Die Münz­geld­klau­sel einer Bank

Die Münz­geld­klau­sel in den All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen einer Bank kön­nen unwirk­sam sein, wenn das ver­ein­bar­te Ent­gelt über die Kos­ten hin­aus­geht, die der Bank durch die Nut­zung des Zah­lungs­mit­tels ent­ste­hen.

Die Münz­geld­klau­sel einer Bank

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ober­lan­des­ge­richt Karls­ru­he in dem hier vor­lie­gen­den Fall der Kla­ge eines Ver­brau­cher­schutz­ver­ban­des statt­ge­ge­ben und die wei­te­re Ver­wen­dung der Klau­sel in ihrem Preis- und Leis­tungs­ver­zeich­nis unter­sagt. Der Ver­brau­cher­schutz­ver­band hat gegen die Klau­sel:

"BARTRANSAKTION
Bar­ein­zah­lung für Münz­geld 7,50 Euro"

in den AGBs einer Bank geklagt.

Nach Auf­fas­sung des Ober­lan­des­ge­richts Karls­ru­he weicht die ange­foch­te­ne Klau­sel von der gesetz­li­chen Rege­lung des § 312a Abs. 4 Nr. 2 BGB ab. Zwar regelt die Klau­sel mit der Bar­ein­zah­lung von Münz­geld auf ein Zah­lungs­kon­to einen Zah­lungs­dienst. Für Zah­lungs­diens­te als ver­trag­li­che Haupt­leis­tung kann die Bank grund­sätz­lich ein Ent­gelt ver­lan­gen. Jedoch erfasst sie auch den Fall, dass ein Kun­de sein im Soll befind­li­ches Giro­kon­to durch die Bar­ein­zah­lung von Münz­geld wie­der aus­gleicht. Damit ent­hält sie eine Ver­ein­ba­rung, durch die ein Ver­brau­cher ver­pflich­tet wird, ein Ent­gelt dafür zu zah­len, dass er für die Erfül­lung sei­ner ver­trag­li­chen Pflich­ten ein bestimm­tes Zah­lungs­mit­tel nutzt.

Das ver­ein­bar­te Ent­gelt von 7,50 Euro geht ent­ge­gen § 312a Abs. 4 Nr. 2 BGB über die Kos­ten hin­aus, die der Bank durch die Nut­zung des Zah­lungs­mit­tels ent­ste­hen. Damit ist die Klau­sel mit wesent­li­chen Grund­ge­dan­ken der gesetz­li­chen Rege­lung, von der abge­wi­chen wird, nicht zu ver­ein­ba­ren und benach­tei­ligt die Kun­den der Beklag­ten ent­ge­gen den Grund­sät­zen von Treu und Glau­ben unan­ge­mes­sen (§ 307 BGB).

Wegen grund­sätz­li­cher Bedeu­tung der Sache ist die Revi­si­on zum Bun­des­ge­richts­hof zuge­las­sen wor­den.

Ober­lan­des­ge­richt Karls­ru­he, Urteil vom 26. Juni 2018 – 17 U 147/​17