Nach­fol­ge im Auto­haus

Wer ein Han­dels­ge­schäft erwirbt und unter der bis­he­ri­gen Fir­ma fort­führt, haf­tet gemä § 25 HGB für die Geschäft­ver­bind­lich­kei­ten des frü­he­ren Inha­bers.

Nach­fol­ge im Auto­haus

Die­se Haf­tung aus § 25 Abs. 1 Satz 1 HGB greift nach gefes­tig­ter Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ein, wenn zwar der Unter­neh­mens­trä­ger wech­selt, das Unter­neh­men selbst aus der Sicht des maß­geb­li­chen Ver­kehrs aber im Wesent­li­chen unver­än­dert unter der alten Fir­men­be­zeich­nung fort­ge­führt wird 1.

Für die Anwend­bar­keit des § 25 Abs. 1 HGB kommt es nicht dar­auf an, wel­che Erklä­rung gegen­über dem Re-gis­ter­ge­richt abge­ge­ben wird, son­dern viel­mehr dar­auf, unter wel­cher Bezeich-nung ein Unter­neh­men tat­säch­lich am Markt auf­tritt 2.

Von einer Unter­neh­mens­fort­füh­rung im Sin­ne des § 25 Abs. 1 HGB geht der maß­geb­li­che Ver­kehr aus, wenn ein Betrieb von einem neu­en Inha­ber in sei­nem wesent­li­chen Bestand unver­än­dert wei­ter­ge­führt wird, der Tätig­keits-bereich, die inne­re Orga­ni­sa­ti­on und die Räum­lich­kei­ten eben­so wie Kun­den- und Lie­fe­ran­ten­be­zie­hun­gen jeden­falls im Kern bei­be­hal­ten und/​oder Tei­le des Per­so­nals über­nom­men wer­den 3. Die Haf­tungs­fol­ge aus § 25 Abs. 1 HGB greift daher auch dann ein, wenn ein­zel­ne Ver­mö­gens­be­stand­tei­le oder Betä­ti­gungs­fel­der von der Über­nah­me aus­ge­nom­men sind, solan­ge nur der den Schwer­punkt des Unter­neh­mens bil­den­de wesent­li­che Kern des­sel­ben über­nom­men wird, so dass sich der nach außen für die betei­lig­ten Ver­kehrs­krei­se in Erschei­nung tre­ten­de Tat­be­stand als Wei­ter­füh­rung des Unter­neh­mens in sei­nem wesent­li­chen Bestand dar­stellt 4. Dies ist etwa, wie der Bun­des­ge­richts­hof in einem aktu­el­len Ver­fah­ren ent­schied, bei einem Auto­haus auch dann der Fall, wenn der Nach­fol­ger nur den Teil­be­reich des Han­dels mit Kraft­fahr­zeu­gen und nicht den Werk­statt­be­trieb fort­ge­führt hat.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 16. Sep­tem­ber 2009 – VIII ZR 321/​08

  1. BGH, Urteil vom 24.09.2008 – VIII ZR 192/​06, WM 2008, 2273, Tz. 12; BGH, Urteil vom 28.11.2005 – II ZR 355/​03, NJW 2006, 1002, Tz. 7 m.w.N.[]
  2. BGH, Urteil vom 01.12.1986 – II ZR 303/​85, NJW 1987, 1633[]
  3. BGH, Urteil vom 28.11.2005, aaO, Tz. 9 m.w.N.[]
  4. BGH, Urteil vom 04.11.1991 – II ZR 85/​91, NJW 1992, 911, unter III 1[]