Anla­ge­be­ra­tung als sit­ten­wid­ri­ge Schä­di­gung

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist ein Anla­ge­be­ra­ter, der vor­sätz­lich eine anle­ger- und objekt­wid­ri­ge Emp­feh­lung abgibt und die Schä­di­gung des um Rat fra­gen­den Anle­gers zumin­dest bil­li­gend in Kauf nimmt, dem Anle­ger wegen vor­sätz­li­cher sit­ten­wid­ri­ger Schä­di­gung zum Scha­dens­er­satz ver­pflich­tet 1.

Anla­ge­be­ra­tung als sit­ten­wid­ri­ge Schä­di­gung

Dem­entspre­chend han­delt auch sit­ten­wid­rig, wer als Lei­ter eines mit Anla­ge­be­ra­tung befass­ten Unter­neh­mens ein Sys­tem eta­bliert, das dar­auf gerich­tet ist, den Kun­den unter plan­mä­ßi­ger Falsch­be­ra­tung ihren Inter­es­sen und ihrer Risi­ko­be­reit­schaft nicht ent­spre­chen­de risi­ko­be­haf­te­te Anla­gen zu emp­feh­len 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 16. Febru­ar 2016 – VI ZR 441/​14

  1. BGH, Urteil vom 19.02.2008 – XI ZR 170/​07, BGHZ 175, 276 Rn. 29[]
  2. BGH, Beschluss vom 18.08.2015 – VI ZR 302/​14; vgl. auch BGH, Urteil vom 14.07.2015 – VI ZR 463/​14, VersR 2015, 1574 Rn. 24[]