnt wird, kei­ne mate­ri­el­le Rechts­kraft. Für eine erneu­te Befas­sung der Gerich­te mit dem bereits geklär­ten Sach­ver­halt besteht aber kein schutz­wür­di­ges Inter­es­se. Mit der Beschwer­de und ihrer Befris­tung woll­te der Gesetz­ge­ber Rechts­frie­den hin­sicht­lich der zur Ent­schei­dung ste­hen­den Ent­schei­dungs­grund­la­gen schaf­fen. Aus die­sem Grund fehlt das Rechts­schutz­be­dürf­nis für einen neu­er­li­chen Antrag auch, wenn ein ers­ter Antrag auf gericht­li­chen Hin­weis, ins­be­son­de­re nach einer Zwi­schen­ver­fü­gung, zurück­ge­nom­men wur­de [2]. Gera­de mit der Zwi­schen­ver­fü­gung und ihrer Anfecht­bar­keit (§ 382 Abs. 4 Satz 2 FamFG) soll erreicht wer­den, dass die Ein­tra­gungs­vor­aus­set­zun­gen rasch geklärt wer­den.

Ein Fall, in dem aus­nahms­wei­se ein Rechts­schutz­be­dürf­nis zu beja­hen ist, liegt nicht vor. Ob neben einer Ände­rung der Sach- und Rechts­la­ge, die nicht ersicht­lich ist, auch eine offen­sicht­lich fal­sche Erst­ent­schei­dung aus­nahms­wei­se einen erneu­ten Ein­tra­gungs­an­trag recht­fer­tigt [3], kann dahin­ste­hen, da die betref­fen­de Ent­schei­dung im vor­lie­gen­den Fall nicht offen­sicht­lich falsch ist.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 9. Juli 2013 – II ZB 7/​13

  1. KG, FGPrax 2005, 130, 131; Ned­den-Boe­ger in Schul­te-Bun­er­t/­Wein­reich, FamFG, 3. Aufl., § 382 Rn. 38 f.; Münch­Komm ZPO/​Krafka, 3. Aufl., § 382 FamFG Rn. 15; Keidel/​Heinemann, FamFG, 17. Aufl., § 382 Rn. 16[]
  2. Münch­Komm-ZPO/­Kraf­ka, 3. Aufl., § 382 FamFG Rn. 15; Keidel/​Heinemann, FamFG, 17. Aufl., § 382 Rn. 16[]
  3. so KG, FGPrax 2005, 130, 131[]