Bekannt­ma­chung eines Mus­ter­ver­fah­rens­an­trags – und die Kos­ten der Beschwer­de

Auch im Fal­le der Rück­nah­me der (Rechts)Beschwer­de gegen einen Beschluss über die Bekannt­ma­chung eines Mus­ter­ver­fah­rens­an­trags nach § 3 Kap­MuG ist eine Kos­ten­ent­schei­dung des (Rechts)Beschwerdegerichts nicht ver­an­lasst. Die Kos­ten des (Rechts)Beschwerdeverfahrens bil­den einen Teil der Kos­ten des Aus­gangs­rechts­streits, wel­che die in der Sache unter­lie­gen­de Par­tei unab­hän­gig vom Aus­gang des Beschwer­de- und Rechts­be­schwer­de­ver­fah­rens nach §§ 91 ff ZPO zu tra­gen hat.

Bekannt­ma­chung eines Mus­ter­ver­fah­rens­an­trags – und die Kos­ten der Beschwer­de

Eine Kos­ten­ent­schei­dung ist nicht ver­an­lasst. Die Antrags­geg­ne­rin wen­det sich gegen die mit dem Bekannt­ma­chungs­be­schluss ver­bun­de­ne fak­ti­sche Aus­set­zung des Aus­gangs­ver­fah­rens (§ 5 Kap­MuG). Die Kos­ten des Rechts­be­schwer­de­ver­fah­rens bil­den einen Teil der Kos­ten des Aus­gangs­rechts­streits, wel­che die in der Sache unter­lie­gen­de Par­tei unab­hän­gig vom Aus­gang des Beschwer­de- und Rechts­be­schwer­de­ver­fah­rens nach §§ 91 ff ZPO zu tra­gen hat [1]. Hier­an ändert es nichts, wenn das Rechts­mit­tel zurück­ge­nom­men wird. § 516 Abs. 3 ZPO fin­det inso­weit kei­ne – ana­lo­ge – Anwen­dung. Auch im Fal­le der Rück­nah­me der Beschwer­de gegen einen Aus­set­zungs­be­schluss bil­det das Beschwer­de­ver­fah­ren einen Bestand­teil des Haupt­sa­che­ver­fah­rens. Es wäre im Übri­gen sach­lich nicht zu recht­fer­ti­gen, wenn der Beschwer­de­füh­rer bei einer Rück­nah­me sei­ner (Rechts)Beschwerde stets die Kos­ten des Rechts­mit­tel­ver­fah­rens zu tra­gen hät­te, bei einer Ver­wer­fung oder Zurück­wei­sung der (Rechts) Beschwer­de durch das Rechts­mit­tel­ge­richt jedoch nur dann, wenn er (auch) im Aus­gangs­rechts­streit unter­liegt.

Den Streit­wert für das Rechts­be­schwer­de­ver­fah­ren hat der Bun­des­ge­richts­hof mit einem Fünf­tel des Streit­werts des Aus­gangs­ver­fah­rens bemes­sen (§ 3 ZPO).

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 17. Dezem­ber 2015 – III ZB 14/​15

  1. BGH, Beschluss vom 05.11.2015 – III ZB 69/​14, WM 2015, 2308, 2311 Rn. 25; BGH, Beschlüs­se vom 08.04.2014 – XI ZB 40/​11, BKR 2014, 331, 333 f Rn. 26; und vom 02.12 2014 – XI ZB 17/​13, NJW-RR 2015, 299, 300 Rn.20 mwN; vgl. BGH, Beschluss vom 12.12 2005 – II ZB 30/​04, MDR 2006, 704; auch Münch­Komm-ZPO/­Gehr­lein, 4. Aufl., § 252 Rn. 18 mwN; Zöller/​Greger, ZPO, 31. Aufl., § 252 Rn. 3; Prütting/​Gehrlein/​Anders, ZPO, 7. Aufl., § 252 Rn.7[]