Die Hono­rar­be­ra­tung

Für die Geld­an­la­ge oder Kre­dit­fi­nan­zie­rung wen­den sich vie­le Ver­brau­cher an Finanz­be­ra­ter. Weil sie selbst sich über­haupt nicht oder nur mini­mal auf die­sem Gebiet aus­ken­nen, ver­trau­en sie sich – und ihre Finan­zen – einem Finanz­be­ra­ter an, von dem sie über­zeugt sind, dass die­ser die für sie bes­ten Anla­ge­mög­lich­kei­ten auf­zei­gen wird. Dabei wird viel­fach ver­ges­sen, dass in der Bun­des­re­pu­blik die Anla­gen­be­ra­tung über­wie­gend als pro­vi­si­ons­ge­stütz­te Bera­tung erfolgt. Der Bera­ter erhält also eine Pro­vi­si­on, wenn er bestimm­te Finanz­pro­duk­te ver­kauft. Damit hat er auch ein per­sön­li­ches Inter­es­se an der Ver­mitt­lung – was mit einer opti­ma­len Bera­tung eines Kun­den nicht unbe­dingt immer zu ver­ein­ba­ren ist.

Die Hono­rar­be­ra­tung

Die­se Unge­wiss­heit bezüg­lich der Qua­li­tät des Finanz­be­ra­ters muss aber nicht sein. Bei einer Hono­rar­be­ra­tung fällt die Pro­vi­si­ons­zah­lung weg und der Ver­brau­cher ist sich hun­dert­pro­zen­tig sicher, dass sein Bera­ter unab­hän­gig ist und alle Anla­ge­mög­lich­kei­ten in Betracht zieht.

Nun ist vom Gesetz­ge­ber die­se Bera­tung auf Hono­rar­ba­sis neu gere­gelt wor­den. Nach­dem der Deut­schen Bun­des­tag am 25. April 2013 das "Gesetz zur För­de­rung und Regu­lie­rung einer Hono­rar­be­ra­tung über Finanz­in­stru­men­te" (Hono­rar­an­la­ge­be­ra­tungs­ge­setz) ver­ab­schie­de­te, hat nun auch der Bun­des­rat dem Gesetz zuge­stimmt. Damit wird die Hono­rar­be­ra­tung erst­mals auf eine gesetz­li­che Grund­la­ge gestellt, wenn das Gesetz 2014 in Kraft tritt. Gleich­zei­tig wird mit dem Gesetz der geschütz­te Beruf des "Hono­rar-Anla­ge­be­ra­ters" ein­ge­führt.

Gegen­über dem pro­vi­si­ons­ab­hän­gi­gen Bera­ter liegt der Vor­teil der Hono­rar­be­ra­tung in der voll­kom­men auf den Ver­brau­cher aus­ge­rich­te­ten Dienst­leis­tung. Der Ver­brau­cher wird unab­hän­gig, bedarfs­ge­recht und ohne per­sön­li­ches Inter­es­se bera­ten. Dabei müs­sen die Hono­rar­be­ra­ter nach dem neu­en Gesetz wei­ter­ge­hen­de Anfor­de­run­gen erfül­len, als Anla­ge­be­ra­ter auf Pro­vi­si­ons­ba­sis:

Eine Anla­gen-Hono­rar­be­ra­tung darf aus­schließ­lich auf Hono­rar­ver­gü­tung des Ver­brau­chers erfol­gen. So dass ein Bera­ter, wenn ein Finanz­pro­duk­te nicht ohne Pro­vi­si­on zu erhal­ten ist, die­se an den Ver­brau­cher wei­ter­ge­ben muss.

Außer­dem hat der Hono­rar­be­ra­ter ein brei­tes Ange­bot vor­zu­wei­sen, wofür er über einen aus­rei­chen­den Markt­über­blick ver­fü­gen muss. Die Bera­tung muss viel­sei­ti­ge­re Ange­bo­te als nur die eige­nen oder die von nahe­ste­hen­de Anbie­tern umfas­sen.

Mit Ein­füh­rung des Geset­zes besteht für den Hono­rar-Finanz­an­la­ge­be­ra­ter eine spe­zi­el­le gewer­be­recht­li­che Erlaub­nis- und Ein­tra­gungs­pflich­ten (IHK-Regis­ter), so dass die Hono­rar­an­la­gen­be­ra­tung z.B. auch für offe­ne Invest­ment­fonds mög­lich wird.