Kon­klu­den­te Geneh­mi­gung von Last­schrif­ten

Nach den in der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs aner­kann­ten Aus­le­gungs­grund­sät­zen kommt eine kon­klu­den­te Geneh­mi­gung von Last­schrift­bu­chun­gen in Betracht, wenn es sich für die Zahl­stel­le erkenn­bar um regel­mä­ßig wie­der­keh­ren­de Last­schrif­ten aus einer lau­fen­den Geschäfts­be­zie­hung han­delt, die der Kon­to­in­ha­ber in der Ver­gan­gen­heit bereits ein­mal geneh­migt hat.

Kon­klu­den­te Geneh­mi­gung von Last­schrif­ten

Erhebt der Schuld­ner in Kennt­nis eines erneu­ten Last­schrift­ein­zugs, der sich im Rah­men der bereits geneh­mig­ten Last­schrift­bu­chun­gen bewegt, gegen die­sen nach einer ange­mes­se­nen Über­le­gungs­frist kei­ne Ein­wen­dun­gen, so kann auf Sei­ten der Zahl­stel­le die berech­tig­te Erwar­tung ent­ste­hen, auch die­se Belas­tungs­bu­chung sol­le Bestand haben 1.

Dabei muss es sich nicht um eine Rei­he von im Wesent­li­chen gleich­blei­ben­den Zah­lun­gen han­deln. Wer­den im unter­neh­me­ri­schen Ver­kehr fort­lau­fend For­de­run­gen in unter­schied­li­cher Höhe im Rah­men von lau­fen­den Geschäfts­be­zie­hun­gen mit­tels Last­schrift im Ein­zugs­er­mäch­ti­gungs­ver­fah­ren ein­ge­zo­gen, so kommt eine kon­klu­den­te Geneh­mi­gung einer Last­schrift­bu­chung auch dann in Betracht, wenn sie sich inner­halb einer Schwan­kungs­brei­te von bereits zuvor geneh­mig­ten Last­schrift­bu­chun­gen bewegt oder die­se nicht wesent­lich über- oder unter­schrei­tet 2.

Beru­hen Last­schrift­bu­chun­gen erkenn­bar auf Zah­lungs­pflich­ten, deren vari­ie­ren­de Höhe der Schuld­ner gegen­über der für die Ein­zie­hung zustän­di­gen Stel­le erklärt hat, besteht aus Sicht der kon­to­füh­ren­den Bank für den Schuld­ner nicht die Not­wen­dig­keit zu einer umfas­sen­den Über­prü­fung.

Als Über­prü­fungs­frist kann eine Frist von drei Tagen genü­gen.

Da die­sen Buchun­gen eine kon­kre­te Anmel­dung des Schuld­ners zugrun­de liegt, kommt eine kon­klu­den­te Geneh­mi­gung auch dann in Betracht, wenn sich die ein­zel­nen Beträ­ge nicht inner­halb der Schwan­kungs­brei­te vor­an­ge­gan­ge­ner Last­schrift­bu­chun­gen bewe­gen 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 29. Janu­ar 2015 – IX ZR 258/​12

  1. BGH, Urteil vom 27.09.2009 – XI ZR 215/​10, WM 2011, 2041 Rn. 17 mwN[]
  2. BGH, Urteil vom 08.11.2011 – XI ZR 158/​10, WM 2011, 2358 Rn.20; vom 01.12 2011 – IX ZR 58/​11, WM 2012, 160 Rn. 11, jeweils mwN[]
  3. BGH, Urteil vom 01.12 2011, aaO Rn. 12; vom 03.04.2012 – XI ZR 39/​11, WM 2012, 933 Rn. 47 f; vom 28.06.2012 – IX ZR 219/​10, BGHZ 194, 1 Rn. 8[]
  4. im Anschluss an BGH, Urteil vom 20.07.2010 – XI ZR 236/​07, WM 2010, 1546[]