Ertei­lung eines Buch­aus­zugs – und der Erfül­lungs­ein­wand in der Voll­stre­ckung

Zwar ist der Erfül­lungs­ein­wand auch im Ver­fah­ren nach § 887 ZPO beacht­lich [1]. Für die Ent­schei­dung, ob der titu­lier­te Anspruch erfüllt ist, ist jedoch der Voll­stre­ckungs­ti­tel maß­geb­lich [2].

Ertei­lung eines Buch­aus­zugs – und der Erfül­lungs­ein­wand in der Voll­stre­ckung

Der erteil­te Buch­aus­zug muss for­mal den Anfor­de­run­gen des Urteils­aus­spruchs ent­spre­chen, das bedeu­tet, er muss sämt­li­che Anga­ben, die unter den Urteils­aus­spruch fal­len, ent­hal­ten. Die Schuld­ne­rin hat kei­nen dem Voll­stre­ckungs­ti­tel ent­spre­chen­den Buch­aus­zug erteilt, wenn titu­lier­ten Anga­ben in den von der Schuld­ne­rin über­sand­ten Auf­stel­lun­gen feh­len.

Soweit sich die Schuld­ne­rin dar­auf beruft, dass der zur Ver­fü­gung gestell­te Buch­aus­zug alle objek­tiv ver­füg­ba­ren Infor­ma­tio­nen ent­hal­te und die Bei­brin­gung wei­te­rer Infor­ma­tio­nen für jeden unab­hän­gi­gen Wirt­schafts­prü­fer oder ver­ei­dig­ten Buch­prü­fer objek­tiv unmög­lich sei, ver­mag die­ser Ein­wand nur die sub­jek­ti­ve Unmög­lich­keit zu begrün­den und ist im Voll­stre­ckungs­ver­fah­ren nicht zu prü­fen [3].

Schließ­lich war die Ermäch­ti­gung auch nicht auf eine Ergän­zung des Buch­aus­zu­ges zu beschrän­ken. Da die Schuld­ne­rin kei­nen dem Voll­stre­ckungs­ti­tel ent­spre­chen­den Buch­aus­zug erteilt hat, Erfül­lung somit nicht ein­ge­tre­ten ist, ist der Gläu­bi­ger gemäß § 887 ZPO zur Ersatz­vor­nah­me in dem Umfang berech­tigt, der sich for­mal aus dem Voll­stre­ckungs­ti­tel ergibt.

Han­sea­ti­sches Ober­lan­des­ge­richt Ham­burg, Beschluss vom 13. Febru­ar 2015 – 9 W 5/​15

  1. BGH, NJW 2005, 367 Tz. 11[]
  2. BGH, NJW-RR 2007, 1475 Tz. 17[]
  3. BGH, NJW-RR 2006, 202 Tz.11; KG Ber­lin, Beschluss vom 09.02.2011 – 19 W 34/​10[]