IHK-Pflicht­mit­glied­schaft – auch für berufs­mä­ßi­ge Heh­ler

Die Mit­glied­schaft in der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer erfasst auch Per­so­nen, die gewerb­li­che Ein­künf­te aus rechts­wid­ri­gem Han­deln erzie­len. Das folgt aus einem Urteil des Ver­wal­tungs­ge­richts Ber­lin.

IHK-Pflicht­mit­glied­schaft – auch für berufs­mä­ßi­ge Heh­ler

Der in Ber­lin leben­de Klä­ger hat­te zwi­schen 2006 und 2011 lau­fen­de Ein­nah­men durch den Ver­kauf von Alt­me­tall erlangt, das er bei sei­nem dama­li­gen Arbeit­ge­ber unter­schla­gen hat­te. Aus die­sem Grund zog ihn das zustän­di­ge Finanz­amt für die­sen Zeit­raum nach­träg­lich zur Zah­lung von Umsatz- und Gewer­be­steu­ern her­an. Im Anschluss hier­an ver­lang­te die Indus­trie- und Han­dels­kam­mer Ber­lin (IHK) Mit­glieds­bei­trä­ge vom Klä­ger. Mit sei­ner hier­ge­gen gerich­te­ten Kla­ge mach­te der Klä­ger u.a. gel­tend, die IHK kön­ne kein Inter­es­se an Mit­glie­dern wie ihm haben. Ansons­ten wür­de ein erheb­li­cher Anteil der Mit­glie­der der IHK aus gewerb­lich täti­gen Straf­tä­tern bestehen. Er stre­be auch kei­ne wei­te­re gewerb­li­che Tätig­keit an und kom­me somit zukünf­tig nicht in den Genuss der Leis­tun­gen der IHK.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin wies die Kla­ge ab: Er erfül­le die Vor­aus­set­zun­gen für die Mit­glied­schaft in der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer. Nach dem Gesetz zur vor­läu­fi­gen Rege­lung des Rechts der Indus­trie- und Han­dels­kam­mern (IHKG) gehör­ten natür­li­che Per­so­nen mit einer Betriebs­stät­te im Bezirk zur IHK, sofern sie zur Gewer­be­steu­er ver­an­lagt sei­en. Das Ver­wal­tungs­ge­richt­zu­ge­hö­rig­keit tre­te kraft Geset­zes ein, soweit die Vor­aus­set­zun­gen dafür vor­lä­gen, ohne dass es eines geson­der­ten Bei­tritts­akts bedür­fe. Die­se Vor­aus­set­zun­gen erfül­le der Klä­ger. Das Tat­be­stands­merk­mal der Ver­an­la­gung zur Gewer­be­steu­er erge­be sich dabei allein aus den Fest­stel­lun­gen der Steu­er­be­hör­den, deren Ent­schei­dun­gen Tat­be­stands­wir­kung zukom­me. Hier­an sei die IHK eben­so wie das Gericht gebun­den. Dass die Tätig­keit Straf­tat­be­stän­de erfül­le, sei nicht von Belang.

Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin, Urteil vom 12. Dezem­ber 2014 – VG 4 K 122.2014