Rück­for­de­rung von Han­dels­ver­tre­ter­pro­vi­sio­nen in Stor­no­fäl­len

Eine Kon­to­kor­rentab­re­de in einem Han­dels­ver­tre­ter-Ver­trag ist unwirk­sam.

Rück­for­de­rung von Han­dels­ver­tre­ter­pro­vi­sio­nen in Stor­no­fäl­len

Es kann offen blei­ben, ob der Ver­trag der Par­tei­en eine Kon­to­kor­rentab­re­de im Sinn von § 355 HGB dar­stellt, nach der lau­fend Gut­schrif­ten und Belas­tung als unselb­stän­di­ge Rech­nungs­pos­ten in ein Abrech­nungs­kon­to ein­ge­stellt wer­den mit der Fol­ge, dass nur die Sal­den zu bestimm­ten Zeit­punk­ten recht­lich selb­stän­di­ge Ansprü­che dar­stel­len. Denn jeden­falls wür­de eine sol­che Abre­de den Han­dels­ver­tre­ter nicht allein des­halb bin­den, weil er vor­ge­richt­lich kei­ne Ein­wen­dun­gen gegen die Abrech­nun­gen erho­ben hat.

Ent­spre­chen­de Ver­ein­ba­run­gen gegen­über Han­dels­ver­tre­tern sind als unwirk­sam anzu­se­hen, weil sie mit­tel­bar die Infor­ma­ti­ons­rech­te des Han­dels­ver­tre­ters aus­he­beln und daher gegen § 87c Abs. 5 HGB ver­sto­ßen1.

Amts­ge­richt Bad Urach, Urteil vom 13. Mai 2013 – 1 C 123/​13

  1. vgl. Baumbach/​Hopt, HGB, 35. Aufl., § 87c HGB Rn. 89; BGH, Urteil vom 20.09.2006 – VIII ZR 100/​05, NJW-RR 2007, 177; OLG Düs­sel­dorf, Urteil vom 30.04.1999 – 16 U 74/​98, OLGR Düs­sel­dorf 1999, 469 []