Ver­lust­ver­mu­tung – und das Aus­lie­fe­rungs­ver­lan­gen des Absen­ders

Die Ver­lust­ver­mu­tung gemäß § 424 Abs. 1 HGB lässt das Recht des Absen­ders unbe­rührt, anstel­le der zunächst ver­lang­ten Ent­schä­di­gung für den Ver­lust des Gutes spä­ter des­sen Ablie­fe­rung und gege­be­nen­falls Scha­dens­er­satz wegen Über­schrei­tung der Lie­fer­frist oder wegen Beschä­di­gung des Gutes zu ver­lan­gen.

Ver­lust­ver­mu­tung – und das Aus­lie­fe­rungs­ver­lan­gen des Absen­ders

Die Ver­lust­ver­mu­tung gemäß § 424 Abs. 1 HGB dient der Dis­po­si­ti­ons­frei­heit des Absen­ders und ins­be­son­de­re des Emp­fän­gers 1. Sie lässt deren Recht unbe­rührt, anstel­le der zunächst ver­lang­ten Ent­schä­di­gung für den Ver­lust des Gutes spä­ter des­sen Ablie­fe­rung und gege­be­nen­falls Scha­dens­er­satz wegen Über­schrei­tung der Lie­fer­frist und/​oder wegen Beschä­di­gung des Gutes zu ver­lan­gen (vgl. § 424 Abs. 3 Satz 2 HGB; Staub/​P. Schmidt aaO § 424 Rn. 15 und 28; Münch-Komm.HGB/Thume aaO § 424 Rn. 14 bis 16 mwN).

Die Absen­de­rin kann aller­dings nicht neben dem Ersatz des durch den Ver­lust des Gutes ent­stan­de­nen Scha­dens zugleich den Ersatz eines durch die Beschä­di­gung des Gutes ent­stan­de­nen Scha­den ver­lan­gen.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 17. Sep­tem­ber 2015 – I ZR 212/​13

  1. vgl. OLG Düs­sel­dorf, TranspR 2008, 36, 37, zu Art.20 Abs. 1 CMR; Münch-Komm.HGB/Thume aaO § 424 Rn. 1[]