Kleinkredit aufnehmen: Rechte und Pflichten des Kreditnehmers

Nicht immer ist die Haushaltskasse derart prall gefüllt, dass unvorhergesehene Anschaffungen problemlos getätigt werden können. In dieser Situation hilft nur noch ein Kredit, um den finanziellen Engpass zu überwinden. Besonders beliebt sind Kleinkredite, die in der Regel nicht höher als 10.000 € liegen und mit einigen Vorteilen aufwarten. Wie so oft im Leben ist auch die Aufnahme eines Kleinkredites mit bestimmten Rechten und Pflichten verbunden. Um welche handelt es sich?

Kleinkredit aufnehmen: Rechte und Pflichten des Kreditnehmers

Von der Rückzahlung bis zur Informationspflicht: Diese Pflichten warten

Die oberste Pflicht des Kreditnehmers leuchtet ein: Er muss das von der Bank erhaltene Darlehen fristgerecht zurückzahlen. Dies liegt in seinem eigenen Interesse, denn tut er dies nicht, kann die zunächst mahnende Bank den Kreditvertrag kündigen. Daher sollte jeder Kreditnehmer Sorge tragen, dass hinsichtlich dessen erst gar keine Probleme entstehen und sich im Vorfeld die Frage stellen, wer bei einem Verdienstausfall den Kredit zurückzahlt. Bahnt sich das Unglück an, gilt es, frühestmöglich die Bank zur Lösungsfindung zu kontaktieren.

Wer einen Kleinkredit aufgenommen hat, muss den Kreditgeber zudem über einschneidende Veränderungen der finanziellen Verhältnisse informieren. Insbesondere Arbeitslosigkeit darf nicht verschwiegen werden. Sicherheiten werden von Banken bei Kleinkrediten zwar eher selten verlangt. Falls doch, sollten Kreditnehmer jene unverzüglich nach Abschluss des Vertrags bestellen. Ansonsten hat der Kreditgeber das Recht, die Auszahlung des Kleinkredites – ganz gleich in welcher Höhe – zu verweigern.

Rechte des Kreditnehmers: Transparenz, Widerruf und mehr

Ob Kleinkredite bis maximal 10.000 € oder spezielle Auto- und Immobilienkredite: Transparenz schreibt der Gesetzgeber groß. Banken sollten sich demnach hüten, versteckte Kosten in den Kleinkredit einzubauen. Dazu gehört sowohl der Verzicht auf Gebühren für die Bonitätsprüfung und Bearbeitung als auch die Angabe des effektiven Jahreszinses. Letzterer enthält nämlich alle anfallenden Kosten und ermöglicht einen aussagekräftigen Kreditvergleich.

Zudem muss die Bank dem Kreditnehmer die Möglichkeit einräumen, das Darlehen komplett vorzeitig zurückzuzahlen. Erlaubt ist dafür aber die Erhebung einer Vorfälligkeitsentschädigung, da dem Kreditgeber natürlich Zinsen entgehen, die der Kreditnehmer spart. Diese Entschädigung darf maximal 1 % der Kleinkreditsumme entsprechen.

Wurde der Kreditvertrag bereits abgeschlossen, möchte der Kreditnehmer das Darlehen aber doch nicht in Anspruch nehmen, hat er ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Aber: Kleinkredite können wegen der vergleichsweise kurzen Laufzeit und geringen Summe davon abweichen. Und schließlich haben Kreditnehmer auch das Recht auf eine Konditionenanfrage anstatt einer den Schufa-Score beeinflussenden verbindlichen Kreditanfrage.

Diskretion und grundsätzliche Rechte

Wer sich die Tipps für den passenden Kredit zu Herzen nimmt und den auf die eigenen Bedürfnisse perfekt abgestimmten Kleinkredit findet, der hat das Recht auf regelmäßige Information über den Kontostand. Dies bedeutet, dass der Kreditgeber sämtliche Leistungsstände hinsichtlich Tilgungsraten und Zinsen schriftlich darlegen muss. Banken verschicken dahingehend meist jährlich Briefe. Außerdem haben Kreditnehmer das Recht, dass die Bank nach der hundertprozentigen Tilgung sämtliche Sicherheiten zurücküberträgt.

Diskretion ist ein weiteres hohes Gut. Zwar haben Banken bei Zahlungsausfällen meist ein Recht darauf, das Gehalt des Kreditnehmers teilweise zur Tilgung zu nutzen. Doch nur unter bestimmten, im Vertrag definierten Bedingungen wird auch der Arbeitgeber des Kreditnehmers informiert. Und ganz grundsätzlich haben Verbraucher natürlich das Recht, den Kleinkredit in Raten ohne Sonderzahlungen zu tilgen. Im gegenseitigen Einverständnis geschlossene Abweichungen finden sich im Kreditvertrag.