Fracht­füh­rer­haf­tung – und die Scha­dens­mit­ver­ur­sa­chung durch den Absen­der

Der für die Beja­hung einer Mit­ver­ur­sa­chung des Scha­dens durch den Absen­der erfor­der­li­che Zurech­nungs­zu­sam­men­hang fehlt, wenn die von die­sem zuerst gesetz­te Ursa­che für den ein­ge­tre­te­nen Scha­den von völ­lig unter­ge­ord­ne­ter Bedeu­tung gewe­sen ist, weil das nach­fol­gen­de Ver­hal­ten des Fracht­füh­rers dem zum Scha­dens­ein­tritt füh­ren­den Gesche­hen eine völ­lig neue Wen­dung gege­ben hat 1.

Fracht­füh­rer­haf­tung – und die Scha­dens­mit­ver­ur­sa­chung durch den Absen­der

Im Blick auf eine mög­li­che Mit­ver­ur­sa­chung des Scha­dens durch die Absen­de­rin und die dann gebo­te­ne Bewer­tung und Abwä­gung der bei­der­sei­ti­gen Ver­ur­sa­chungs­an­tei­le nach § 425 Abs. 2 HGB oder § 254 Abs. 2 Satz 1 BGB 2 sind fol­gen­de Gesichts­punk­te zu berück­sich­ti­gen:

Grund­sätz­lich liegt unab­hän­gig davon, wel­ches Haf­tungs­re­gime gilt, eine Mit­ver­ur­sa­chung des Scha­dens durch den Absen­der vor, wenn der Scha­den dar­auf beruht, dass der Absen­der dem Fracht­füh­rer zu dem Gut nicht die Anga­ben gemacht hat, die die­ser für die Durch­füh­rung der Beför­de­rung benö­tigt (vgl. § 482 Abs. 1 Satz 1 HGB nF, § 241 Abs. 2 BGB). Dazu zäh­len Anga­ben zu Umstän­den, die am Bestim­mungs­ort zu Schwie­rig­kei­ten wie einer behörd­li­chen Inan­spruch­nah­me füh­ren kön­nen, wenn die­se Umstän­de für den Fracht­füh­rer nicht offen­kun­dig sind 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 17. Sep­tem­ber 2015 – I ZR 212/​13

  1. im Anschluss an BGH, Urteil vom 05.10.2010 – VI ZR 286/​09, NJW 2011, 292 Rn.20[]
  2. vgl. dazu BGH, Urteil vom 04.07.2013 – I ZR 156/​12, TranspR 2014, 146 Rn. 32 und 33 mwN[]
  3. vgl. Ramming, RdTW 2014, 30, 32[]