Kün­di­gungs­recht des Anle­gers bei der Publi­kums-KG – und sei­ne Ver­wir­kung

Nach der Leh­re von der feh­ler­haf­ten Gesell­schaft kann der Gesell­schaf­ter sei­ne Gesell­schaf­ter­stel­lung durch eine Kün­di­gung mit Wir­kung ex nunc been­den.

Kün­di­gungs­recht des Anle­gers bei der Publi­kums-KG – und sei­ne Ver­wir­kung

Die Rechts­fol­gen einer der­ar­ti­gen Kün­di­gung erge­ben sich aus den für das Aus­schei­den eines Gesell­schaf­ters vor­ge­se­he­nen gesetz­li­chen Regeln der §§ 738 BGB, 105 Abs. 3, § 161 Abs. 2 HGB, sofern und soweit nichts ande­res ver­ein­bart ist 1.

Das Recht zur frist­lo­sen Kün­di­gung der Betei­li­gung, das dem unter Ver­let­zung einer Auf­klä­rungs­pflicht zur Betei­li­gung ver­an­lass­ten und damit feh­ler­haft bei­getre­te­nen Anla­ge­ge­sell­schaf­ter zusteht, ist dann ver­wirkt, wenn

  • sich die Gesell­schaft wegen der Untä­tig­keit des getäusch­ten Anle­gers über einen gewis­sen Zeit­raum hin­weg (Zeit­mo­ment)
  • bei objek­ti­ver Beur­tei­lung dar­auf ein­rich­ten durf­te und ein­ge­rich­tet hat, die­ser wer­de von sei­nem Recht nicht mehr Gebrauch machen (Umstands­mo­ment),

und die ver­spä­te­te Gel­tend­ma­chung daher gegen den Grund­satz von Treu und Glau­ben ver­stie­ße 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 24. Febru­ar 2015 – II ZR 104/​13

  1. BGH, Urteil vom 21.07.2003 – II ZR 387/​02, BGHZ 156, 46, 52 f.; Urteil vom 20.01.2015 – II ZR 444/​13, ZIP 2015, 630 Rn. 11 mwN[]
  2. BGH, Urteil vom 21.07.2003 – II ZR 387/​02, BGHZ 156, 46, 53[]