Haf­tung einer Bank für feh­ler­haf­te Anla­ge­be­ra­tung

Mit einem Urteil zur Ver­let­zung von Bera­tungs­pflich­tun­gen durch die bera­ten­de Bank hat das Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg die Rech­te von Anle­gern eines Medi­en­fonds gestärkt. Der Klä­ger beab­sich­tig­te, zwecks Ver­mö­gens­auf­bau zur Alters­vor­sor­ge Geld anzu­le­gen. Die bera­ten­de Bank emp­fahl ihm anhand eines Pro­spek­tes die Betei­li­gung an einem Medi­en­fonds. Da die Risi­ken im Pro­spekt aber unrich­tig dar­ge­stellt waren, ver­ur­teil­te das Ober­lan­des­ge­richt die beklag­te Bank zum Scha­dens­er­satz gegen Rück­ab­tre­tung der Rech­te aus der Geld­an­la­ge.

Haf­tung einer Bank für feh­ler­haf­te Anla­ge­be­ra­tung

Der Klä­ger hat­te sich im Jahr 2001 an sei­ne Bank gewandt, um sich über eine Geld­an­la­ge mit dem Ziel der Alters­vor­sor­ge und des Ver­mö­gens­auf­baus bera­ten zu las­sen. Ein Mit­ar­bei­ter der Bank beriet ihn anhand eines umfang­rei­chen Pro­spek­tes. In die­sem war unter der Rubrik „Risi­ken und Chan­cen“ dar­auf hin­ge­wie­sen wor­den, dass im Extrem­fall, wenn alle her­ge­stell­ten Fil­me „flop­pen“ soll­ten, sich die „Aus­schüt­tun­gen auf etwa 50% ihrer Nomi­nal­ein­la­ge redu­zie­ren könn­ten. Nur im Fall wei­te­rer unvor­her­ge­se­he­ner ungüns­ti­ger Ereig­nis­se kön­ne dies bis zum Total­ver­lust füh­ren. Im Jahr 2006 teil­te die Betei­li­gungs­fir­ma dem Klä­ger mit, dass sich der Wert sei­ner Anla­ge auf rund 20 % ver­rin­gert habe.

Das Land­ge­richt hat­te die Kla­ge auf Scha­dens­er­satz abge­wie­sen, da der Klä­ger als risi­ko­be­rei­ter Anle­ger anla­ge­ge­recht bera­ten wor­den sei und er das Risi­ko des Total­ver­lus­tes aus dem Pro­spekt habe ent­neh­men kön­nen.

Mit sei­ner Beru­fung vor dem Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg hat­te der Klä­ger inso­weit Erfolg. Der 3. Zivil­se­nat hat ent­schie­den, dass die Risi­ko­be­schrei­bung im frag­li­chen Pro­spekt rech­ne­risch unschlüs­sig und sach­lich unzu­tref­fend gewe­sen sei. Auf die Mög­lich­keit eines Total­ver­lus­tes sei jeweils nur im Zusam­men­hang mit ande­ren, als deut­lich fer­ner lie­gend dar­ge­stell­ten, Risi­ken hin­ge­wie­sen wor­den. Die sach­lich unzu­tref­fen­de Dar­stel­lung der Risi­ken müs­se sich die Bank, die anhand des Pro­spek­tes bera­te, zurech­nen las­sen.

Die Ent­schei­dung ist nicht rechts­kräf­tig. Das OLG hat die Revi­si­on zum BGH zuge­las­sen, die auch bereits ein­ge­legt wur­de.

Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg, Urteil vom 24. Sep­tem­ber 2008 – 3 U 54/​07