Insol­venz­an­fech­tung – und die ver­wei­ger­te Last­schrift­ge­neh­mi­gung

Wird die Geneh­mi­gung einer Last­schrift ver­wei­gert, hat die Zahl­stel­le die Belas­tungs­bu­chung zum Datum der Belas­tung zu berich­ti­gen; der Umfang einer Dar­le­hens­rück­füh­rung ist bei einer Anfech­tung auf der Grund­la­ge des berich­tig­ten Kon­to­stan­des zu ermit­teln.

Insol­venz­an­fech­tung – und die ver­wei­ger­te Last­schrift­ge­neh­mi­gung

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs 1 gestat­tet der For­de­rungs­schuld­ner sei­nem Gläu­bi­ger im Ein­zie­hungs­er­mäch­ti­gungs­ver­fah­ren alter Art, um das es hier noch geht, ledig­lich die Nut­zung des von der Kre­dit­wirt­schaft ent­wi­ckel­ten tech­ni­schen Ver­fah­rens des Last­schrift­ein­zugs.

Ver­wei­gert er (oder nach einer Anord­nung gemäß § 21 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1, § 22 Abs. 1 oder 2 InsO statt sei­ner der vor­läu­fi­ge Insol­venz­ver­wal­ter) die Geneh­mi­gung, indem er der Belas­tungs­bu­chung wider­spricht, muss die Zahl­stel­le die aus­ge­wie­se­ne Belas­tung berich­ti­gen 2. Sie ist ver­pflich­tet, die ihrem Kun­den zu Unrecht ent­zo­ge­ne Buch­po­si­ti­on durch berich­tig­ten Kon­ten­aus­weis sei­nes For­de­rungs­be­stan­des wie­der­her­zu­stel­len 3. Die Berich­ti­gung kann sich nur auf den Zeit­punkt der Belas­tungs­bu­chung bezie­hen.

Ficht der Insol­venz­ver­wal­ter die Rück­füh­rung eines Dar­le­hens im "kri­ti­schen" Zeit­raum der §§ 130, 131 InsO an, ist der Umfang der Rück­füh­rung auf der Grund­la­ge des berich­tig­ten Kon­ten­aus­wei­ses zu ermit­teln.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 26. Juni 2014 – IX ZR 130/​13

  1. BGH, Urteil vom 28.02.1977 – II ZR 52/​75, BGHZ 69, 82, 84 f; vom 14.02.1989 – XI ZR 141/​88, WM 1989, 520, 521; vom 20.07.2010 – IX ZR 37/​09, BGHZ 186, 242 Rn. 6 f; vom 20.07.2010 – XI ZR 236/​07, BGHZ 186, 269 Rn. 10[]
  2. BGH, Urteil vom 20.07.2010 – XI ZR 236/​07, aaO[]
  3. BGH, Urteil vom 28.06.2012 – IX ZR 219/​10, BGHZ 194, 1 Rn. 14[]