Was macht eigent­lich ein Pro­ku­rist?

Der Pro­ku­rist ist ein höher gestell­ter Mit­ar­bei­ter eines Unter­neh­mens. Durch die ihm zuge­teil­ten Voll­mach­ten kann er Ver­bind­lich­kei­ten ein­ge­hen, Wech­sel zeich­nen, Hand­lungs­voll­mach­ten zutei­len und den Geschäfts­ver­kehr und auch even­tu­ell Pro­zes­se füh­ren. Die Hand­lungs­voll­mach­ten dür­fen dabei nur einen gerin­ge­ren Umfang als die eige­ne Pro­ku­ra auf­wei­sen. Jah­res­ab­schlüs­se, Steu­er­erklä­run­gen und wei­te­re kauf­män­ni­sche Auf­ga­ben darf der Pro­ku­rist jedoch nicht über­neh­men, da er kein offi­zi­el­ler Kauf­mann ist und somit die per­sön­li­chen Ange­le­gen­hei­ten des Geschäfts­füh­rers nicht über­neh­men kann. Dazu gehö­ren auch Insol­venz- und Han­dels­re­gis­ter­ein­tra­gung sowie Immo­bi­li­en­ver­käu­fe. Dem Pro­ku­ris­ten ist es außer­dem nicht mög­lich wei­te­re Pro­ku­ra zu ertei­len.

Was macht eigent­lich ein Pro­ku­rist?

Unter­schied zwi­schen Geschäfts­füh­rer und Pro­ku­ris­ten?

Der Pro­ku­rist kann als mit­ver­ant­wort­li­cher vor­über­ge­hen­der Geschäfts­füh­rer ver­stan­den wer­den, der die­sen bei etwai­ger Abwe­sen­heit ver­tritt oder dau­er­haft Auf­ga­ben abnimmt, um ihn zu ent­las­ten. Der Pro­ku­rist wird hier­bei auch ganz offi­zi­ell als Ver­tre­ter ins Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­gen.

Ver­schie­de­ne Arten der Pro­ku­ra!

Ein­zel­pro­ku­ra, einer ein­zel­nen Per­son wird die Voll­macht erteilt. Unter einer Fili­al­pro­ku­ra ver­steht man, die Pro­ku­ra die sich auf eine Filia­le oder eine ein­zel­ne Geschäfts­stel­le beschränkt. Bei der Gene­ral­pro­ku­ra, beschränkt sich die Voll­macht auf eine Nie­der­las­sung eines Kauf­manns. Sind zwei oder meh­re­re Pro­ku­ris­ten invol­viert und zum gemein­schaft­li­chen Han­deln befugt, nennt man dies Gesamt­pro­ku­ra. Alle Ent­schei­dun­gen müs­sen hier­bei gemein­sam getrof­fen wer­den. Nach Ertei­lung einer Ein­zel­pro­ku­ra ist der Pro­ku­rist Ein­zel­ver­tre­tungs­be­rech­tigt, d. h. er darf für den Geschäfts­herrn allein auf­tre­ten und han­deln. Eine ech­te Gesamt­pro­ku­ra wird zwei oder meh­re­ren Per­so­nen gemein­sam erteilt, sodass sie den Geschäfts­herrn auch nur gemein­sam ver­tre­ten kön­nen. Hin­ge­gen ist nach Ertei­lung einer halb­sei­ti­gen Gesamt­pro­ku­ra einer der Pro­ku­ris­ten zur Ein­zel­ver­tre­tung berech­tigt, wäh­rend dem ande­ren Pro­ku­ris­ten nur Gesamt­pro­ku­ra erteilt wur­de. Schließ­lich han­delt es sich bei der gemisch­ten Gesamt­pro­ku­ra um eine Kon­stel­la­ti­on, in der die Ver­tre­tungs­macht eines Pro­ku­ris­ten an die Mit­wir­kung eines gesetz­li­chen bzw. organ­schaft­li­chen Ver­tre­ters gebun­den ist. Man beach­te das im Fal­le einer Fili­al­pro­ku­ra, die Pro­ku­ra auf den Betrieb eines oder eini­ger Nie­der­las­sun­gen beschränkt ist. In die­sem Fall ist erfor­der­lich, dass die Nie­der­las­sun­gen unter­schied­li­che Fir­men­na­men ver­tre­ten.

Wann endet/​verfällt die Pro­ku­ra?

  • bei Wech­sel der Geschäfts­füh­rung oder der Geschäfts­in­ha­ber.
  • bei Wider­ruf
  • bei Geschäfts­in­sol­venz oder Auf­ga­be
  • bei der Ein­stel­lung des Gewer­be­be­triebs
  • bei Ver­kauf des Betrie­bes
  • bei Geschäfts­un­fä­hig­keit des Pro­kur­sis­ten

Wie wird man Pro­ku­rist?

Pro­ku­rist“, der Wort­stamm kommt aus dem Ita­lie­ni­schen und bedeu­tet „Voll­macht“ auch das latei­ni­sche „Sor­ge tra­gen“ ist in die­sem Wort ent­hal­ten. Es gibt kei­ne spe­zi­el­le Aus­bil­dung, son­dern viel­mehr ist das Pro­ku­ris­ten-Dasein an einen jewei­li­gen Abschnitt in der Kar­rie­re gekop­pelt. Zum Bei­spiel an die Ernen­nung zum Fili­al­lei­ter oder zum stell­ver­tre­ten­den Geschäfts­füh­rer. Trotz­dem müs­sen Pro­ku­ris­ten natür­lich die nöti­ge Kom­pe­tenz mit­brin­gen, um Ihre hoch­gra­dig ver­ant­wor­tungs­vol­le Posi­ti­on bewäl­ti­gen zu kön­nen. Meist haben Sie eine kauf­män­ni­sche Aus­bil­dung oder sogar ein Wirt­schafts-Stu­di­um absol­viert und ver­fü­gen über mehr­jäh­ri­ge Berufs­er­fah­rung. Pas­sen­de Stu­di­en­gän­ge, sind BWL, Jura oder Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten. Das ist eine enor­me Ver­pflich­tung. Daher erteilt die Geschäfts­füh­rung eines Unter­neh­mens eine sol­che Voll­macht meist nicht ohne eine sehr gewis­sen­haf­te Vor­über­le­gung. In der Regel ver­fü­gen nur Füh­rungs­kräf­te über eine Pro­ku­ra. Sie lei­ten zum Bei­spiel die Filia­le oder die Depen­dance einer Orga­ni­sa­ti­on.

Was darf ein Pro­ku­rist NICHT?

  • Geschäf­te abschlie­ßen, die dar­auf aus­ge­rich­tet sind, den Betrieb ein­zu­stel­len
  • Bilan­zen unter­zeich­nen
  • Han­dels­re­gis­ter­ein­tra­gun­gen zu bean­tra­gen
  • Eide für den Kauf­mann zu leis­ten
  • Insol­venz bean­tra­gen
  • Steu­er­erklä­run­gen für den Kauf­mann unter­zeich­nen
  • Betrieb­li­che Grund­stü­cke zu ver­kau­fen oder zu belas­ten

Was ver­dient der Pro­ku­rist?

Das tat­säch­li­che Ein­kom­men eines Pro­ku­ris­ten schwankt abhän­gig von Fak­to­ren wie der jewei­li­gen Unter­neh­mens­grö­ße und der Regi­on, in der der Arbeit­ge­ber ange­sie­delt ist. Auch die Bran­che ist aus­schlag­ge­bend dafür, wie viel einem Pro­ku­ris­ten am Ende des Monats ver­dient.

Durch­schnitt­lich ver­die­nen Pro­ku­ris­ten zwi­schen 60.000 und 100.000 Euro brut­to pro Jahr. Die höchs­ten Gehäl­ter wer­den in der Che­mie- und Ver­fah­rens­tech­nik gezahlt. Hier sind etwa 125.000 Euro jähr­lich zu erwar­ten. Dicht gefolgt von der Auto­mo­bil­in­dus­trie mit 120.000 Euro im Jahr Pro­ku­ris­ten im Maschi­nen­bau kön­nen gut und ger­ne mit 100.000 Euro Jah­res brut­to rech­nen. Prin­zi­pi­ell ist zu sagen das es in klei­ne­ren Fir­men ein­fa­cher ist ange­stellt zu wer­den, da die Vor­aus­set­zun­gen nicht so hoch sind wie in gro­ßen Kon­zer­nen.