Bera­tungs­pflich­ten beim Ver­kauf einer Eigen­tums­woh­nung

Die Grüe­zi-Real-Esta­te AG muss einen Kauf­ver­trag über eine Eigen­tums­woh­nung wegen unzu­rei­chen­der Bera­tung rück­ab­wi­ckeln.

Bera­tungs­pflich­ten beim Ver­kauf einer Eigen­tums­woh­nung

In dem jetzt vom Land­ge­richt Ber­lin ent­schie­de­nen Fall hat der Käu­fer einer Eigen­tums­woh­nung in Ber­lin-Schö­ne­berg gegen die Grüe­zi-Real-Esta­te AG geklagt. Nach Auf­fas­sung des Land­ge­richts ist der Käu­fer beim Bera­tungs­ge­spräch vor dem bank­fi­nan­zier­ten Erwerb unzu­rei­chend über die zu erwar­ten­den Miet­erträ­ge infor­miert wor­den. Der Woh­nungs­ver­mitt­ler hat ihm wahr­heits­wid­rig zuge­si­chert, er müs­se kei­ne eige­nen Zuzah­lun­gen leis­ten. Außer­dem hat der Ver­mitt­ler dem Käu­fer dazu gera­ten, ein ver­bind­li­ches Kauf­ver­trags­an­ge­bot abzu­ge­ben, obwohl er noch kei­nen Dar­le­hens­ver­trag abge­schlos­sen und kei­ne Über­sicht über die kon­kre­te Ren­ta­bi­li­tät des Anla­ge­ob­jek­tes gehabt hat.

Das Land­ge­richt gelang­te zu der Über­zeu­gung, dass der Kauf bei zutref­fen­der Bera­tung nicht zu Stan­de gekom­men wäre und gab dem Ver­brau­cher Recht, für den durch den Ver­trag erheb­li­che lang­fris­ti­ge finan­zi­el­le Belas­tun­gen ent­stan­den wären. Daher ist die Grüe­zi-Real-Esta­te AG dazu ver­ur­teilt wor­den, den Kauf­ver­trag über eine Eigen­tums­woh­nung in Ber­lin-Schö­ne­berg im Wege des Scha­dens­er­sat­zes rück­gän­gig zu machen.

Land­ge­richt Ber­lin, Urteil vom 19. Janu­ar 2012 – 13 O 317/​10