Kre­dit und Recht – Kre­dit rich­tig auf­neh­men

Es kann schnel­ler pas­sie­ren als gedacht: Ein Unfall mit dem Auto, die Wasch­ma­schi­ne ver­sagt uner­war­tet oder der Com­pu­ter fährt plötz­lich nicht mehr hoch. Ist in sol­chen Situa­tio­nen nicht genug Geld auf dem Kon­to, um sich einen Ersatz zu kau­fen, ist ein Kre­dit eine mög­li­che Lösung. Beson­ders übers Inter­net scheint es ver­lo­ckend ein­fach zu sein, einen Kre­dit auf­zu­neh­men. Aller­dings soll­ten Kre­dit­neh­mer ihre Rech­te ken­nen, um auf der siche­ren Sei­te zu sein.

Kre­dit und Recht – Kre­dit rich­tig auf­neh­men

Ist ein Raten­kre­dit not­wen­dig?

Gene­rell ist es nicht immer not­wen­dig, einen Raten­kre­dit auf­zu­neh­men. Ist die benö­tig­te Sum­me rela­tiv nied­rig, ist es even­tu­ell ein­fa­cher, den Dis­po­si­ti­ons­kre­dit des Giro­kon­tos in Anspruch zu neh­men. Aller­dings ist dies nur dann rat­sam, wenn sich die Sum­me inner­halb von weni­gen Mona­ten zurück­zah­len lässt. Wer weiß, dass er den ein­ge­räum­ten Kre­dit­rah­men über­steigt, soll­te auf jeden Fall vor­her das Gespräch mit der Bank suchen! Die­sen Rah­men zu über­schrei­ten, zieht im All­ge­mei­nen hohe Zin­sen nach sich. Sinn­vol­ler ist es daher, den Kre­dit­rah­men zeit­wei­se zu erhö­hen, um die soge­nann­ten Straf-Zin­sen zu ver­mei­den.

Wer mehr als drei Mona­te ein­plant, um die Raten zu zah­len, soll­te auf den Dis­po­si­ti­ons­kre­dit ver­zich­ten und auf einen Raten­kre­dit aus­wei­chen. Die Zin­sen sind dort nied­ri­ger, was sich posi­tiv auf die Sum­me aus­wirkt.

Kre­dit­ver­trag: Rech­te für den Kre­dit­neh­mer

Die gute Nach­richt zuerst: Wer einen Ver­trag unter­schreibt, der Form­feh­ler ent­hält, kann den Ver­trag rück­gän­gig machen. Das gilt aller­dings nur so lan­ge, wie noch kein Geld auf das Kon­to des Kre­dit­neh­mers geflos­sen ist. Wur­de bereits Geld über­wie­sen, ist die­ses Recht nur noch ein­ge­schränkt vor­han­den und hängt davon ab, wel­cher Form­feh­ler vor­liegt.

Die wich­tigs­ten Punk­te, die in einem Kre­di­ter­trag ersicht­lich sein müs­sen, sind:

Nur über den Effek­tiv­zins kön­nen Kre­dit­neh­mer sehen, wel­che Kos­ten tat­säch­li­chen auf sie zukom­men und kön­nen Ange­bo­te bes­ser ver­glei­chen. Es reicht daher nicht aus, wenn in einem Ver­trag ledig­lich der Soll­zins auf­ge­führt ist.

Wider­rufs­recht bei Immo­bi­li­en: Die Zeit drängt!

Kre­dit­neh­mer soll­ten immer einen genau­en Blick auf die Wider­rufs­be­leh­rung wer­fen. Wenn in der Ver­gan­gen­heit bereits Ver­trä­ge abge­schlos­sen wur­den, ist es sinn­voll, hier noch ein­mal genau nach­zu­se­hen, ob alle Regu­la­ri­en ein­ge­hal­ten wur­den. Unter Umstän­den sind Feh­ler vor­han­den und der Ver­trag ist rein recht­lich nicht zustan­de gekom­men. Ist das der Fall, lässt er sich wider­ru­fen.

Im Fal­le von Immo­bi­li­en­kre­di­ten sind vie­le Kun­den zwi­schen 2002 und 2010 nicht aus­rei­chend über ihre Wider­rufs­rech­te auf­ge­klärt wor­den. Dies hat jetzt zur Fol­ge, dass Immo­bi­li­en­be­sit­zer unter bestimm­ten Umstän­den heu­te noch von ihrem Wider­ruf Gebrauch machen kön­nen. Ob sich dies finan­zi­ell lohnt, ist vom indi­vi­du­el­len Fall abhän­gig.

Wer sich nicht sicher ist, ob der damals abge­schlos­se­ne Immo­bi­li­en­kre­dit recht­mä­ßig auf­ge­setzt wur­de, soll­te den Ver­trag von einem Anwalt oder einer Ver­brau­cher­zen­tra­le prü­fen las­sen. In die­sen spe­zi­el­len Fäl­len ist aber Eile gebo­ten: Die Haus­be­sit­zer haben nur noch bis zum 21. Juni Zeit, um den Wider­ruf bei der finan­zie­ren­den Bank ein­zu­rei­chen.

Ver­bes­se­run­gen für den Kre­dit­neh­mer

Im All­ge­mei­nen haben Kre­dit­neh­mer 14 Tage Zeit, ihren Ver­trag zu wider­ru­fen, nach­dem sie über das Wider­rufs­recht auf­ge­klärt wur­den. Da die Wider­rufs­be­leh­rung Teil des Ver­trags ist, der zu unter­schrei­ben ist, ist in der Regel der Tag der Ver­trags­un­ter­zeich­nung der zu beach­ten­de Ter­min.

Für den Kre­dit­neh­mer haben sich in der Ver­gan­gen­heit eini­ge Ver­bes­se­run­gen erge­ben. Für ihn ist es heu­te noch siche­rer gewor­den, einen Kre­dit auf­zu­neh­men.

Wer bei­spiels­wei­se einen Kre­dit auf­nimmt, um damit einen Fern­se­her voll zu finan­zie­ren, kann das Wider­rufs­recht heu­te nicht mehr nur auf den Kauf, son­dern eben­so auf die Finan­zie­rung bezie­hen. Bei sol­chen Kre­di­ten ist die Rede von ver­bun­de­nen Geschäf­ten.

Um auf Num­mer sicher zu gehen, schlie­ßen Kre­dit­neh­mer vor allem bei hohen Sum­men ger­ne eine Rest­schuld­ver­si­che­rung ab. Beson­ders bei einer Immo­bi­lie oder der Finan­zie­rung eines neu­en Autos ist dies sinn­voll. In die­sen Fäl­len von ver­bun­de­nen Geschäf­ten zählt eben­falls das 14-tägi­ge Wider­rufs­recht und lässt sich sogar auf die Rest­schuld­ver­si­che­rung aus­wei­ten.

Nur an seriö­se Ban­ken wen­den

Um mög­li­chem Ärger bei der Kre­dit­auf­nah­me mög­lichst aus dem Weg zu gehen, ist es sinn­voll, sich nur an seriö­se Stel­len zu wen­den. Fühlt der Kun­de sich bedrängt, einen Ver­trag abzu­schlie­ßen, ent­ste­hen durch die Bera­tung Kos­ten oder han­delt der Bera­ter offen­sicht­lich nicht im Sin­ne des Kun­den, ist von einer Unter­schrift abzu­se­hen. Mehr hilf­rei­che Tipps zu Vor­aus­set­zun­gen und Kre­dit­auf­nah­me fin­den Inter­es­sier­te hier.