Der steu­er­lich miss­glück­te Film­fonds – und der Steu­er­scha­den

Der Anle­ger hat bei einer Aberken­nung von Ver­lust­zu­wei­sun­gen und einer damit ein­her­ge­hen­den steu­er­li­chen Nach­for­de­rung kei­nen Scha­dens­er­satz­an­spruch auf Ersatz der Steu­er­vor­tei­le, die bis­her auf der Aner­ken­nung der Ver­lust­zu­wei­sung beruh­ten.

Der steu­er­lich miss­glück­te Film­fonds – und der Steu­er­scha­den

Denn im Rah­men des von ihm ver­folg­ten Scha­dens­er­satz­an­spruchs, der dahin geht, so gestellt zu wer­den, als hät­te er sich nicht betei­ligt, besteht kein (Erfül­lungs)Anspruch auf den Ein­tritt von Fol­gen, die sich aus der Betei­li­gung selbst erge­ben.

Bei einer Aberken­nung von Ver­lust­zu­wei­sun­gen und einer damit ein­her­ge­hen­den steu­er­li­chen Nach­for­de­rung kommt aber wegen der hier­auf zu ent­rich­ten­den Zin­sen ein Scha­dens­er­satz­an­spruch in Betracht, auf den die Vor­tei­le aus der über Jah­re wäh­ren­den Aner­ken­nung von Ver­lust­zu­wei­sun­gen anzu­rech­nen wären1.

Vor­aus­set­zung für eine dar­aus resul­tie­ren­de Haf­tung für einen im Wege der Pro­spekt­haf­tung im wei­te­ren Sin­ne zu erset­zen­den Ver­trau­ens­scha­den wäre des­halb unter ande­rem die Dar­le­gung, dass die (fik­ti­ve) steu­er­li­che Belas­tung ohne die Betei­li­gung ins­ge­samt für den Anle­ger gerin­ger gewe­sen wäre als die nun­mehr mög­li­cher­wei­se nach­zu­zah­len­den und zu ver­zin­sen­den Beträ­ge im Rah­men des hier ver­folg­ten Scha­dens­er­satz­an­spruchs2. Der blo­ße Hin­weis auf vom Finanz­amt ver­an­lag­te Zin­sen reicht zur Dar­le­gung des Scha­dens nicht aus.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 9. Mai 2017 – II ZR 344/​15

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 13.12 2016 – II ZR 310/​15 10; Urteil vom 15.07.2010 – III ZR 322/​08 34
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 13.12 2016 – II ZR 310/​15 11