Bank­ge­büh­ren

Kre­dit­in­sti­tu­te sind nicht ver­pflich­tet, ihre Preis- und Leis­tungs­ver­zeich­nis­se Ver­brau­cher­schutz­ver­bän­den zur Ver­fü­gung zu stel­len.

Bank­ge­büh­ren

Dies ent­schied in vier ges­tern ver­kün­de­ten Urteil der Bun­des­ge­richts­hof auf die Kla­ge eines auf bank­recht­li­chen Ver­brau­cher­schutz spe­zia­li­sier­ten Ver­brau­cher­schutz­ver­band, der von der beklag­ten Spar­kas­se begehr­te, ihm auf Ver­lan­gen unent­gelt­lich mit­tels Email, Fax oder Brief­post ihr aktu­el­les voll­stän­di­ges Preis- und Leis­tungs­ver­zeich­nis zur Ver­fü­gung zu stel­len.

Die Kla­gen sind ist in den Vor­in­stan­zen sowohl vor dem Land­ge­richt Frank­furt am Main [1] wie dem Ober­lan­des­ge­richt Frankfurt/​Main [2]erfolg­los geblie­ben. Die Revi­si­on des Ver­brau­cher­ver­ban­des hat­te vor dem BGH jetzt eben­falls kei­nen Erfolg.

Der Bun­des­ge­richts­hof ent­schied, dass die Infor­ma­ti­ons­pflich­ten eines Kre­dit­in­sti­tuts gemäß § 675 a BGB nur gegen­über tat­säch­li­chen oder poten­ti­el­len Kun­den im Rah­men der Geschäfts­an­bah­nung bestehen. Ihnen soll ein Kon­di­tio­nen­ver­gleich mit den Leis­tun­gen und Prei­sen ande­rer Kre­dit­in­sti­tu­te ermög­licht wer­den. Hin­ge­gen muss das Preis- und Leis­tungs­ver­zeich­nis Ver­brau­cher­schutz­ver­bän­den, die nicht beab­sich­ti­gen, in eine Geschäfts­be­zie­hung zu dem auf Aus­kunft in Anspruch genom­me­nen Kre­dit­in­sti­tut zu tre­ten, nicht zur Ver­fü­gung gestellt wer­den.

Eine richt­li­ni­en­kon­for­me Aus­le­gung des § 675 a BGB an Hand des Art. 7 Abs. 1 und 2 der EU-Klau­sel­richt­li­nie [3] führt zu kei­nem ande­ren Ergeb­nis. Art. 7 der Klau­sel­richt­li­nie gewährt Ver­brau­cher­schutz­ver­bän­den allein eine Kla­ge­be­fug­nis. Zu deren Wahr­neh­mung ist das mit der Kla­ge gel­tend gemach­te Recht auf Zur­ver­fü­gung­stel­lung der All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen nicht erfor­der­lich.

§ 13 Abs. 1 UKlaG kommt als Anspruchs­grund­la­ge eben­falls nicht in Betracht. Nach die­ser Vor­schrift haben geschäfts­mä­ßi­ge Erbrin­ger von Post‑, Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons- oder Tele­me­di­en­diens­ten unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen Ver­brau­cher­schutz­ver­bän­den ledig­lich den Namen und die zustel­lungs­fä­hi­ge Anschrift eines Betei­lig­ten an Post‑, Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons- oder Tele­me­di­en­diens­ten mit­zu­tei­len.

Bun­des­ge­richts­hof, Urtei­le vom 23. Febru­ar 2010 – XI ZR 186/​09, 187/​09, 188/​09 und 190/​09

  1. LG Frank­furt am Main – Urtei­le vom 28.08.2008 – 2/​3 O 139/​08 und 2/​3 O 140/​08; vom 09.122008 – 2/​18 O 119/​08 und vom 10.12.2008 – 2/​6 O 168/​08[]
  2. Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt, Urtei­le vom 27.05.2009- 17 U 247/​08, 17 U 7/​09, 17 U 43/​09 und 17 U 44/​09[]
  3. Richt­li­nie 93/​13/​EWG des Rates vom 5. April 1993 über miss­bräuch­li­che Klau­seln in Ver­brau­cher­ver­trä­gen (Klau­sel­richt­li­nie), ABl. EG Nr. L 95 vom 21. 4. 1993, S. 29 – 34[]