AGB – und die vor­for­mu­lier­te Ver­trags­klau­sel

All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen sind alle für eine Viel­zahl von Ver­trä­gen vor­for­mu­lier­ten Ver­trags­be­din­gun­gen, die eine Ver­trags­par­tei (Ver­wen­der) der ande­ren Ver­trags­par­tei bei Abschluss eines Ver­trags stellt (§ 305 Abs. 1 Satz 1 BGB).

AGB – und die vor­for­mu­lier­te Ver­trags­klau­sel

Vor­for­mu­liert sind Ver­trags­be­din­gun­gen, wenn sie für eine mehr­fa­che Ver­wen­dung schrift­lich auf­ge­zeich­net oder in sons­ti­ger Wei­se fixiert sind. Dabei ist uner­heb­lich, ob bei Abschluss von Dar­le­hens­ver­trä­gen regel­mä­ßig ein Bear­bei­tungs­ent­gelt in Höhe fest­ge­leg­ter Pro­zent­sät­ze ver­langt oder das Ent­gelt im Ein­zel­fall anhand der Daten des kon­kre­ten Dar­le­hens­ver­tra­ges nach bestimm­ten Vor­ga­ben errech­net wird1.

Danach hat der Bun­des­ge­richts­hof im hier ent­schie­de­nen Fall die strei­ti­ge Rege­lung als All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gung ein­ge­ord­net. Die ange­grif­fe­ne Klau­sel fin­det sich in einem von der Bank ver­wen­de­ten For­mu­lar und wur­de in sich ledig­lich hin­sicht­lich des Betrags unter­schei­den­den Fas­sun­gen in acht Dar­le­hens­ver­trä­gen ver­wen­det.

All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen lie­gen nicht vor, soweit die Ver­trags­be­din­gun­gen zwi­schen den Ver­trags­par­tei­en im Ein­zel­nen aus­ge­han­delt sind (§ 305 Abs. 1 Satz 3 BGB). Aus­han­deln bedeu­tet mehr als blo­ßes Ver­han­deln. Von einem Aus­han­deln in die­sem Sin­ne kann nur dann gespro­chen wer­den, wenn der Ver­wen­der zunächst den in sei­nen All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen ent­hal­te­nen geset­zes­frem­den Kern­ge­halt, also die den wesent­li­chen Inhalt der gesetz­li­chen Rege­lung ändern­den oder ergän­zen­den Bestim­mun­gen, inhalt­lich ernst­haft zur Dis­po­si­ti­on stellt und dem Ver­hand­lungs­part­ner Gestal­tungs­frei­heit zur Wah­rung eige­ner Inter­es­sen ein­räumt mit zumin­dest der effek­ti­ven Mög­lich­keit, die inhalt­li­che Aus­ge­stal­tung der Ver­trags­be­din­gun­gen zu beein­flus­sen. Er muss sich also deut­lich und ernst­haft zur gewünsch­ten Ände­rung ein­zel­ner Klau­seln bereit erklä­ren. Die ent­spre­chen­den Umstän­de hat der Ver­wen­der dar­zu­le­gen2. In der Regel schlägt sich das Aus­han­deln in Ände­run­gen des vor­for­mu­lier­ten Tex­tes nie­der. Die all­ge­mein geäu­ßer­te Bereit­schaft, belas­ten­de Klau­seln abzu­än­dern, genügt nicht3. Die­se Anfor­de­run­gen gel­ten auch im Rechts­ver­kehr zwi­schen Unter­neh­mern4.

BGh, Urteil vom 17. April 2018 – XI ZR 214/​16

  1. BGH, Urteil vom 04.07.2017 – XI ZR 233/​16, WM 2017, 1652 Rn.20 mwN
  2. BGH, Urteil vom 20.03.2014 – VII ZR 248/​13, BGHZ 200, 326 Rn. 27 mwN
  3. BGH, Urteil vom 28.07.2015 – XI ZR 434/​14, BGHZ 206, 305 Rn. 23
  4. BGH, Urteil vom 04.07.2017 – XI ZR 233/​16, WM 2017, 1652 Rn. 24 mwN