Anle­ger­schut­zes im grau­en Kapi­tal­markt

Das Bun­des­ka­bi­nett hat ges­tern den Ent­wurf eines "Geset­zes zur Novel­lie­rung des Finanz­an­la­gen­ver­mitt­ler- und Ver­mö­gens­an­la­gen­rechts" in das Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren ein­ge­bracht.

Anle­ger­schut­zes im grau­en Kapi­tal­markt

Im Bereich des soge­nann­ten grau­en Kapi­tal­markts kön­nen Anle­gern durch unse­riö­se Anbie­ter und die von die­sen ange­bo­te­nen Finanz­pro­duk­te sowie durch unse­riö­se oder unzu­rei­chend qua­li­fi­zier­te Pro­dukt­ver­trei­ber und deren nicht anle­ger­ge­rech­te Ver­mitt­lung oder Bera­tung finan­zi­el­le Schä­den dro­hen. Hier will der Geset­zes­ent­wurf in meh­re­ren Punk­ten regu­lie­rend ein­grei­fen:

  • Der Gesetz­ent­wurf soll die Stel­lung der Anle­ger ver­bes­sern und den Anle­ger­schutz im Bereich des grau­en Kapi­tal­mark­tes erheb­lich aus­bau­en. Zudem sol­len die Anfor­de­run­gen an den Ver­trieb von Finanz­an­la­ge­pro­duk­ten durch freie Ver­mitt­ler ver­schärft und an die Rege­lun­gen für Ban­ken ange­passt wer­den.
  • Der Gesetz­ent­wurf will des­wei­te­ren die Anfor­de­run­gen an Ver­kaufs­pro­spek­te für so genann­te Grau­markt­pro­duk­te wie geschlos­se­ne Fonds erhö­hen und auch die Kon­troll­mög­lich­kei­ten der Bun­des­an­stalt für Finanz­dienst­leis­tungs­auf­sicht erwei­tern, die BaFin soll die Pro­spek­te künf­tig nicht nur auf Voll­stän­dig­keit, son­dern auch auf Kohä­renz und Wider­spruchs­frei­heit prü­fen. Vor­ge­se­hen ist auch die Ein­füh­rung von Kurz­in­for­ma­ti­ons­blät­tern über Grau­markt­pro­duk­te und eine Ver­schär­fung der Rech­nungs­le­gungs­vor­schrif­ten für Emit­ten­ten.
  • Freie Ver­mitt­ler müs­sen künf­tig eine Sach­kun­de­prü­fung able­gen und eine Berufs­haft­pflicht­ver­si­che­rung nach­wei­sen. Zudem wer­den die Informations‑, Bera­tungs- und Doku­men­ta­ti­ons­pflich­ten des Wert­pa­pier­han­dels­ge­set­zes, die bis­her nur für den Ver­trieb von Finanz­an­la­gen durch Ban­ken gel­ten, auf freie Ver­mitt­ler über­tra­gen.

Mit die­sem Gesetz­ent­wurf soll zum einen die Kapi­tal­markt­ge­setz­ge­bung zusätz­li­che Vor­ga­ben ent­hal­ten, um durch eine effi­zi­en­te­re Regu­lie­rung und Beauf­sich­ti­gung des Kapi­tal­marks den beschrie­be­nen Defi­zi­ten ent­ge­gen zu wir­ken. So sol­len für Wert­pa­pier­dienst­leis­tungs­un­ter­neh­men Pflich­ten, die im regu­lier­ten Bereich bereits Stan­dard sind, auf Ver­mö­gens­an­la­gen im bis­he­ri­gen Grau­markt­be­reich aus­ge­dehnt wer­den. Hier­zu gehö­ren die auf­sichts­recht­li­chen Gebo­te,

Zudem sol­len stren­ge­re Anfor­de­run­gen an Inhalt und­Prü­fung von Ver­kaufs­pro­spek­ten für Ver­mö­gens­an­la­gen ein­ge­führt und Anbie­ter von Ver­mö­gens­an­la­gen ver­pflich­tet wer­den, Kurz­in­for­ma­ti­ons­blät­ter zu erstel­len, um die Anle­ger in kur­zer und ver­ständ­li­cher Form über die ovn ihnen ange­bo­te­nen Ver­mö­gens­an­la­gen zu infor­mie­ren. Für Emit­ten­ten von Ver­mö­gens­an­la­gen sol­len stren­ge­re Rech­nungs­le­gungs­pflich­ten ein­ge­führt wer­den.

Dane­ben sol­len die ver­blei­ben­den kur­zen Son­der­ver­jäh­rungs­fris­ten im Pro­spekt­haf­tungs­recht gestri­chen und die Haf­tungs­vor­aus­set­zun­gen im Bereich der Pro­spekt­haf­tung für Ver­mö­gens­an­la­gen erleich­tert wer­den.

Im Bereich der gewerb­li­chen Finanz­an­la­gen­ver­mitt­lung soll der Anle­ger­schutz gestärkt wer­den: Neue Vor­aus­set­zung für die Ertei­lung einer Erlaub­nis für den gewerb­li­chen Ver­trieb von Finanz­an­la­gen und für die Finanz­an­la­gen­be­ra­tung sind ein Sach­kun­de­nach­weis und eine Berufs­haft­pflicht­ver­si­che­rung. Dar­über hin­aus sol­len die Informations‑, Bera­tungs- und Doku­men­ta­ti­ons­pflich­ten des Sechs­ten Abschnitts des Wert­pa­pier­han­dels­ge­set­zes auf gewerb­li­che Finanz­an­la­gen­ver­mitt­ler über­tra­gen wer­den.

Des Wei­te­ren hat die Bun­des­re­gie­rung ange­kün­digt, zeit­nah die Mög­lich­kei­ten der umfas­sen­den Rege­lung des Hono­rar­be­ra­ters zu prü­fen und so bald wie mög­lich gesetz­lich umzu­set­zen.