Ban­ken­haf­tung wegen feh­len­der Bau­ge­neh­mi­gung

Das Land­ge­richt Mün­chen I hat die inzwi­schen zahl­rei­chen Urteil zur Fra­ge einer Haf­tung der finan­zie­ren­den Bank bei not­lei­den­den Immo­bi­li­en­fonds um eine wei­te­re Vari­an­te berei­chert: So ver­ur­teil­te das Land­ge­richt Mün­chen I die Rechts­nach­fol­ge­rin einer Genos­sen­schafts­bank, die die Betei­li­gung vie­ler Anle­ger an einem Immo­bi­li­en­fonds finan­zier­te, dazu, an die kla­gen­den Anle­ger, die ihre Betei­li­gung über die Rechts­vor­gän­ge­rin der Beklag­ten finan­ziert hat­te, sämt­li­che seit 1997 gezahl­ten Zins- und Til­gungs­ra­ten zurück­zu­zah­len und die­se dar­über hin­aus von den Rest­ver­bind­lich­kei­ten aus dem Finan­zie­rungs­dar­le­hen frei­zu­stel­len. Die­ses wird mitt­ler­wei­le von einer drit­ten Bank geführt.

Ban­ken­haf­tung wegen feh­len­der Bau­ge­neh­mi­gung

Das Land­ge­richt begrün­de­ten ihre Ent­schei­dung damit, dass nach ihren auch in ande­ren Ver­fah­ren getrof­fe­nen Fest­stel­lun­gen für das Bau­vor­ha­ben in Mün­chen, bei dem die Fonds­ge­sell­schaft laut Pro­spekt 14 Eigen­tums­woh­nun­gen erwer­ben woll­te, im Zeit­punkt des Erwerbs im März 1997 noch kei­ne Bau­ge­neh­mi­gung vor­ge­le­gen habe. Die­ser Umstand löse die Haf­tung der Ver­ant­wort­li­chen des Fonds aus, weil der Ein­druck erweckt wor­den sei, als sei das Bau­vor­ha­ben bereits kon­kret vor­be­rei­tet. Von die­sem Ver­hal­ten habe die Rechts­vor­gän­ge­rin der Beklag­ten gewusst, weil sie mit den Initia­to­ren des Fonds eng zusam­men­ge­ar­bei­tet habe, u.a. sei­en im Hin­blick auf die mög­li­chen Finan­zie­rungs­wün­sche poten­ti­el­ler Anle­ger sog. „Boni­täts­ras­ter“ aus­ge­tauscht wor­den. Nach der neu­es­ten Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richt­hofs zur Ver­jäh­rung bei arg­lis­ti­ger Täu­schung 1 kön­ne die Beklag­te der Rück­for­de­rung der seit 1997 geleis­te­ten Raten auch nicht teil­wei­se Ver­jäh­rung ent­ge­gen­hal­ten, so dass die Beklag­te die gesam­ten geleis­te­ten Zah­lun­gen an die Klä­ger zu erstat­ten habe.

Im Übri­gen sei fest­zu­stel­len, dass die Beklag­te auch den Scha­den zu tra­gen habe, der sich erge­ben kön­ne, wenn die Finanz­be­hör­den die seit 1997 unter Berück­sich­ti­gung der von den Klä­gern gel­tend gemach­ten Ver­lust­zu­wei­sun­gen ergan­ge­nen Steu­er­be­schei­de auf­hö­ben und die Klä­ger anschlie­ßend neu ver­an­la­gen wür­den.

Land­ge­richt Mün­chen I, End­ur­teil vom 12. Janu­ar 2009 – 28 O 24981/​07

  1. BGH, Urteil vom 10.11.2009 – XI ZR 252/​08[]