IHK-Bei­trä­ge von der Limi­ted

Die Pflicht­mit­glied­schaft und die Bei­trags­pflicht in der IHK besteht für eine eng­li­sche "Limi­ted" mit Geschäfts­nie­der­las­sung in Deutsch­land genau­so wie für eine deut­sche Han­dels­ge­sell­schaft.

IHK-Bei­trä­ge von der Limi­ted

So hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Darm­stadt in einer jetzt bekannt gewor­de­nen Ent­schei­dung ent­schie­den und dabei fest­ge­stellt, dass auch eine nach eng­li­schem Recht gegrün­de­te pri­va­te Kapi­tal­ge­sell­schaft in Form einer sog. ?Limi­ted? mit Nie­der­las­sung in Deutsch­land Pflicht­mit­glied der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer ist und im Rah­men die­ser Mit­glied­schaft auch der Bei­trags­pflicht unter­liegt.

Das Gericht stellt fest, dass sich die Pflicht­mit­glied­schaft in der IHK und die damit ver­bun­de­ne Bei­trags­pflicht mit dem euro­päi­schen Gemein­schafts­recht ?spe­zi­ell mit der in Art. 43 und 48 EGV gere­gel­ten Nie­der­las­sungs­frei­heit ? ver­ein­ba­ren las­se. Ein Ver­stoß gegen das euro­pa­recht­li­che Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bot lie­ge nicht vor, weil die Pflicht­mit­glied­schaft für die in einem Kam­mer­be­zirk ansäs­si­gen inlän­di­schen und aus­län­di­schen Gewer­be­trei­ben­den glei­cher­ma­ßen gel­te. Durch die Pflicht­mit­glied­schaft in der IHK wer­de die Nie­der­las­sungs­frei­heit auch nicht unzu­läs­sig ein­ge­schränkt, da sie die gewerb­li­che Tätig­keit weder behin­de­re noch weni­ger attrak­tiv mache. Die mit der Pflicht­mit­glied­schaft ein­her­ge­hen­de Bei­trags­be­las­tung sei grund­sätz­lich als so gering­fü­gig anzu­se­hen, dass hier­in kei­ne Erschwer­nis der euro­pa­recht­li­chen Nie­der­las­sungs­frei­heit zu sehen sei. Selbst wenn hier­in eine sol­che Erschwer­nis zu sehen wäre, wür­de die­se durch den Zweck der Pflicht­mit­glied­schaft gerecht­fer­tigt, da die Rege­lung aus
Grün­den des All­ge­mein­wohls (Wirt­schafts­för­de­rung unter Ein­be­zie­hung der Gewer­be­trei­ben­den)
erfol­ge und hie­für geeig­net und erfor­der­lich sei.

Auch eine sei­tens der Klä­ge­rin gel­tend gemach­te Befrei­ung von der Bei­trags­pflicht gemäß § 3 Abs. 3 Satz 3 IHKG ver­moch­te das Ver­wal­tungs­ge­richt nicht zu erken­nen. Nach die­ser Vor­schrift sind Kam­mer­an­ge­hö­ri­ge, die nicht im Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­gen sind unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen von der Bei­trags­pflicht befreit. Hier­zu stell­te das Ver­wal­tungs­ge­richt fest, dass sich die ?Limi­ted? mit ihrer hie­si­gen Betriebs­stät­te gemäß §§ 13d, 13e Han­dels­ge­setz­buch (HGB) in das deut­sche Han­dels­re­gis­ter hät­te ein­tra­gen las­sen müs­sen. Aus die­sem Ver­stoß kön­ne sie nun kei­ne Vor­tei­le in Bezug auf ihre Bei­trags­pflicht zie­hen. Im übri­gen sei die Ein­tra­gung der Klä­ge­rin in das ?regis­trar of Com­pa­nies? beim Com­pa­nies House in Car­diff inso­weit mit einer Ein­tra­gung in das deut­sche Han­dels­re­gis­ter gleich­zu­stel­len.

Ver­wal­tungs­ge­richt Darm­stadt, Urteil vom 7. Novem­ber 2006- 9 E 793/​05