Bau­her­ren­mo­del­le und das Wis­sen der Bank um die Pro­vi­si­ons­zah­lun­gen

Eine dem Erwer­ber von Woh­nungs­ei­gen­tum im Vor­feld vom Ver­mitt­ler vor­ge­leg­te, for­mu­lar­mä­ßi­ge (blo­ße) Zah­lungs­an­wei­sung an den Notar, aus dem Geld­be­trag (= Dar­le­hensva­lu­ta der vor­fi­nan­zie­ren­den Bank), der auf dem Notarand­er­kon­to ein­geht, „nach­fol­gend auf­ge­führ­te Beträ­ge“ zu sei­nen Las­ten und auf sei­ne Rech­nung „an die auf­ge­führ­ten Emp­fän­ger wei­ter­zu­lei­ten“, kann – auch unter Berück­sich­ti­gung der Unklar­hei­ten­re­gel des § 5 AGBG (heu­te § 305c Abs. 2 BGB) – nicht als abschlie­ßen­de Mit­tei­lung der vom Ver­trieb ins­ge­samt erwar­te­ten Pro­vi­si­on (Außen- und Innen­pro­vi­si­on) ver­stan­den wer­den.

Bau­her­ren­mo­del­le und das Wis­sen der Bank um die Pro­vi­si­ons­zah­lun­gen

Denn sie ent­hält – im Gegen­satz zu einem sog. Objekt- und Finan­zie­rungs­ver­mitt­lungs­auf­trag [1] – kei­nen aus­le­gungs­fä­hi­gen Text, der sich mit dem Ver­mitt­lungs­auf­trag des Anlegers/​Wohnungskäufers befasst und als abschlie­ßen­de Anga­be der vom Ver­trieb – neben der vom Käu­fer zu zah­len­den (Außen-)Provision – ins­ge­samt erwar­te­ten Pro­vi­sio­nen ver­stan­den wer­den könn­te [2].

Die Ver­let­zung einer eige­nen Auf­klä­rungs­pflicht durch die finan­zie­ren­de Bank wegen eines schwer­wie­gen­den Inter­es­sen­kon­flikts durch Ver­la­ge­rung des eige­nen not­lei­den­den Kre­dit­enga­ge­ments im Rah­men des finan­zier­ten Geschäfts auf die Erwer­ber [3] kommt auch schon für Febru­ar 1998 in Betracht.

Der Erwer­ber muss sich das Wis­sen des von ihm man­da­tier­ten Rechts­an­walts wäh­rend der Dau­er und im Rah­men des erteil­ten Man­dats, jedoch nicht über das Man­datsen­de hin­aus, zurech­nen las­sen (§ 166 Abs. 1 BGB), auch soweit die­ser den mög­li­chen Anspruch wegen eines schwer­wie­gen­den Inter­es­sen­kon­flikts, in dem sich die Finan­zie­rungs­bank befun­den hat, grob fahr­läs­sig nicht erkennt.

Ober­lan­des­ge­richt Karls­ru­he – Urteil vom 19. Dezem­ber 2013 – 17 U 271/​12

  1. dazu näher BGHZ 186, 96[]
  2. Bestä­ti­gung von OLG Karls­ru­he, Urteil vom 04.06.2013 – 17 U 186/​12[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 05.04.2011 – XI ZR 365/​09[]