Auf­rech­nung durch Bank­kun­den

Die in den All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen einer Spar­kas­se ent­hal­te­ne Klau­sel, wonach ein Kun­de nur mit unbe­strit­te­nen oder rechts­kräf­tig fest­ge­stell­ten For­de­run­gen auf­rech­nen darf, ist bei Bank­ge­schäf­ten mit Ver­brau­chern unwirk­sam.

Auf­rech­nung durch Bank­kun­den

In dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall wen­de­te sich ein Ver­brau­cher­schutz­ver­band gegen die von der beklag­ten Spar­kas­se in ihren All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen ver­wen­de­te Klau­sel und begehr­te, dass die Spar­kas­se die wei­te­re Ver­wen­dung die­ser Klau­sel unter­lässt:

Num­mer 11 Auf­rech­nung und Ver­rech­nung

(1) Auf­rech­nung durch den Kun­den

Der Kun­de darf For­de­run­gen gegen die Spar­kas­se nur inso­weit auf­rech­nen, als sei­ne For­de­run­gen unbe­strit­ten oder rechts­kräf­tig fest­ge­stellt sind.

Wäh­rend das erst­in­stanz­lich hier­mit befass­te Land­ge­richt Nürn­berg-Fürth der Kla­ge statt­ge­ge­ben hat­te 1, hat­te das Ober­lan­des­ge­richt Nürn­berg sie auf die Beru­fung der Spar­kas­se abge­wie­sen 2.

Der Bun­des­ge­richts­hof befand nun, dass die ange­foch­te­ne Klau­sel der Inhalts­kon­trol­le nach § 307 BGB unter­liegt und die­ser nicht stand­hält.

Denn nach § 361 Abs. 2 Satz 1 BGB darf von den Vor­schrif­ten der §§ 355 ff. BGB und damit ins­be­son­de­re von der Vor­schrift des § 355 Abs. 3 Satz 1 BGB – soweit nicht ein ande­res bestimmt ist, nicht zum Nach­teil des Ver­brau­chers abge­wi­chen wer­den. Bei den gesetz­li­chen Vor­ga­ben für das Wider­rufs­recht han­delt es sich damit um halb­zwin­gen­des Recht zu Guns­ten des Ver­brau­chers. All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen, die zum Nach­teil des Kun­den gegen (halb)zwingendes Recht ver­sto­ßen, benach­tei­li­gen die­sen mit der Fol­ge ihrer Unwirk­sam­keit unan­ge­mes­sen im Sin­ne des § 307 Abs. 1 Satz 1 BGB. Die ange­foch­te­ne Klau­sel erfasst auch sol­che For­de­run­gen, die dem Ver­brau­cher im Rah­men des Rück­ab­wick­lungs­ver­hält­nis­ses erwach­sen und die er den Ansprü­chen der Bank aus die­sem Ver­hält­nis ent­ge­gen­set­zen kann. Hier­in liegt eine unzu­läs­si­ge Erschwe­rung des Wider­rufs­rechts.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 20. März 2018 – XI ZR 309/​16

  1. LG Nürn­berg-Fürth, Urteil vom 17.11.2015 – 7 O 902/​15[]
  2. OLG Nürn­berg, Urteil vom 28.06.2016 – 3 U 2560/​15[]