Ver­lo­re­nes Wert­pa­ket

Der Grund­satz, dass bei kauf­män­ni­schen Absen­dern pri­ma facie anzu­neh­men ist, dass die im Lie­fer­schein und in der dazu kor­re­spon­die­ren­den Rech­nung auf­ge­führ­ten Waren in dem ver­schlos­se­nen Behält­nis ent­hal­ten waren, in dem sie zum Ver­sand gebracht wor­den sind, gilt auch, wenn ein Ver­sen­der dem Trans­port­un­ter­neh­mer stän­dig eine Viel­zahl von Pake­ten über­gibt.

Ver­lo­re­nes Wert­pa­ket

Bie­tet die vom Fracht­füh­rer ange­bo­te­ne Ver­sen­dungs­art kei­ner­lei Anhalts­punk­te für die Annah­me, bereits eine Wert­de­kla­ra­ti­on füh­re zu einer beson­de­ren Behand­lung des Trans­port­guts, so kann von einem scha­den­sur­säch­li­chen Mit­ver­schul­den des Ver­sen­ders aus­zu­ge­hen sein, wenn er nicht selbst wei­ter­ge­hen­de Maß­nah­men ergreift, um das Paket der für wert­de­kla­rier­te Sen­dun­gen vor­ge­se­he­nen sorg­fäl­ti­ge­ren Behand­lung zuzu­füh­ren.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 20. Juli 2006 – I ZR 9/​05