Bera­tungs­ver­trag und Kapi­tal­an­la­ge

Auch eine opti­mis­ti­sche Erwar­tung der Ent­wick­lung einer Kapi­tal­an­la­ge darf einer Anla­ge­emp­feh­lung zugrun­de gelegt wer­den, wenn die die­se Erwar­tung stüt­zen­den Tat­sa­chen sorg­fäl­tig ermit­telt sind und die dar­auf gestütz­te Pro­gno­se der künf­ti­gen Ent­wick­lung aus dama­li­ger Sicht ver­tret­bar ist. Dar­über hin­aus­ge­hen­de Risi­ko­ab­schlä­ge, die der einer Pro­gno­se inne­woh­nen­den Unsi­cher­heit Rech­nung tra­gen sol­len, sind für eine ange­mes­se­ne Dar­stel­lung des Risi­kos der Anla­ge nicht erfor­der­lich.

Bera­tungs­ver­trag und Kapi­tal­an­la­ge

Inhalt und Umfang der Hin­weis­pflicht zum Risi­ko eines Total­aus­falls hän­gen bei Emp­feh­lung der Kapi­tal­an­la­ge in einen Immo­bi­li­en­fonds nicht sche­ma­tisch von einer bestimm­ten Fremd­ka­pi­tal­quo­te des Fonds, son­dern viel­mehr von des­sen kon­kre­ten Risi­ken und dem indi­vi­du­el­len Bera­tungs­be­darf des Anle­gers ab, der sich nach des­sen Wis­sens­stand, sei­ner Risi­ko­be­reit­schaft und dem von ihm ver­folg­ten Anla­ge­ziel bestimmt.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 27. Okto­ber 2009 – XI ZR 337/​08