Anla­ge­be­ra­tungs­ver­trag durch Emp­feh­lung zum Hal­ten von Wert­pa­pie­ren

Die Ent­schei­dung, bereits erwor­be­ne Wert­pa­pie­re nicht zu ver­äu­ßern, son­dern wei­ter zu hal­ten, steht bei wirt­schaft­li­cher Betrach­tung einer Erwerbs­ent­schei­dung gleich. Gibt der Anla­ge­be­ra­ter eine Emp­feh­lung zum Hal­ten oder Ver­kauf eines Papie­res ab, kommt in glei­cher Wei­se still­schwei­gend ein Anla­ge­be­ra­tungs­ver­trag zustan­de wie beim Erwerb eines Papie­res. Im Fall von Bera­tungs­feh­lern kann der Anle­ger, der die Papie­re hält, ver­lan­gen, so gestellt zu wer­den, als hät­te er die Papie­re unmit­tel­bar nach dem Bera­tungs­ge­spräch ver­äu­ßert. Bei Kurs­rück­gän­gen besteht ein Scha­dens­er­satz­an­spruch nur in Höhe der Erlö­se, die bei unver­züg­li­cher Ver­äu­ße­rung (noch) erzielt wor­den wären.

Anla­ge­be­ra­tungs­ver­trag durch Emp­feh­lung zum Hal­ten von Wert­pa­pie­ren

Land­ge­richt Itze­hoe, Urteil vom 12. Juli 2010 – 7 O 218/​09