Depot­um­schich­tung – und die Auf­klä­rungs­pflich­ten der Bank

Die Anla­ge­be­ra­tung im Rah­men einer Depot­um­schich­tung zum Erwerb und zu der Ver­äu­ße­rung sind unter­schied­li­che Streit­ge­gen­stän­de. Bei einer Depot­um­schich­tung besteht kei­ne gene­rell gestei­ger­te Auf­klä­rungs­pflicht, auch nicht vor dem Hin­ter­grund eines Pro­vi­si­ons­in­ter­es­ses der Bank sowie der mit der Neu­an­la­ge für den Kun­den ver­bun­de­nen Kos­ten. Da bei einer Umschich­tung zeit­gleich sowohl eine Ver­kaufs- als auch eine Kauf­emp­feh­lung aus­ge­spro­chen wer­den, müs­sen (ledig­lich) bei­de Emp­feh­lun­gen anle­ger- und anla­ge­ge­recht sein.

Depot­um­schich­tung – und die Auf­klä­rungs­pflich­ten der Bank

Soweit von einem "Tausch" der Antei­le die Rede ist, ist dar­auf hin­zu­wei­sen, dass die­ser Ter­mi­nus recht­lich falsch und sach­lich unklar ist. Es geht viel­mehr um die Umschich­tung von Wert­pa­pie­ren in einem vor­han­de­nen Depot, mit­hin recht­lich zum einen um eine Ver­kaufs­emp­feh­lung hin­sicht­lich der bis­her gehal­te­nen Antei­le und zum ande­ren um eine Kauf­emp­feh­lung hin­sicht­lich ande­rer Antei­le. Bera­tung beim Erwerb und Bera­tung bei der Ver­äu­ße­rung sind unter­schied­li­che Streit­ge­gen­stän­de 1.

Schles­wig ‑Hol­stei­ni­sches Ober­lan­des­ge­richt, Urteil vom 24. Juli 2014 – 5 U 54/​13

  1. BGH, Urteil vom 29.04.2014 – XI ZR 477/​12, Rn. 15[]