Kapi­tal­an­le­ger-Mus­ter­ver­fah­ren – und der Streit­wert im Rechtsbeschwerdeverfahren

Gemäß § 51a Abs. 2 GKG ist im Rechts­be­schwer­de­ver­fah­ren nach dem Kapi­tal­an­le­ger­Mus­ter­ver­fah­rens­ge­setz bei der Bestim­mung des Streit­werts von der Sum­me der in sämt­li­chen Aus­gangs­ver­fah­ren gel­tend gemach­ten Ansprü­che aus­zu­ge­hen, soweit die­se von den Fest­stel­lungs­zie­len des Mus­ter­ver­fah­rens betrof­fen sind.

Kapi­tal­an­le­ger-Mus­ter­ver­fah­ren – und der Streit­wert im Rechtsbeschwerdeverfahren

Infol­ge­des­sen sind bei der Streit­wert­be­mes­sung auch die in den Aus­gangs­ver­fah­ren gel­tend gemach­ten Ansprü­che der Bei­ge­la­de­nen zu berück­sich­ti­gen, die zwar dem Rechts­be­schwer­de­ver­fah­ren nicht bei­getre­ten sind, ihre Kla­ge aber nicht inner­halb der Monats­frist des § 8 Abs. 3 Nr. 2, § 24 Abs. 2 Kap­MuG zurück­ge­nom­men haben1.

Die Fest­set­zung des Gegen­stands­werts für die außer­ge­richt­li­chen Kos­ten rich­tet sich nach § 23b RVG. Danach bestimmt sich der Gegen­stands­wert nach der Höhe des von dem Auf­trag­ge­ber oder gegen die­sen im Pro­zess­ver­fah­ren gel­tend gemach­ten Anspruchs, soweit die­ser Gegen­stand des Mus­ter­ver­fah­rens ist.

Für die Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten, die meh­re­re Betei­lig­te im Rechts­be­schwer­de­ver­fah­ren ver­tre­ten, ist der Gegen­stands­wert für die Bestim­mung der außer­ge­richt­li­chen Kos­ten gemäß § 22 Abs. 1 RVG in Höhe der Sum­me der nach § 23b RVG zu bestim­men­den Streit­wer­te fest­zu­set­zen2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 8. Juni 2021 – XI ZB 22/​19

  1. BGH, Beschlüs­se vom 22.11.2016 – XI ZB 9/​13, BGHZ 213, 65 Rn. 117; und vom 19.09.2017 – XI ZB 17/​15, BGHZ 216, 37 Rn. 74[]
  2. BGH, Beschlüs­se vom 22.11.2016 – XI ZB 9/​13, BGHZ 213, 65 Rn. 118; vom 19.09.2017 – XI ZB 17/​15, BGHZ 216, 37 Rn. 75; und vom 23.10.2018 – XI ZB 3/​16, BGHZ 220, 100 Rn. 81[]

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