Der Medi­en­fonds, der Wirt­schafts­prü­fer als Mit­tel­ver­wen­dungs­kon­trol­leur – und die Ver­jäh­rung von Haf­tungs­an­sprü­chen

Die fünf Jah­re betra­gen­de Ver­jäh­rungs­frist des § 51a WPO aF fin­det – gege­be­nen­falls nach Maß­ga­be des § 139b Abs. 1 WPO – auf Scha­dens­er­satz­an­sprü­che gegen einen Wirt­schafts­prü­fer wegen der Ver­let­zung von Auf­klä­rungs­pflich­ten aus einem Mit­tel­ver­wen­dungs­kon­troll­ver­trag Anwen­dung.

Der Medi­en­fonds, der Wirt­schafts­prü­fer als Mit­tel­ver­wen­dungs­kon­trol­leur – und die Ver­jäh­rung von Haf­tungs­an­sprü­chen

Dies hat der Bun­des­ge­richts­hof in sei­nen die­sel­be Wirt­schafts­prü­fungs­ge­sell­schaft und eben­falls Medi­en­fonds betref­fen­den Urtei­len vom 11.04.2013 ent­schie­den 1.

In dem Zeit­punkt, in dem der Anspruch ent­stan­den ist, beginnt der Lauf der Frist des § 51a WPO aF.

Der Anle­ger lei­tet sei­ne For­de­rung gegen die Wirt­schafts­prü­fungs­ge­sell­schaft vor­lie­gend aus dem Vor­wurf her, die­se habe es unter­las­sen, ihn vor sei­nem Bei­tritt zu dem Fonds über die (von ihm behaup­te­ten) Män­gel der Mit­tel­ver­wen­dungs­kon­trol­le auf­zu­klä­ren. Ein hier­aus erwach­se­ner Scha­den bestün­de in der Ein­ge­hung der Betei­li­gung und wäre dem­nach mit Ein­tritt der recht­li­chen Bin­dung des Klä­gers an sei­ne Betei­li­gungs­ent­schei­dun­gen ent­stan­den 2.

Die Grund­sät­ze der Sekun­där­haf­tung grei­fen zuguns­ten des Anle­gers nicht ein 3.

Aller­dings kommt ein unver­jähr­ter Scha­dens­er­satz­an­spruch des Anle­gers gegen die Wirt­schafts­prü­fungs­ge­sell­schaft aus § 823 Abs. 2 BGB i.V.m. § 264 a Abs. 1 Nr. 1, § 27 StGB sowie §§ 826, 830 BGB in Betracht, weil deren Mit­ar­bei­ter, für die sie gemäß § 31 oder § 831 BGB haft­bar sein könn­te, an delik­ti­schen Hand­lun­gen des frü­he­ren Fond­s­in­itia­to­rin mit­ge­wirkt haben könn­ten.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 10. Juli 2014 – III ZR 177/​12

  1. BGH, Urtei­le vom 11.04.2013 – III ZR 79/​12, WM 2013, 1016 Rn. 23 ff; und – III ZR 80/​12, BeckRS 2013, 07847 Rn. 21 ff; seit­her stän­di­ge Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs, z.B.: BGH, Urtei­le vom 31.10.2013 – III ZR 164/​12, BeckRS 2013, 19774 Rn. 14 und – III ZR 294/​11, BeckRS 2013, 19775 Rn. 13; Beschlüs­se vom 27.02.2014 – III ZR 200/​13; und vom 28.01.2014 – III ZR 209/​13, BeckRS 2014, 03307 Rn. 3[]
  2. vgl. BGH, Urtei­le vom 11.04.2013 – III ZR 79/​12 aaO Rn. 29; – III ZR 80/​12 aaO Rn. 27 jeweils mwN[]
  3. vgl. BGH, Urtei­le vom 11.04.2013 – III ZR 79/​12 aaO Rn. 31; – III ZR 80/​12 aaO Rn. 29[]