Beim Online-Banking Geld verloren

29. November 2018 | Kapitalanlage- und Bankrecht
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Beim Online-Banking hat der Bankkunde vor jeder TAN-Eingabe den auf dem Mobiltelefon angezeigten Überweisungsbetrag und die dort ebenfalls genannte Ziel-IBAN zu überprüfen. Dies nicht zu tun, ist grob fahrlässig.

Mit dieser Begründung hat das Oberlandesgericht Oldenburg in dem hier vorliegenden Fall der Klage eines Bankkunden keinen Erfolg beschieden, mit der er die durch einen Banking-Trojaner verlorene Geldsumme von 8.000 Euro von der Bank zurückverlangte. Der klagende Bankkunde hatte sich einen Banking-Trojaner eingefangen, der ihn aufforderte, – vermeintlich von der Onlinebanking-Seite der Bank aus – zur Einführung eines neuen Verschlüsselungsalgorithmus eine Testüberweisung vorzunehmen und mit seiner TAN (Transaktionsnummer), die er per Mobiltelefon erhalten habe, zu bestätigen. In der Überweisungsmaske stand in den Feldern “Name“, “IBAN“ und “Betrag“ jeweils das Wort “Muster“. Der Kläger bestätigte diese vermeintliche Testüberweisung mit der ihm übersandten TAN. Tatsächlich erfolgte dann aber eine echte Überweisung auf ein polnisches Konto. Über 8.000,- Euro waren “weg“.

In seiner Entscheidung hat das Oberlandesgericht Oldenburg ausgeführt, dass der Kläger grob fahrlässig gegen die Geschäftsbedingungen der Bank verstoßen habe. Da sei nämlich vorgesehen, dass der Kunde bei der Übermittlung seiner TAN die Überweisungsdaten, die in der SMS erneut mitgeteilt werden, noch einmal kontrollieren müsse. Dies hatte der Kläger nicht getan. Er hatte lediglich auf die TAN geachtet und diese in die Computermaske eingetippt. Anderenfalls hätte es ihm nach Meinung des Oberlandesgerichts auffallen müssen, dass er eine Überweisung zu einer polnischen IBAN freigebe. Der Kunde müsse vor jeder TAN-Eingabe den auf dem Mobiltelefon angezeigten Überweisungsbetrag und die dort ebenfalls genannte Ziel-IBAN überprüfen. Dies nicht zu tun, sei grob fahrlässig. Der Kläger hätte im Übrigen bereits aufgrund der völlig unüblichen Aufforderung zu einer Testüberweisung misstrauisch werden müssen. Hinzu komme, dass die Bank auf ihrer Log-In-Seite vor derartigen Betrügereien gewarnt und darauf hingewiesen habe, dass sie niemals zu “Testüberweisungen“ auffordere. Vor diesem Hintergrund sei der Kunde selbst für den Verlust seines Geldes verantwortlich.

Oberlandesgericht Oldenburg, Beschluss vom 21. August 2018 – 8 U 163/17

 

 

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