Kleinanlegerschutzgesetz und die Schwarmfinanzierung

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) hat nach 2 Jahren mit dem Kleinanlegerschutzgesetz Bilanz gezogen und über die Erfahrungen in Bezug auf Vermögensanlagen informiert:

Kleinanlegerschutzgesetz und die Schwarmfinanzierung

Im Juni 2015 ist das Kleinanlegerschutzgesetz in Kraft getreten, mit dem die Anbieter von Vermögensanlagen zur Einhaltung neuer Richtlinien verpflichtet worden sind. Zuständig für die Überwachung ist die BaFin. Gerade mit den Richtlinien über die Vermögensanlagen-Verkaufsprospektverordnung und die neuen Anforderungen des Vermögensanlagengesetzes gibt es laut BaFin immer wieder Schwierigkeiten. So besteht unter bestimmten Bedingungen die Möglichkeit, dass Schwarmfinanzierungen (sog. Crowdinvesting) von der Prospektpflicht ausgenommen sind. Gerade bei neuen Betreibern von Internetplattformen besteht bei der Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben noch ein Defizit, während etablierte Firmen dabei keine Schwierigkeiten haben.

Nach § 2a VermAnlG müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein, damit eine Schwarmfinanzierung von der Prospektpflicht ausgenommen ist: Entweder hat die Vermögensanlage ein partiarische oder Nachrangdarlehen gemäß § 1 Absatz 2 Nr. 3 und 4 VermAnlG zu sein, oder es muss sich um sonstige, wirtschaftlich vergleichbare Vermögensanlagen im Sinne des § 1 Absatz 2 Nr. 7 VermAnlG handeln. Darüber hinaus darf der Verkaufspreis nicht mehr als 2,5 Mio. € betragen, wenn die vom Anbieter angebotenen Vermögensanlagen von einem Emittenten stammen.

Vor Allem muss es sich aber um Schwarmfinanzierung oder Crowdinvesting handeln. Darunter versteht man eine Finanzierungsform, mit der sich viele Investoren und Anleger über das Internet an einem Unternehmen (meistens Start-ups) beteiligen. Dabei werden üblicherweise relativ geringe Geldbeträge von den einzelnen Investoren eingesetzt. In Zeiten von extrem niedrigen Zinsen sprechen besonders die hohen Renditen für eine mögliche Anlage. Folglich ist es nicht verwunderlich, dass trotz eines höheren Risikos die Wachstumsraten beim Crowdinvesting sehr hoch sind.

So hat z.B. die Adcada GmbH überaus positive Erfahrungen mit dem Crowdinvesting gemacht. Anlegern wird hier beim Crowdinvesting eine überdurchschnittliche Rendite und quartalsweise Zinszahlungen angeboten. Zuletzt konnte nach dem abgeschlossenen 2. Quartal 2017 an die Investoren rund 25.700 Euro ausgezahlt werden. Die stetige Weiterentwicklung des Unternehmens ist der Garant für konstante Ausschüttungen an die Investoren. Weiterentwicklung heißt auch Wachstum. So ist dieses Unternehmen nach eigenen Angaben im Vergleich zum Vorjahr um 285 % gewachsen, und das Kapital der Investoren wird ausschließlich für weiteres Wachstum verwendet. Die Weichen für die nächsten erfolgreichen Entwicklungen sind auch schon gestellt worden: Im Mai 2017 wurde der Adcada-Park in Rostock-Bentwisch eröffnet.